Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 45 (4.11.1873)
- Date
- 1873-11-04
- Page
- Seite 737 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7)7 die Iheistifche Anschamrng eine bleibende Dauer erlangen, — nicht, daß deren "Anhänger Juden in deren Kirchlichkeit werten, wohl aber, daß sie die Lehren und Principicn des JurenthumS'anerkennen. Literarischer Wochenbericht. Von der Oder, im October. naiu» P17N' -!V2 Befest i g u n g im Glauben von R. Jizchak, Sohn Abrahams s. A., neu herausgegeben mit verbessertem hebräischem Texte überh. und insbesondere durch Benutzung correcterer Lesarten nach einem Mscr., verm. mit einer Uebers. iu's Deutsche, und begleitet von einigen Anmerkungen von David Deutsch, Rabbiner zu Sohrau in Oberschlesien. Zweite vielfach vermehrte Ausgabe. 1573. Sohrau O/S. im Selbstverlag des Herausgebers und Breslau im Commissionsverlag von H. Skutsch. X. und 438 S. Der selige Herausgeber, durch dessen plötzlichen Tod das orthodoxe Judenthum einen schweren Verlust erlitten, hat sich durch die wiederholte Edition der vorliegenden polemischen Schrift ein bleibendes Verdienst um die Befestigung unserer heiligen Religion erworben. Denn sie enthält in erdrückender Fülle nicht nur all' das Material, das zur Vertheidigung der Lehren des JudenthumS gegen die christlichen Angriffe erforderlich ist, sondern auch diejenigen Beweismomente, welche mit Fug und Recht gegen die Dogmen nuc ReligionSschristen des Christenthunls vorgebracht werten können, bricht um die rrluft zwischen den verschiedenen Glaubensbekenntnissen zu erweitern, hat der Verklärte das Werk übersetzt und erläutert, sondern um unseren Glaubensgenossen eine Vertheidigungswasfe gegen daö unwürdige Treiben des verrotteten Missionswesens in die Hand zu geben. Die Vorzüge der vorliegenden Ausgabe sind beim Erscheinen der ersten Auslage auch in kiefern Blatte gebührend gewürdigt worden. Die neue Edition bietet wiederum in den vielfach vermehrten Anmerkungen einen reichen Schatz von anregenden und belehrenden Aufsätzen und Notizen. Die interessante Frage freilich, ob der Verfasser das nV. ein Karäer oder ein Rabbanit gewesen, harrt noch immer der endgültigen Lösung. Für beide Annahmen ließen sich, sehr gewichtige Belege beibringen. Die vorhandenen Schwierigkeiten sind von dem verewigten Herausgeber nach beiden Seiten hin eingehend beleuchtet worden, ohne daß er eine Entscheidung zu treffen gewagt hat (S. VII und 343 ff.) . : Möchte das Buch auch in der neuen Gestalt die Verbreitung finden, die-es redlich verdient, und die erforderlich ist, damit es seinem Zwecke entsprechend wirke. A. ^elhmcj 6iicxcl fatxcßb eit. Deutschland. Berlin, 20. October. Bekanntlich tagt hier gegenwärtig, vom Unterrichtsminister berufen, eine Versammlung von Schul- und Vertrauensmännern, um sich über die künftige Gestaltung der Realschulen und höheren Lehranstalten zu äußern. Unterobigem Datum schreibt man der K. Z.: „Die Debatte der Schulconferenz über den Religionsunterricht ergab eine kaum erwartete Uebercinstimmung der Ansichten. Für den obligatorischen Religionsunterricht erklärten sich Alle; über 2 Stunden in allen Elasten wollten nur ganz vereinzelte Stimmen hinausgehen. Die schriftliche Prüfung in der Religionslehre wünscht man aus dem Abiturientenexamen beseitigt; die nlüudliche, welche auf der Conferenz zu Dresden nicht als nothwendig erachtet ist, ward gegen mehrere Stimmen festgehalten, aber ihre ungebührliche Ausdehnung und die specielle Vorbereitung der Abiturienten dafür (wie gleichermaßen für Geschichte und Mathematik) als ein Uebelstano bezeichnet. Die wistenschaftliche Prüfung der Religionslehrer ward ohne jeden Widerspruch für erforderlich erachtet, der Anspruch der katholischen auf den Rang eines Oberlehrers einstimmig verworfen, und überhaupt eine exceptionelle Stellung im Lehrercollegimn durchaus abgelehnt. Die Verpflichtung seitens der Schule, besonderen Religionsunterricht schon für eine Minorität von 15 Schülern sin früheren Vorlagen hatte man 36 oder 25 vorgeschlagen) einzurichten, erschien fast Allen als zu weit gehend. Den eonfessionellen Charakter der Anstalten will man nur da festhalten, wo er stiftilngsmäßig ist. In der Zusammensetzung der Lehrercollegien aus Katholiken und Protestanten fand man keinerlei principielle Bedenken, und wies auf das gute Einvernehmen am Friedrich-Wilhelm-Ghmnasimn zu Köln hin. Ja, man meinte mehrfach, daß die Schnlandachten i deren 2 in der Woche genügten! gemeinsam sein könnten. In dieser Hinsicht wurde bemerkt, daß selbst in jeden Unterricht consessieneller Hader hineingetragen werden kenne; ein Text auS bekannten Materialien zmu Uebersetzen in's Lateinische fand wegen seiner Taktlosigkeit allscitige Mißbilligung. Für und . gegen die Anstellung jütischer Lehrer erhoben sich Stimmen; doch fand der Standpunkt des MinisterirunS, jeden einzelnen Fall in sachlicher und persönlicher Hinsicht besonders zu prüfen, fast allgemeine Zustimmung." — Es ist aus obigem Berichte nicht ersichtlich, ob man unter rem obligatorischen "Religionsunterrichte für eine bestimmte Minderzahl an Schülern auch reu jüdischen versteht. Einen betrübenden Eindruck macht es, daß in einer solchen. Versammlung über die Anstellung jüdischer Lehrer an höheren Lehr-