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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-10-21 · Heft 43 (21.10.1873) · p. Seite 700

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 43 (21.10.1873)
Date
1873-10-21
Page
Seite 700 (sequence 8)
Language
German
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700 Partikels pai der schlagendste Beweis für die Jugend und das gleiche Zeitalter der beiden Bücher Koheleth und Esther! Möge cs Herrn Neubauer bald vergönnt sein, das von der berühmten oxforder Universität begonnene Unternehmen glücklich zu Ende zu führen, da cs ihm hoffentlich an hinreichender Unterstützung von Seilen der Universität ferner nicht fehlen wird. Vielleicht wird jetzt, nachdem das arabische Original veröffentlicht wurde, die Uebersetznng des „Wurzclbnches" von Iben Tibbcn, die im Batiean liegt, leichter zur Herausgabe gelangen können, wodurch eigentlich der Nutzen res Werkes in jüdischen Kreisen sich erst recht geltend machen würde. Rabbiner D. Oppenheim. Spelhuigdu acßucSteii/. Deutschland. Berlin, im October. Der Borstand der hiesigen jüdischen Gerneinde beabsichtigt, den neuen Gemeindebegräbn i s; platz in der Nähe von Weißensee, jedoch noch außerhalb des EhausseehauSbereichcs. zu erwerben. Der jetzige, auf der Schönhauser Allee belegene Begräbnißplatz wurde im Juni 1S27 eröffnet, und damals von dem Amtmann für 5500 Thaler erworben. In jener Zeit standen auch auf diesem Theile der Pankower Chaussee nur sehr vereinzelte kleine Wohnhäuser, und der Anbau erfolgte eigentlich erst seit 30 Jahren, so daß der Begräbnißplatz sich jetzt mitten in einem dicht angebauten, belebten Stadttheile befindet. Nach den Annahmen, die 1S27 ans Grund der damaligen Bevölkernngszahl der hiesigen jüdischen Gemeinde gemacht wurden, sollte der Begräbnißplatz auf— l 5,<> Jahre ausreichen. Berlin, 10. October. lPrivatuiitth.l In den hiesigen Blättern wird jetzt die Frage über das zu erwartende Gesetz, die Verfassung der jüdischen Gemeinden betreffend, öfter ventilirt. Der Gang dabei ist gewöhnlich, daß die Verfechter des unbedingt freien Austritts einen Artikel in die Welt setzen, um glauben zu machen, Dies sei die öffentliche Meinung und Wunsch lu Mehrzahl der Juden selbst. Man will damit auf die Regierung und die zukünftigen Abgeordneten wirken. Es versteht sich, daß, wenn sie hofften, es werde keine Widerlegung kommen, sie sich getäuscht finden. Eine solche bleibt nicht aus. Dies wäre nun Alles in der Ordnung; was aber nicht in der Ordnung ist, das sind die Unwahrheiten, welche sich die Gegner nach dem alten Kniff der „frommen teilte" erlauben. So z. B., daß das Elaborat der berliner Gemeinde von vielen Synagogengcmeiuden abgelehnt werden sei. Nun ist aber noch gar kein Elaborat der berliner Gemeinde erschienen oder versandt worden, sondern nur das bekannte Gesuch um statistisches Material, und diesem Gesuche haben 5,^0 Gemeinden entsprochen, und nur eine ließ es unbeantwortet. So bemühen sie sich auch, den Juden nach dem Gesetze vorn l 1. Mai c. eine exceplionetle Stellung zuzuschreiben, was bekanntlich Nichts, als eine Verdrehung des wahren Sachverhaltes ist. Erklärlicher Weise sind diese Gegner auch besonders wider das Verlangen: die Staatsregierung solle ihren Gesetzentwurf zuvor jüdischen Vertrauensmännern zur Begutachtung vorlegen. Nichts ist gerechtfertigter: denn die Angelegenheiten des Jndenthmns liegen doch außerhalb der Cognition rer Regiernngsbeamtcn, und nicht minder der sämmtlichen Abgeordneten, wie sie das ansgelöste Haus besaß. Tie Gegner mttffen meinen, daß von den zu berufenden Vertrauensmännern nur wenige in ihrem Sinne sich anSlassen werden; sonst würden sie sich nicht so dagegen sträuben. Im Uebrigen zeigt es sich auch hierbei, daß die Zeitungen die wahre allgemeine Meinung nicht immer repräsentiren und zum Ausdruck bringen. Es ist nur ein sehr geringer Bruchtheil der Juden, welche den unbedingt freien Austritt, und hierniit die. Haltlosigkeit vieler jüdischen Gemeinden wollen: die verhältnißmäßig geringe Zahl der orthodoxen Separatisten und eine noch geringere Zahl radicaler Individuen. Die Rührigkeit der Gegner und die Richtung der liberalen Blätter macht nur das Geschrei groß, wobei so wenig Wolle ist. Hcchingen, October. (Privatmitth.) Ich übersende Ihnen anbei die Nr. 117 des hier erscheinenden ultramvntanen Blattes „Der Zoller" vom heurigen Datum. In derselben finden Sie „Ein Wort an die israelitischen Wähler Hohenzollerns." Dasselbe bedarf allerdings für unsere Glaubensgenossen schwerlich einer Besprechung. Es ist nur zu charakteristisch, um cs nicht mit einigem Woriku "T-'-.smch^n zu sollen... Zunächst sucht das „Wort" die Juden zu überzeugen, daß der Liberalismus ein Feind aller positiven Religion, darum ebenso des Judenthums, wie des KatholiciSnms sei, und jenes wie diesen auftösen wolle. Es versteht sich, daß hierbei der Liberalismus mit dessen radicalstem Auswüchse verwechselt wird. Im Uebrigen hat das Judenthum von einer directen Feindschaft des RadicaliSmus thatsächlich Nichts zu fürchten, da er uns keine Wohlrhaten und Borrheile aus dem Staatssäckel entziehen kann, weil wir eben keine solche empfangen. Was aber Kämpfe im Geiste betrifft, — nun. die haben mit der Politik und den Wahlen Nichts zu schaffen. Dann beruft fick das „Wort" darauf: „Die katholische Bolkspartci hat sich für die religiöse Freiheit jeder Confessio n erklärt, und Das ist der Boden, auf dem sich sogar die Katholiken und die Israeliten die Hand zum Kampfe gegen den gemeinsamen Feind reichen können. Auch haben die Katholiken weder den Willen noch die Macht, Andersgläubige zu beeinträchtigen, oder in ihrem Eult zu stören; sie verlangen wesentlich nur Toleranz und Gleichberechtigung, und haben, wie die Israeliten

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