Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1873)
- Date
- 1873-09-02
- Page
- Seite 587 (sequence 7)
- Language
- German
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587 ausgenommen sein will, hat ein entsprechendes Einkaufsgelt zu bezahlen. Hier ist, mit Rücksicht aus ren bedeutenden Bürgern»yen, das Einkanssgeld hoch statnirk. Die biesigen Israeliten machten daher von rem ihnen angeborenen Einkanfsrechte keinen (.Gebrauch, ra sie sich mit der Landivirchschaft nicht beschäftigen, nnr erwarten ren Erlaß einer neuen Gemeindeerrnung im Wege der Gesetzgebung, im Sinne rer für rie altlänrischen Provinzen erlassenen Städteortnungen, wonach rie Gemeinden Einwohner gemeinden bilden, indein alle Einwohner der Stadtbezirke zu ren Startgemeinren gehören, und die Privateigentumsrechte gewahr, werren. Die Regulirung dieses Berhältnisses konnte erst, nach dem ras Gesetz vom 2. April r. I., die Hohenzollernsche Amtsum Lanresortnung betreffend, erlassen war, in Aussicht gestellt werden. Damborilz (Mähren», im August. rPrivalm.) Am :>! v. M. verstarb auf seiner Heimreise von Salzbruun rer sich verehrte Rabbiner D a v id T e utsch aus S ohr a n, durch resse. Hinscheiden nicht blos seine Gemeinde nur seine Famil-e, sonder, auch ras gegenwärtige Iuderuhum einen herben Berlust erlitten Der verstorbene war ebenso ein ausgezeichneter Talmudist, wie wissenschaftlich gebildet streng orthodox nur überzengungstreu. Geboren zu Zül; I V>!i, verlor er frühzeitig die Ellern, erlangte aber schon in zartem Aller große Kenntnisse, besuchte die talmnrischen Schulen zu R'ikelsburg und Prestburg, und sturirle daraus in Berlin. In seinem 2:>. Iabre übernahm er ras Rabbinal in Myslowitz, wo er sich einen guten Ruf als Redner erwarb. 9?ach sieben Jahren wurde er Rabbiner in Schran, wo er 2b Jahre fungirle. Er hat eine Anzahl Prerigten- sowie mehrere polemische Schriften gegen Reformen, namentlich gegen die Orgel, unr zahlreiche Aufsätze in Zeitschriften. in deutscher und hebräischer Sprache veröffentlicht: auch isi ein umfänglicher literarischer Rachlast hinterblieben. Sein Leichenbegängnis; gab ein glänzenres Zeugnist von der Berehrung und Liebe, die er genest und wohlverrient hatte. .8. II.!Ccftveirf)ifd)'uiu(iU*tfd>c Monarchie. Stcmiölau (Galizienl b. August. Bei den Stanislaner Gemeinderathswählen wurden im ersten Wahlkörper 13 Israeliten, 2 Rnlhenen und 3 Polen gewählt: im zweiten Wahlkörper b Israeliten und 1 Ehristcn. Aus Ungarn, im August. lPrivatm.» Eö hat ,„ich gewundert, rast in Ihrem Blaue, welches rer Entwickelung der religiösen und küchlichen Angelegenheiten nach allen Seiten hin zu folgen strebt, der großen Rede Deak's keine Erwähnung gelhan, welche doch in Ungarn einen so mächtigen Eindruck gemacht hat, und von allen Parteien als ein Wendepunkt im ungarischen Staatörecht, soweit es das Berhältiiist des Staates zur Kirche betrifft, angesehen wird. Allerdings würde die Ausführung des Teakschen Gedankens über rie völlige Trennung von Staat und Kirche, und die Herbeiführung amerikanischer Zustände aus das Iudemhum in Ungarn nur einen bei weitem geringeren Eiuslust! üben, als aus die christlichen Eonfessionen und Kirchen, indem dadurch der letzte Rest von Aussicht Seitens der Staatsregierunz beseitigt, und durch die Einführung rer Eivilehe und die Entziehung der Malrikensührung der Gemeinde manches Mittel rer Festigkeit entzogen würde. Es versteht sich daher von selbst, das; diese Fragen in.ganz Ungarn, aber auch in jüdischen Kreisen viel besprochen werden, und das Für und Wider zu mancherlei Streit veranlaßt. Allein man weist, daß, vom Aussprechen solcher Theoremen bis zur wirklichen gesetzlichen Ausführung auch in Ungarn ein weiter Weg ist. In unserem Lande rnachl man wohl mit Allgemeinsätzen einen Sprung, ist aber dann besonnen und politisch geschickt genug, um mit der Berwirklichnng recht langsam vorwärts zu gehen. In der That hat man auch die 'Ausführung solcher einschneidenden Gedanken nur dann zu fürchten, wenn sie mit einem Male einlrelen sollte. Jene bezeichnen doch nur die Ziele, wohin unsere Zeit strebt; zur Berwirklichung sind die Verhältnisse und Zustände noch lange nicht, und noch weniger die Anschauung des Bolkes reif. Es kann nur Schritt vor Schritt dahin vergetrungen werren, sonst würde augenblicklich eine grenzenlose Verwirrung eiulreten, und eine Zerstörung erfolgen, während es noch an allen Mitteln des Ansbauens fehlt. In Amerika lagen und liegen zum Theil die Berhältniffe noch ganz anders. Dort sing Alles von vorne und mit einer geringen Bevölkerung an, in welcher daher das Bedürfnist viel lebhafter bestand, und die alten niitgebrachten Triebe viel lebendiger waren, als sie es bei den jetzigen Menschen der alten Welt sind. Dort halte man die großen, noch immer einflußreichen Hindernisse nicht zu überwinden, aber auch nicht mit den zersetzenden Elementen zu kämpfen, die sich seitdem in der europäischen Menschheit entwickelt haben. — Der königliche Erlast über Errichtung eines Rabbinerseminars in Pest hat keine Aufregung hervorgebracht, ja, kaum eine besondere Aufmerksamkeit aus sich gezogen. Da die gegnerischen Petitionen unbeachtet geblieben, müssen sich deren Urheber schon zufrieden geben. Die andere Seite will erst abwarten, welche Gestalt die Sache annimmt. Wie wir aus Pest hören, beeilt man sich daselbst nicht sehr, und ruh! die Sache einstweilen wieder. Mit der jüdisch-theologischen Facultät in Wien geht es ja aud> nicht anders. Auch da ist der Beschluß vorhanden, aber mit der 'Ausführung geht es, wie Fürst Bismarck von K des Prager Friedens sagte, das Versprechen ist gegeben, aber kein Termin bestimmt, bis zu welchem es ausgeführt werte. Tie'Apathie ist übrigens gegenwärtig allgemein, denn Eholera, Mistwachs und traurige finanzielle Berwirrnng haben eine große Abkühlung rer Gemüther, eine Riedergeschlagenhcit rer Geister bewirkt. Inrest die Znknnst bleibt nicht aus, und bringt neue Anregungen mit sich. Italien. Cuneo,!2. August. tdinm. di l'ntluvu). Sonntag, den lo. dieses, wurden in Felge des Beschlusses des Sladtralheö mit