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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-08-12 · Heft 33 (12.8.1873) · p. Seite 534

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 33 (12.8.1873)
Date
1873-08-12
Page
Seite 534 (sequence 4)
Language
German
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534 Apolitische Rundschau" über die allgemeinen Ereigniffe, Gedichte, Aussätze, Briefe aus Rußland, vermischte Nachrichten, jüdische Angelegenheiten betreffend, und der Abdruck der Novelle „Eisek's Brille" von Kcmpert. — Dann erscheint in Pest seit Juli: „Jüdische Gemeindeunk Schulzeitung", redigirt von Nathan Fischer, Schuldirector. 2n den beiden Nummern, die uns vorliegen, entspricht diese Zeitschrift ihrem Zwecke vollständig. Der pädagogische Geist, der darin waltet, ist ein durchbildeter, und die Ansichten über die Gemeinde völlig correcte, ohne Partei- und Standesvorurtheile. Wir wünschen beiden gedachten Unternehmungen den besten Fortgang. ccc fmcfateu. Deutschland. München, 30. Juli. Anläßlich eines Vorkommnisses bei der diesjährigen Frohnleichnamsprocession in einer auswärtigen Garniscnstadt ist von dem Kriegsminislerium die lange bestehende Verordnung, daß zur Spalierbildung bei Processionen nur Mannschaften katholischen Glaubensbekenntnisses verwendet werden sollen, zur Nachachtung in Erinnerung gebracht worden. Königsberg, 30. Juli. Tie Ostpreußische Zeitung constatirt den Ausbruch der Cholera Hierselbst. Das Königl. Polizeipräsidium hat, um der Weiterverbreitung der Krankheit zu steuern, angeordnet, daß die zahllosen, mittellosen polnischen Israeliten, welche sich hier aufhaltcn, in ihre Heimarh gewiesen werden. 33 polnische Israeliten sind bereits zwangsweise ausgewiesen, während 50 bis jetzt freiwillig, unterstützt durch das Jsraelitencornitö, die Stadt verlaßen haben. Leipzig, im Juli. (Privannilth.) Wie jährlich hat der Vorstand der hiesigen Gemeinde einen gedruckten Bericht über das Verwaltungsjahr 1872 vertheilen lasten. Wenn dieser Bericht auch keine bedeutenden Vorfälle innerhalb der Gemeinde diesmal zu melden hat, so zeugt er doch von dem rüstigen Fortgang aller Gemeindeanstalten, Vereine und Stiftungen. Wir haben Folgendes hervorzuheben: „An Stelle der bisherigen Armencaste wurde nach Beschluß der Gemeindesitzung ein Unterstützungßverein in's Leben gerufen, welcher den Zweck har, Unterstützungen an hiesige und durchreisende Arme zur Beseitigung der lästigen Hausbettelei in geregelter Weise zu gewähren. Mit Befriedigung heben wir hierbei hervor, daß dieses Ziel in einer überraschenden Weise als gelöst anzusehen ist, und können wir nur den lebhaften Wunsch aussprechen, daß die geehrten Mitglieder nicht ermüden mögen, mw durch ihre Beiträge in den Stand zu setzen, diese Einrichtung, welche sich schon jetzt als höchst wohlthätig für alle Theile erwiesen hat, beibehalten zu können." ES ist hiermit für das Armenwesen die Einrichtung getroffen, welche in diesem Blatte schon seit fast dreißig Jahren empfohlen wird, und neuerdings in allen, einer guten Organisation sich erfreuenden Gemeinden Platz greift. Der Verein zählt bereits 14! Mitglieder mit einem GesammtjahreSbeitrage von 2385 Thalern talso im Durchschnitt 17 Thaler auf das Mitglied, was eine große Opferwilligkeit beweist). ES wurden in dem letzten Vierteljahre von 1872 , in welchem der Verein seine Thätigkeit begann, 233 durchreisende Arme mit 350 Thlrn., und 4 hiesige mit 12 Thalern uuterstützt, was einen großen Ueberschuß in rer Caste des Vereines bewirken würde. Allein bekanntlich giebl ein Winterauartal, da in demselben am wenigsten gereist wird, für den wirklichen Jahresbedarf der Armencaste keinen richngen Maßstab ab. Von diesen durchreisenden Armen waren i i 7 aus Rußland, 58 aus Oesterreich, 42 aus Preußen, 8 aus Rumänien, was immerhin ein charakteristisches Verhältniß ist. Die Einnahmen der Gemeinde betrugen 10,213 Thaler, von denen 7470 Thaler auf die Steuern kommen, so daß bei 268 Mitgliedern durchschnittlich 28 Thaler auf jedes Mitglied fallen, eine Summe, welche für die Wohlhabenheit der Gemeinde ein kräftiges Zeugniß giebt. Die Ausgaben ließen von dieser Summe 627 Thaler übrig, wobei jedoch 700 Thaler auf „Tilgung" kommen, 200 Thaler dem „Beamtenpensionsfonds" zufielen, und 290 Thaler „Zinsen" verausgabt werden mußten, letztere selbstverständlich von den Hypothckenschulden der Gemeinde. Zu den Einnahmen gehören 200 Thaler städtischer Beitrag. Aachen, 18. Juli. Tie Köln. Zig. schreibt: „Seit unserem ersten Bericht über die heurige Sommeroper", so heißt cs in dem jesuitischen Blatte „Echo der Gegenwart", „wohnten wir noch den beiden Montagsvorstellungen voriger und dieser Woche bei, und trafen dabei zufällig auf die beiden Tendenzopern „Jüdin" von Halevy und „Hugenotten" von Meyeroeer, welck'e diese beiden Juden in Verbindung mit ihren „liberalen" Librettisten zur Zeit anSgedacht und mit dem rafsinirtesten Glanze in Scene gesetzt haben, um im Widerspruche mit der wahren Geschichte die Katholiken zu beschimpfen, dagegen Juden und Protestanten mit einer gewissen Glorie zu umgeben. Unter Mithülfe der „Liberalen" aller Länder sind diese Opern auf allen Theatern unzählige Male gegeben worden, und haben ihrerseits mit dazu beigetragen, alle die Ungerechtigkeiten vorzubereiten, unter denen die Katholiken heute zu leiden haben. Und die städtische Verwaltung von Aachen ist mehr oder weniger mitschuldig an dieser Eoerup^ tion, 'welche ein von ihr subventionirtes Theater verbreitet." Danach zu urtheilen, sollen Meyerbeer und Halevy quasi da» Fundament zu den neuen Kirchengesetzen erlaffen haben, und ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß bei der Composition

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