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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-08-05 · Heft 32 (5.8.1873) · p. Seite 526

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 32 (5.8.1873)
Date
1873-08-05
Page
Seite 526 (sequence 12)
Language
German
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526 der einmal vorgefaßten Meinung beherrschen auch ihn nicht selten, er tauscht sich und Andere, und fällt der Selbstsucht zum Opfer, wie viel mehr aus den vorhergehenden Stufen res Lebens! Schon diese Erwägung zeigt nnS, daß wir nicht vergebens unsere stille Laube ausgesucht, und den Kampfplatz rer Seele betreten haben. Gewiß, es wird uns Dies bald noch deutlicher werden. (Fortsetzung folgt.) Nöthen von Dr. 8. Joe!, Rabbiner in Krüloschin. <S ch l u ß.) Außerdem bemerke ich noch, daß der Stellennachweis beim Verfasser sehr häufig ungenau oder auch ganz unrichtig ist lob immer verschrieben, oder manchmal auch verdruckt, weiß id) natürlich nicht), was jedenfalls das Nachfragen und Vergleichen der Quellen sehr erschwert. So z. B. sagt er daselbst: „In der Halacha werden seine <N. Akiba's) Entscheidungen denen seiner Vorgänger entgegengestellt und vorgezogen /' und dazu in Anmerkung 8: „Deutlid) in Sabbat 11."; doch dort geschieht des R. Akiba gar kerne Erwähnung, offenbar meint er aber Sabbat 64 b. Ferner in Anmerkung 9: „Ausdrücklich vorgezogen werden seine Gesetzesentscheidungen gegen die seiner Vorgänger, deren Halachoth durck) ihn Gesetzeskraft verlieren: Nevarim 24. 64. 3rosch haschana 17. Tosefta Pea 1.1. Daselbst Moed Katon Abschn. 2. mit den Worten, rr. naioKin In der. in Nr. 25. dieser Zeitung, Seite 410 fortgesetzten „Probe", führt Herr I)r. Hamburger als Beweis, daß die Agadaaussprüche R. Akiba's aud) Widerspruch fanden, u. A. Folgendes an: „Noch im dritten Jahrhundert bemerkt N. I o ch a n a n gegen seine (R. Akiba's) Annahme, das Gesd)lecht der Israeliten, die in der Wüste unter Moses starben, seien vom Jenseits ausgeschlossen: „„Laßt ihn, den R. Akiba, mit seiner Frömmigkeit!""*) Aber abgesehen davon, daß diese Worte gar keinen rechten Sinn geben, jedenfalls aber eine solck)e Geringschätzung R. Akiba's ausdrücken, wie sie sonst nirgends bei seinen Zeigen essen, geschweige denn bei Späterlebenden, welche in der Verehrung 3t. Akiba's noch viel weiter gingen, angetroffen wird —' entspricht auch die Deutung des Verfassers dem talmudisd)en Texte gar nid)t. Nach vr. Hamburger's Uebertragung hätte der Ausspruch lauten müssen: 'To-rom r"ib impö, aber so heißt es nid)t, sondern: '■»rvrorb r"-i '-paa, was offenbar die Bedeutung hat: „3t. Akiba hat (hier) seine lsonstige) Milde bei Seite gelassen." Derselbe Ausspruch wird dort aus derselben Seite lSanhedrin 110!».) in Bezug auf eine ähnliche Aeußerung 3t. Akiba's über die „zehn Stämme" wiederholt, bei welcher Gelegenheit im Talmud selbst die Frage aufgeworfen wird: „Worauf spielt denn 3t. Jochanan an, wenn er von der sonstigen Milde 3t. Akiba's redet?" Und wir erhalten zur Antwort: „Auf dessen Milde in Beurthcilnng der Sünder, wie dies aus seinem AuSsprnche hervorgeht, daß selbst in den ärgsten Verbrecher- Aber die meisten dieser Citate sind wieder ungenau.- Statt Nedarim 21. :c. muß es heißen: 05 I». und 66.; in 3iosch haschana 17. findet sichrem solcher Ausspruch, vielleicht dachte aber Verfasser an 3tosck) haschana 18 I». 'i “i?:k*), (iptsd cth ps ^:8i -enn r"-i cn-m nrais oder auch an das. 52 a. nvsbiab ypin irs u8.r"i ib l’a«), i-,'27-2 Nin mzb, wo wenigstens . 3lehnlid)es vorkommt. Was Verfasser jedock) mit dem 'Nachweis „Tosefta Pea 1. 1." sagen will, ist mir unerfindlich, denn in Tosefta Pea 1. 1. gelaicht des 3t. Akiba gar keine Erwähnung, er kann also nur das. Eap. 2. Ende meinen -b?3 i:n: ira iüppr S -na»), (nc'1 evs, dock) sicht man leicht, daß das nicht hierher gehört. Das.: „Dieselben (die Entscheidungen 3t. Akiba'S) werden in ihrem Zusammenhänge Mischna de R. Akiba genannt, während Letztere ldie Enscheidnngen seiner Vorgänger) Misck)na rischona, erste Mischna, oder: die Mischna der Ersteren heißt," und dazu in Anmerk. 2.: „Sanhedrin 27 a., Tosefta Erachin Eap. 5. — In 3tasir 34. tr:pi „Frühere Gelehrte' gedrückt, anders in Sabbat 1 I stlber auck) in diesen Eitaten ist manches Incorrecte. Das erste Eitat ist zwar richtig, doch muß es heißen: Sanhedrin 27 I». — Der 3tad)weiö aus Tosefta Erachin ist correct. Hingegen wird dieser Gegensatz durch: n:i->nrr bi8, aus 15 ... W2K ü^:iw8“r: r:pT samilien die Minorennen von der himmlischen. Strafe auS-!ist in 3tasir 54. nick)t von crrcs-i ^:pr. sondern nur von geschlossen und der Seligkeit theilhaftig werden, weil ihnen der n:v,rsn:\;ro die 3tede, and) kommen die Worte nivrv allbarmherzige Gott ihre Minderjährigkeit, resp. Unzurechnungsfähigkeit als genügenden Mildernngsgrund anrcd)net und sie begnadigt." (ibiil. ibid.) Man ersieht also schon aus dieser Anlwort, daß die von mir oben gegebene Uebersetzung die allein richtige ist. r.annx dort uidjt vor, sondern bloß; für Sabbat 1 muß wiederunk Sabbat 61 gelesen werden. *1 Äussükrlick'er in Tosest» Sola Eap. ii. Doch sind dort, wie > leicht ersichtlich, zwei Zeilen mit einander vertauschr. — A„« dit-s.-r *) Die Seitenangabe „Sanhedrin 1»l" Druckschter, und muß heißen: 110. . Aus dieser Talmudstcllc würde allerdings nur hervergcben, daß der Protest Späterer uns nicht abhält, bei der Deutung R. Akiba's zu bleiben. Inist ein Schreib- oder. deß erkennt ja dort stk. Simeon selbst die Berechtigung auch der Aliba'jchcn Deutung an.

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