Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 32 (5.8.1873)
- Date
- 1873-08-05
- Page
- Seite 527 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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527 Schließlich noch eine beiläufige Bemerkung. Verfasser hat überall „R. Eli es er den Asarja," während dieser Mischnalehrer bekanntlich R. Eleasar ben Asarja heißt; ferner schreibt er Sote statt Sota mit weiblicher Endung. Es sind das' alles ohne Zweifel nur Flüchtigkeitsfehler, und würde ich dieselben auch gar nicht angeführt haben, wenn ich nicht geglaubt hätte, dem geehrten Verfasser gerade dadurch, daß er, aufwerksam gemacht, bei Herausgabe feines Werkes zu größerer Vorsicht gemahnt wird, einen kleinen Dienst erwiesen zu haben. Aber trotz solcher hier und da vorkommender Ungenauigkeiten, stimme ich doch in das von Ihnen, geehrter Herr Redaeteur, abgegebene Urtheil ein, daß das Werk des Herrn Dr. Hamburger im Großen und Ganzen „eine Sammlung des Materials bietet, die eine sehr nützliche Wirksamkeit ausüben kann." Vermischtes. Die „N. fr. Pr." enthält folgende bezeichnende Zuschrift: Am 2. Juni wurde der allgemein höchst geachtete, und in seinem > Berufe rastlos thätige Herr D., — seit mehr denn 50 Jahren! prakticirender 'Arzt unserer Stadt, — gelegentlich der Ausübung j seines Berufes von einem Schlagansatt gerührt, welcher traurige, Vorfall in allen Kreisen unserer Stadt die tiefste Theinahme wach-! rief. Von zwei Personen in das nächstgelegene Hans des Israeliten Herrn K. gebracht, wurde dem Kranken sofort die aufmerksamste Pflege und ärztliche Hülse zu Theil, und von dem ordinirenden Arzte die Verfügung getroffen, daß der bewußtlose Patient vorläufig daselbst verbleibe, da sein Zustand dessen Ueberführung nach seiner eigenen Wohnung unmöglich machte. Kanu: drang die Hiobspost von diesem Unfälle zu seiner bestürzten Gattin, als sich nebst mehreren anderen Besuchen der hiesige Eaplan Ebeustreit einfand und, athemloS in die Wohnung stürzend, mit unerklärlicher Hast und ungestümen Worten nach dem Patienten fragte. Verständigt, wo sich derselbe befinde, forderte der iun das Seelenheil des Kranken so sehr besorgte Caplan die Frau auf, ihren Gemahl nicht im Hause eines — Juden zu lassen, und dessen Ueberführung in ihr Haus zu veranlassen. Der würdige, eifrige Priester ftellie die Gefahr seines obengenannten Bedenkens weit über jene, welche mit dem Transporte eines so schweren Patienten verbunden sei. Mit sonst ungewohnter Bereitwilligkeit bot er den Wagen des DechantS an, und wiederholte fortwährend dieses Verlangen in so hartnäckiger Weise, daß es der energischen Intervention einer anwesenden Dame bedurfte, um die ohnehin verzweislungSvollc Frau D. vor > weiteren cxaltirten Ateden des Herrn EaplanS zu schützen.! Dieses Vorgehen deS- Herrn Seelsorgers erhält vielleicht einige Beleuchtung durch die Thalsache, daß Dr. D. ein getaufter Jude ist. i Brandeis, im Juni 1873. Anzeige n. Die unterfertigte Verwaltung sucht bis Anfang September d. I. einen Lkelirer für die «zenreindliche Reln;iottssckule, der auch zur Dircction des Synagogen-Chores befähigt sein soll. München, den 22. Juli 1873. Jull 1873. Verwaltung der israelitischen Cultusgemeinde ii Durch eine Berufung unseres Eultusbeamteu nach Pyrmont wird die hiesige Lehrer -, Vorbeter- und Schächterstelle, verbunden mit einem fixen Gehalt von 250 Thtr. nebst freier 'Wohnung,! Feuerung und Licht, zuiu 1. October e. vacant. Die hiesige Stelle bietet außerdem bedeutende Nebeueinkünste, welche m^gefähr auf 120 Thlr. veranschlagt werden können. Bewerber werden ersucht ihre Zeugnisse baldmöglichst an den Unterzeichneten Vorstand eiusenden zu wollen. WittMUNd, im Juli 1873. D c r V o r s t a n d. I. SueiuiiuiF. I. Blitz. Wir suchen zum 1. Septbr. d. I. einen Vorbeter, Sckächter u. Lehrer (womögl. unverh». Gehalt 150 Thlr., etwas Nebencinkünfte u. freie Wohnung. Bewerber wollen sich baldigst melden. Der Vorstand der israel. Gemeinde. Ä (Holds?ein, Sandcrsleben (.Anhalt). Tie Lehrer-, Schächter- und Vorbeterstelle soll sofort anderweitig besetzt werten. Gehalt 2oo Thaler und 3i» Thaler für Wohnung. Wolmirstedt, den 30. Juli 1873. D f r o r fl u n D. H. Marcuse. ZU »i f ’(t it foi\ musikalisch gebildet und mit guten Zeugnissen versehen, der seit mehreren Jahren in einer der berühmtesten Gemeinden Mährens (Eibensch ilz) als Canlor, Hai Kore u. Seh och et fungirl hat, uiinscht am liebsten ineiner grösseren Fort s e h ritt s-G ern ei n de des deutschen Heiches, in der schon mehrere Jahre der Gottesdienst mit Chorgesang verrichtet uird, sojon eine Cantorslelle anzunehmen. ülferlen sub S. I). bes. die Exped. d. lll. Für mein Medewaarenlind Tuchgestbäsr, das Sonnabend geschlossen, suche einen gewandten Lehrling mit guten Schulkenntmssen. David Vadt in Socau AVLausitz.