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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-07-08 · Heft 28 (8.7.1873) · p. Seite 456

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 28 (8.7.1873)
Date
1873-07-08
Page
Seite 456 (sequence 8)
Language
German
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456 ständiger Mitarbeiter des Magazins für die Literatur des Auslandes, des Organe-' seines Freundes Lehmann, hat er viel dazu beigetragen', nichtjüdische -kreise über das Jnrenthmn aufzuklären und zu unterrichten. Unsere Gemeinte wird sein Anrenken stets in Einen Hallen. Dransfcld «Provinz Hannover-, 2«. Juni. (Privatmitth.j An unserer kleinen Synagogcngemeinde feierten heute, Rösch EHedesck Thammnß. die Eheteure Mündheim das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar, Veteran von Waterloo, noch heute ein rüstiger schöner Greis von zweiundachtzig Jahren, crfrcuere sich mit seiner Gattin, die ihrem Alter entsprechend isi'mfundsiebzig J.ibr. noch ebenso kräftig da steht, eines sieten zufriedenen Familienlebens. — Zu Beginne der Festlichkeit überreichten die Enkel der Jubilanten daö goldene Bouquet und reit goldenen Kranz, worauf sich rer festlich geordnete Zug nach rer Synagoge bewegte; dieselbe war entsprechend feierlich geschmückt. Was das Fest noch besonders erhebend machte, war, daß der Sehn des Jubelpaares, zur Zeit Lehrer in Hamm, die Cemonie der erneueren Trauung in einer sehr ergreifenden, erbaulichen Rede ausführte. Hierauf wurde den: Jubelpaare durch unseren hiesigen Lehrer, Herrn Lcxer, eine von der Königinwittwe übersandte „goldene Bibel" in passender Ansprache überreicht. Seitens unserer, wie auch der christlichen Gemeinde, hat man sich an der Festlichkeit in regster Weise betheiligt. Okstl'nchisch-nngarische Monarchie. Aus Galizien, 25. Juni. (Privatiuillh.i So weit die Rachrichten lauten, wird es dem ostgalizischen Wahlcomite der Polen nicht gelingen, das israelitische Wahlcomite;n überlisten. Das Letztere har sehr recht daran gethan, den Antrag aus einen Evmpromiß Seitens des eiferen nicht schloss von sich zu stoßen, um nicht dem Wuthgeschreie der Polen über die Feindseligkeit der Inden einen rechtfertigenden Vorwand zu geben. Aber die K'enmuiß der Sachlage, daß die Polen auf die Wahl verfassungstreuer Deputirten schließlich doch nicht cingehen werden, und die langjährige Erfahrung, wie es die Polen zu machen pflegen, die im entscheidenden Momente, wenn die Inden ihre Stimmen zu Gunsten des Eempromisseö abgegeben, oder wenigstens einen gemeinsamen Plan des Handelns unter sich verloren haben, auf sie, die Jude««, gar leine Rücksicht mehr nehmen und sie mögtichst ausschließen, diese beiden Momente werden wohl diesmal die Juden vorsichtiger machen, so daß sie fest auf dem Grundsätze beharren, ihre Stimmen nur verfassungstreuen Abgeordneten zu geben. In der Politik des Volkes ist ein diplomatisches Verfahren niemals an der rechten Stelle; wo Gegensätze vorhanden sind, müssen sie sich aussprechen nur bethätigen. Kleine Vorrheile, durch diplomatische Winkelzüge gewonnen, bringen -keinen Vortheil, da sie am Gange der Dinge Nichts ändern. Mannhafte Bertheidigung des Standpunctes dagegen, ist schon an sich ein Sieg, der früher oder später seine Früchte trägt. Lemberg. 28. Juni. Zum Bürgermeister der Stadt Baligrod wurde der verfassungstreue Israelit Joseph Wei tmann von Juden und Ruthenen gewählt. Frankreich. Paris, 2t». Juni, l Privatmitth.) Die Nationalversammlung hat mit einer Majorität von 160 Stimmen das berüchtigte Dueros'sche Deeret über die Civikbegräbnisse gebilligt, und dieser hat jetzt auch verordnet, daß für Alle, welche ohne Begleitung von Geistlichen begraben werden, ein besonderer Begräbnißplatz angelegt werde. Wie bereits bemerkt worden ist, hat Dies an sich für Juden kein Interesse, da bei uns die Begleitung von „Geistlichen" gar kein Erfoiderniß ist. Allein als Zeichen der jetzt in Frankreich herrschenden Richtunghat es Wichtigkeit genug. — Tie Nr. -1 des monatlichen Bulletins der Alliance liegt mir vor, und ich gebe wieder meinen Auszug daraus. In Folge der Antwort des Centralcomite s auf die Delegirtenverfammlnng vom 10. und 1 l. Tee. 1872 in Berlin, ist das berliner (leimte so gut wie in der Auflösung begriffen, da die DDr. Lazarus, Kristeller, Oppenheimer, Cassel, und Herr G. Levy sich aus dem Comite zurückgezogen haben. Man will sich bemühen, das Comite zu reconstruiren. — lieber die orientalischen Schulen erlassen Sie mir wohl diesmal speciellere Mittheilungen. Die einen blühen, die anderen welken, und es giebt Städte, wo schon der zweite und dritte Versuch gemacht worden ist. In Rumänien herrscht wenig Eifer für das Schulwesen. — Mit Vergnügen liest man, daß diefranzösischen und englischen Residenten bei dem Sultan von Marokko abermals kräftige Vorstellungen gegen die Mißhandlungen gemacht haben, welchen jüdische Unterhanen des Sultans wiederholt ausgesetzt waren, und daß der Sultan Abhülfe verheißen hat. Mit noch weit größerem Vergnügen würden wir lesen, daß diese Verheißungen, die schon so oft gethan worden sind, irgend zur Ausführung kämen. Selbst die Bestrafung eines Missethäters hilft hier nur wenig, wenn nicht auf gesetzlichem Wege die Verhältnisse der Juden gehoben, und sie durch die Beseitigung drückender Lasten und Beschränkungen in der Achtung des Volkes besser gestellt werden. — Nach Mittheilungen aus Königsberg ersieht man mit großem Bedauern, daß die Mittel des Hauvtgränzevmite'ö für-Auswanderung nach America und für Unterbringung von Waisen aus ren wejtrussischen Provinzen bis zu einem beträchtlichen Deficit herabgesunken sind, und der Zufluß von Geldbeiträgen ganz aufgehört hat. Bordeaux, 27. Juni. Die Zeitungen enthalten folgendes Telegramm von hier: Seit heute Mittag steht die israelitische Synagoge in Flammen. Ter Brand ist in Folge einer Gasexplosion ansgebrochen.

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