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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-06-17 · Heft 25 (17.6.1873) · p. Seite 411

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 25 (17.6.1873)
Date
1873-06-17
Page
Seite 411 (sequence 11)
Language
German
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41t nicht das blinde Werkzeug 9t. Gamliel S war, sondern die Ausrechthaltung der Synhedrialbeschlüsse und die Befestigung der Einheit zum Ziele halte, ersehen wir aus seinem Benehmen bei einer Zusammenkunft mit R. Gamliel, wo er gegen dessen Vehre und nach dem Beschlüsse der Mehrheit den Legen über die ihm gereichten Früchte sprach.' R. Akiba erhält darauf von ihm den BcrwciS: „Wie lange, Akiba, 'wirst du dich unter die Streitenden mischen?" In späterer Zeit treffen wir ihn in Babylonien, wo er die Neumonds- und Fesrbestimmungen vornahm.' Es war dies eine unerhörte Neuerung, da dieser Act nur in Palästina vorgenomincn werden durfte, aber man vertheidigle diesen Schritt: „Vasset Akiba, er hinterlies; Keinen seinesgleichen in Palästina!"" Als Vehrer glich er seinen Schülern gegenüber einem Vater. Er besuchte sie in ihrer Krankheit,' verrichtete oft bei ihnen in Ermangelung eines Dieners die niedrigsten Arbeiten, und war glücklich, sie wieder gesund zu sehen.'' Unermüdlich war er im Vehren, er sprach: „Man unterrichte so lange, bis der Schüler es saßt."'' In der Mitte des Volkes wurde er als ein Versorger der Armen geliebt. Er selbst war sehr wohlthätig und verwaltete das Amt eines Armenvorstehers? Vertrauungsvoll lieferte man ihm den Armenzehnten zur Bertheilung au die Armen ab? R. Akiba wurde daher: „Die Hand der Armen" genannt? Eine bedeutende Erweiterung erhielt sein Wirkungskreis, als er.auf Reisen auch die Juden anderer Vänder aussuchte. Man will diese Reisen in Verbindung mit den Vorbereitungen zu in barkochbaischen Ausstande, dessen Hauptagitator er mit war, setzen, jedenfalls waren sie von ungeheuerer Wichtigkeit für denselben, da dadurch ihm leicht Subsidien von allen Seiten zustießen konnten. Diese Reisen waren nach Reharrea, Rardain Babylonien, wo er die Neumondsbestimmungen vornahm von da nach Gazata, Gansat im Talmud." Zur See reiste er nach Zephyriuni in Eilicien und Magaza Eäsarea in Kappadocien?' Weiter kam er nach Galatien, stV.-,,1'' Arabien und Asrica, bis nach Aethiopieu." Auch in tKcm war er mit 9t. Gamliel und den anderen (gelehrten.''' In diesen Städten waren die göttliche Vergeltung und der Trost Israels das Thema seiner Volksvorträge. In Eansaka predigte er von Hiob, seinen Veiten und seiner Wiederbesreinng von denselben, wie ihm Alles doppelt wieder geworden ist, ein Bild für Israels Veiten und Hoffnungen?" I„ der Nähe Roms macht der jubelnde Värm der Hauptstadt auf seine Eollegen einen schmerzvollen Eindruck, sic erinnern sich der Zerstörung Jerusalems. Akiba tröstet, sie und 'Berachoth ‘M. ' Verachoth 1'.:;. " Das. Es geschah dieser Act wohl während der barkochbaischen Revolution. 'Nerarim -ln. °Das. i) in Aboth re R. Nathan. "Erubim ü!. 'Maaser schein Absch. Mischna <r. ' Das. "Kidduschin 2r*. '"Iebameth am Ende. "Mirr. r. '-Vaba balhra 1 t.ty-rzr. "9tosch haschana 2G .>. "Midr. r.! M. Absch. 'Maeeoth am Ende Midr. r. zu Echa. '"Midr. r. I M. Absch. :u. Siehe Abth. Artikel: „Ijob". spricht: „Wenn eö also den Uebelrhätern ergeht, wie erst seinen Frommen!"' Erfüllt von solchem Gollverlrauen verkündet er in. Bezug aus Haggai 2, 0. eine nahe bevorstehende Umwälzung, die Israel seine Selbstständigkeit und seinen Staat wiederbringen soll? Es war eine Volkssehnsucht, die alle Gemüther durchdrang, und in ihm ihren Ausdruck fand. Akiba war so sehr Volksmann, das; er der Erste von den Vehrern war, der sich für den Hetren Barkochba erklärte, als derselbe sich an die Spitze des Aufstandes der Juden gegen die Römer stellte. Er erkannte ihn als den Gotlcsgesandten, Messias, vollständig an und wurde dessen Waffenträger? g. Seine Gefangennahme, letzte Unterredung und Tod. Die Anerkennung Barkochba's als des verheißenen, von seinem Volke erwarteten Messias, und seine persönliche Vetheilignng an rem Aufstande waren nach der Besiegung desselben durch die Römer für sämmtliche Gesetzeslehrer von den verhäugnißvollsien Folgen. Bcan erkannte nun in ihnen den Minelpuuet des ganzen Volkes, seines noch einigen festen Verbandes, den Heerd des Ansstandes, und beschloß ihre Vernichtung. Die hadrianischen Verfolgungsediele, die jetzt den -liest des jüdischen Volkslebens ganz erdrücken sollten, waren mehr gegen das Veben der Gesetzeslehrcr, als gegen das des Volkes gerichtet. Sie begnügten sich nicht mit dem strengen Verbote der religiösen Praxis, des jüdischen Eulms, sondern setzten auch nocki die Teeesslrase aus die Berlündignng von dessen Vehre. Die Volks- und (Rsetzeslehrer erkannten bald, daß es aus ihr Veben und ihre fernere Thäligkeit abgesehen war, aber die Meisten beschlossen, lieber das Veben zu opfern, als von ihrer Vehrlhätigkeil zu lassen. Nur Einzelne: R. Jose b. Kisma, Pazpus u. a. m. waren der Ansicht, sich dem Drange des Augenblickes zu fügen. Ehanina ben Tcradjon, Akiba n. a. m. gehörten zu den Ersteren, die ihre Vehrvonräge össentlich sorlsetzten. Rührend ist es, wie R. Jose ben Kisma dem Ehanina ben Teradjon, und PappnS dem R. Akiba das lR'sahrvotle ihrer Handlung vorstellten und sie baten, von derselben abzustehen. 9t. Akiba anlworkete seinem Freunde Pappus durch ein Gleichnis;: „Ein Fuchs am User eines Srromcö rieih einst den in demselben fchaarenweis vor den Retzen ängstlich hin nnd her fliehenden Fischen, sich doch lieber zu ihm ans das Vaud zu begeben, um nebeneinander friedlich zu wohnen; da antworteten die Fische: „Schlaues Thier! an der Stätte unseres Vebens, im Wasser, sind wir in Furcht, an der res Todes, aus trockenem Vanre, roch sicherlich." '" Auch der ans dem Sterbebette liegende 9t. Elieser, den er mil seinen Eollegen besucht halle, weissagte ihm einen unnatürlichen schrecklichen Tod.' Ebenso sprach der sterbende Samuel der Kleine von schrecklichen Tagen, die über das Volk und seine Vehrer «intveffeu werden." Doch auch er selbst war nicht blind gegen die Gefahr, 'Maeeoth am Ente. 'Sanchedrin 1*7. 'Siehe: Barkochba. Sanherrin '.,7. 'Berachoth li l. ' Aboth de R. Nathan E. 25.. "Das. und Semachoth E. s. 25*

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