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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-06-17 · Heft 25 (17.6.1873) · p. Seite 406

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 25 (17.6.1873)
Date
1873-06-17
Page
Seite 406 (sequence 6)
Language
German
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106 Alliance i.snu'litc universelle. tic Herren Dr. Neumann, Platho und Theodor Heimann, vorgestellt. Ter Schah nahm die Adresse entgegen, welche das Schicksal der persischen Inden ihm an's Her; legen soll. Malkom Khan versicherte, sein Herr nehme das wärmste Interesse an dieser Angelegenheit. Leipzig, 2s. Mai.. Wenn man sich erinnert, daß noch vor nicht langer Zeit deutsche Universitäten Anstand nahmen. Juden;u Dm-tores juris utriusqnc zu promoviren, wird man den Vorgang uni so mehr zu würdigen wissen, welchen die „D. A. Z." folgendermaßen bespricht: „Das neue deutsche Reich, welches die Segnungen einer einheitlichen gesetzgebenden Gewalt bereits nach sehr verschiedenen Richtungen thatsächlich erwiesen hat, sieht im Begriffe, an die Losung einer der allerbedentendsren Ausgaben heranzutreten, an die Begründung eine? einheitlichen Privatrechtes. Diese Frage mit Sachkenntnis;, Talent und Energie in dem Reichstage angeregt und in lebendigem Flusse erhalten zu haben, ist unbestritten das Berdieust des Rcichstagsabgeoidneten Laster. Daß aber auch die deutschen Staatsregierungen, in richtiger Würdigung des praktischen Bedürfnisses von der Angemessenheit jenes Antrages überzeugt, der Ausführung desselben enlgege.nzukonnneu entschlossen sind, hat das deutsche Volk aus dem Munre des hochverdienten Präsidenten des Reichseaiizleramtes, des Staatsministers Delbrück, vor Kurzem mit allgemeiner freudiger Zustimniung vernommen. Die juristische Faenltät der hiesigen Universität hat sich veranlaßt gesehen, auch ihrerseits der hohen Anerkennung, von welcher sie diesen Thaisachen und Personen gegenüber erfüllt ist, in derjenigen Weise Ausdruck zu geben, in welcher sie es allein zu thun vermag, indem sie nämlich twie in der „Bonner Zeitung" bereits kur; gemeldet wurde) jenen beiden wahrhaft hochverdienten Männern die Doetorwürte honoris causa .".'heilt. Die Begründung des Diploms lautet' bei Delbrück: vir ckc i>:i1ria mercntissinuis, cujus ex ore faustmn nuntium tle jcmiumico per Universum patriam olitinente lojrun» coilice consensii priiioipmn <-t le^ntorum populi romlendo laetabimdus accepit populus j^emianicus; bei Laster: uennnniei < <"li,-is per lotani patriam aiidoritufem aequo exereeiitis junctis nptiinnrum viroruni viribus condemli «•um uni verso populi plausu suasor experieiitissimus, disscrtissiimis, tenaeissiimis.^ Warinbrunn, im Mai. iPrivatminh.» Die Berwaltnng der hiesigen jüdischen Badearmeueasse hat in ihrem achtundzwanzigsten Recheuschaslsberichte über das Jahr IST*2 nur 12r* Thlr. Einnahmen und Thlr. d'lnsgaben lfür 7.1 arme kranke) zu verzeichnen, so daß sich ein Desieit vorfand, zu dessen Deckung l.'.o Thlr. entlehnt werden mußten. Dies macht um so mehr zur Pflicht, die (Gemeinden der Provinz und der benachbarten Provinzen, denen doch die kranken znineist angehören, ausznsordern, diesem Liebeswerke eine größere Belheiligimg zuzuioeuden. Es sind nur achtundzwanzig Gemeinden, die einen jährlichen Beitrag geben, und diese Beiträge sind sehr klein, meist nur drei und zwei Thaler, auch nur ein Thaler, wie z. B. die nicht unbeträchtliche Gemeinde Zülz. Nur zwei Gemeinden zahlen 10 Thaler, nämlich Berlin und Breslau, was für diese Gemeinden in der That eine äußerste Geringfügigkeit ist. Man bemühet sich hier seit längerer Zeit, ein Hospital zu gründen. Hierfür sind bereits 7880 Thaler gesammelt. Diese würden jedoch schon für den Grund, den Bau und die inneren Einrichtungen ausgehen, und man hätte Nichts für die Erhaltung und Unterhaltung. Dazu bedarf man bis zu 7>n,mm Thlrn. Wir wünschen aufrichtig, daß dieses Ziel erreicht werde; bis dahin aber müssen Gemeinden und menschensreundliche Persönlichkeiten der guten Sache ihre Gaben znwenden. Den Männern, die sich der Verwaltung, besonders aber den Sammlungen bei den Badegästen, unterziehen, gebührt Ehre und Anerkennung. Oostroichisch imgariscko Monarchie. Proßnih (Mähren,. >8. Mai. Aber»,als hat das J„- denthum eine seiner Eapaeitäten verloren, den Dr. mcd. Gideon Brecher. Verdient dieser als jüdischer Gelehrter, als Arzt und humaner Charakter, gleich ausgezeichnete Mann in - diesem Blatte eine ausführliche Besprechung, so kann Dies nicht besser geschehen, als durch das, was das proßnitzer Wochenblatt vom 1 8. Mai über das Hinscheiden des Genannten bringt. Es sagt: „Wir haben in der verflossenen Woche einen unserer besten und edelsten Bürger zur Erde bestattet, den hochgeachteten, vielgeseierten und in Gelehrtenkreisen berühmten Dr. Gideon B r e ch e r. Nahezu fünfzig Jahre hat rer Verewigte seine ganze Thätigleit dem Wohle unserer Mitbürger jedes Standes, jeder Eonsession gewidmet, und darum ziemt es uns auch, daß wir eine Rundschau halten auf das Leben und Wirken, auf die Verdienste nur die hohe Bedeutung dieses Mannes. „G i d e o 11 B v e ch c r wurde am l 1. Januar 1707 hier in Proßnitz von armen israelitischen Aelwrn geboren, und genoß eine den damaligen Eulturverhältnissen der Juden entsprechende Erziehung, die nichts weniger als geeignet war, den jungen Brecher rem nebelhasien Traumleben talmudistischer Spitzsindigkeiten zu entziehen, und seinen Blick in die lichteren Regionen wahren Wissens zu lenken. Nach mannichfachen Erlebnissen wurde er, theils durch äußere Umstände bewogen, theils von ahnungsvollem Sehnen nach besserem Wissen gedrängt, sich den inedie'uiischen Wissenschaften zu widmen, und er erlangte nach mehrjährigem, unter drückenden materiellen Verhältnissen fortgesetztem Tnidinm. im Jahre 1S21 in Pest den Grad eines Magisters der Chirurgie und der Geburtshülfe. Seit 1827» übte er in seiner Vaterstadt Proßnitz die ärztliche Praxis ans, und es sei hier gleich erwähnt, daß Magister Brecher im Jahre 1810

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