Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 23 (3.6.1873)
- Date
- 1873-06-03
- Page
- Seite 376 (sequence 8)
- Language
- German
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- Hebron 1× ep/1047559
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
- Tunis 1× ep/1048155
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376 Frankreich. Paris, 26. Mai. (Privatmitth.) Das dritte Monatsheft der Alliance enthält den Sitzungsbericht des Eeutralcomitö's vom 11. Mai. Der vorwiegende Inhalt deS Protokolls wird von den Angelegenheiten der verschiedenen Schulen im Oriente gebildet, für welche mit der Gleichgültigkeit der Gemeinden, mit der der Aelrern, dem Wechsel der daran beschäftigten Lehrer :c. viel zu kämpfen ist. In rnhmenswcrther Weise verwendet die Alliance viel Aufmerksamkeit darauf, daß die Schüler geimpft werden. Nach einem Berichte aus Wien wird die Schulangelegenheit von den Rumänen sehr lau ausgenommen und gefördert, und die wiener Alliance will dieselbe mit Ausnahme der Schule von Botnschan der pariser Alliance überlaffen. Tie rumänische Negierung will in dieser Hinsicht Nichts thun, den Gemeinden liiert einmal zu Schulzwecken die Selbstbesteuerung als Gesetz ertheilen, so daß selbst Diejenigen, welche das Schulwesen dort befördern wollen, der rohen Masse und deren iutrignanren Führern machtlos gegenüber stehen. — Man beabsichtigt, dem jetzt nach Europa gekommenen Schah von Persien durch eine Deputation eine Denkschrift zu Gunsten der persischen Inden zu übergeben. Hierzu von allen Seiten Zustimmung. — Tie londoner Alliance will einen Protest gegen das rumänische Spirituosengesetz an die Großmächte richten, weil der darin enthaltene Artikel, der alle Nichtrumänen ausschließt, den Vertrag, auf welchen! die Epistenz der Tonansürstenthümer beruht, verletzt. Die pariser Alliance will sich dem auschließen. — Gegen Ende August will man eine Generalversammlung in Wien abhalten. — Aus die Antwort, welche daS pariser Eentralcomitö an die berliner Delegirtenversammlung gegeben hat, erklärt Professor Lazarus, daß er in daö Eomitö nicht eiutrelen könne. Ein Herr M. Lewinstein von Berlin erklärt sich dagegen bereit einzutreten. — Ein rumänischer Eorrespondcnt beschwört die Alliance, keinen Heller für die rumänischen Juden auszugeben, die vollkommen im Stande wären, in allen Vorkommnissen die Mittel selbst zu beschaffen. — Tie Juden in seinen klagen dauernd, wie wir bereits gemeldet haben, daß der türkische General, von den einheimischen Muselmännern gegen.die Juden eingenommen, die außerordentliche Unterdrückung, welcher sie unterworfen gewesen sind, nicht vertnindere, sondern vermehre. Italien. Livorno, in, Mai. Ein hiesiges Blatt berichtet, daß der hier verstorbene Eard Riss im Samama von Tunis durch sein bereits 186<; nieder geschriebenes Testament legirt hat: den Armen von Tunis 5im,<iuo Francs, verschiedenen Talnmdisten 25,0,000 Francs, der Stadt Jerusalem 25,0,000 Francs, den Talnmdisten daselbst 250,ooo Francs, den Städten Safed, Tiberias und Hebron 300,«00 Francs. Einfache Talmudisten von Tunis haben bis zu 25,000 Francs erhalten. Rom, 21. Mai. Bekanntlich zieht jetzt die sogenannte römische Klostersrage, welche durch ein Gesetz entschieden werden soll, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. In ganz Italien sind die Klöster aufgehoben, und werden die Kirchengüter verkauft. Es fragt sich nun, ob dieses Gesetz auch auf Nom angeweudet, und besonders auch auf die Besitzlhümer der Ordensgeneralate, d. h. der bei der röniischen Curie befindlichen Oberhäupter der durch die ganze Welt zerstreuten Orden, ausgedehnt werden soll. Tie Linke in der Teputirtenkammer votirt für die einfache Anwendung deS Gesetzes auch auf Rom; die Rechte tritt dein Ministerium bei, welches den Generalaleu bedeutende Beuesieien, wie eine Jahresreute von -KN»,«00 Lire aus Staatsmitteln, gewähren will. Hierüber der vielbestritiene Artikel II des bezüglichen Gesetzentwurfes. Es haben sich nun über diesen Gegenstand die Parteien gespalten; Viele von der Linken haben sich hierbei auf die Seite der Negierung gestellt. Viele von der Rechtenhaben gegen diese gestimmt. Eine geringe Majorität, aber doch immer eine solche, hat für den Artikel II der Regierung den Sieg bewirkt. Es wird nun in den italienischen Blättern bemerkt, daß die Tepntirten jüdischer Religion, mit Ausnähme eines einzigen, für den Artikel II gestimmt, also wesentlich zu dessen Annahme mitgewirkt haben. Konnten die Ultraniontanen sich zu irgend einer gerechten Leurtheilnng erheben, so würden sie hieran erkennen, daß die Juden nicht zu ihren äußersten und eigentlichsten Gegnern gehören, sondern auch ihnen gegenüber der Stimme der Billigkeit gern Gehör geben. — Wie wir bereits gemeldet haben, ist die jüdische Gemeinde zu Rom in völlige Zersetzung verfallen. Niemand will das Amt eines Repräsentanten übernehmen, weil gegen zu viele und zu starre Elemente zu kämpfen sei. Tic sonst so kräftige Zusammengehörigkeit der Juten hat hier nach einer tausendjährigen Unterdrückung jeden Boden im Gefühle und Bewußtsein verloren. Rumimmr. Nemyork, im Mai. Ein hiesiges Blatt enthält folgende Notiz: „Eine Anzahl reicher Juden aus Rumänien ist hier angckommcn, um die nöthigen Verbreitungen für Begründung einer jüdischen Colo nie in Nebraska zu treffen. - Der auSgewählte Ort befindet sich südlich von der Hauptstadt Lincoln, am 11. Parallel kreise n. B. Das Land ist fruchtbar, gut bewässert, und besonders für den Larrdbau geeignet. In Newyork hat sich ein jüdischer Verein zum Empfange seiner verfolgten Glaubensbrüder gebildet. 'Sksm alle Maßregeln getroffen sind,