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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-05-27 · Heft 22 (27.5.1873) · p. Seite 365

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 22 (27.5.1873)
Date
1873-05-27
Page
Seite 365 (sequence 13)
Language
German
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365 1>. deren doppelte Zlnsdrucksweise;' c. die Zeitform der Berba;" der Gebrauch der Partikeln: „auch, wohl, ebenso" 25, rj«; „nur, jedoch": p->, „mit, bei, gegen", r-rr; „oder" -is, unt der für die Binde- und Trennungsparükel gebrauchte Buchstabe i;^ o. die Angabe einer anderen Lesart, wo oft die aetive Form eines Berbs in eine passive verwandelt wird;5 f. die Anlehnung und Unterschiebung unter ein anderes schriftliches Gesetz, wo das fragliche, mündliche Gesetz mitbegriffen sein soll? Neben dieser Zuriicksührung der Halacha auf den Bibelvers suchte er auch durch Folgernugsschlnsie eine Halacha durch die andere zu begründen? Sonst urthcilte er nach allgemeinen Normen,' oder suchte das Einzelne dem Allgemeinen nnterznordnen." Zu streitigen Fällen wählte er, ähnlich seinem Lehrer 3 t. Zosna, den Weg der Mitte? Toch verstand er es auch seinen Gegner so in die Enge zu treiben, daß dieser von seiner Meinung von selbst abstand.'" Ausgerüstet mit solchen geistigen Waffen, scheute er es nicht, oft das von seinen Borgängern Verbotene zu erlauben." Streng und erschwerend, vnn:;, war er besonders in ' Sotah 11 ß. Zerns. 'Nedarim 1. 1. -Das. 12. der Unterschied zwischen und "Sebachim H>7. Mirr. r. 1 M. Absch. 1. ist folgende Bestimmung von ihm: •*lvn2-> 25i nS? pn 'Satlhedrin 54. »b 32c;r. 'Bergl. Sifra zu nr;2 Absch. 4 , wo das Verbot, im Erlaßjahre anzubauen , auch das des alleinigen Gebrauches des Nachwuchses von Seiten des Eigentümers mitemhalten soll. Tie Schwäche dieses Nachweises, sowie des von e, erkannte man früh, und nannte deshalb diese Beweisführung: Nr222x, eine Anlehnung ohne weitere Bedeutung. Ueberhaupl waren sämnttliche obige Nachweise nicht, um eine Halacha erst aus der Schrift herauszufiuden, sondern um für feststehende halachischc 'Normen Schriftstellen aufzusuchen, dainit dieselben auch eine biblische Begründung haben. Ich mache schon jetzt darauf aufmerksam, und bitte über Mehrcres darüber den Artikel: ländliches Gesetz, Tradition, nachzulesen. "Diese Folgernngsschlnsse waren: 1. ras kal wechomer, -.7: in rp, der Schluß von dem Minderwichtigen aus das Wichtigere «Giltin 25. 3tasir 44. Machschirim 48. Diese Schlnßfolgernng lernte er von seinem Lehrer 3t. Elieser); 2. die Sebara, das einfache Dafürhalten oder Aufstellung einer Meinung, rroo (Schebiith Absch. 5. Vcischna 1"; Kelhuboth 12. Baba kama 71. Zebamolh l'.n; 5. ras Vergleichen res Einen mit dem Anderen, womit er seinen Lehrer R. Zosua überlraf, der für viele Halachoth teure Erklärung halte «siehe: Zosna 3t. und Tarphon N.) n. a. m. Bergl. Baba mezia 4. Ob wir auf letzter Stelle die Miggo-Folgcrung haben, wie es Frattkel, Gerichtlicher Beweis S. 54«», annimmt, ist ungewiß, da das rvras sbx ir» nichts weiter ist, als die gewöhnliche N222. 'Äcischna Kilaim Absch. 2. Mischna 2. "Peah 5. 0. 7. 8; Schebiith 3. 6. 0; Orlah 3. 7; Sabbath 10. 1; Pesachim 3. 1; «;. 2; Sucea 3. 4; Zebamolh 4. 13. 03icf?c: Zosua 3t. '"Tie frappantesten Beispiele darüber haben wir Mischna Pesachim <i. 2; Therumoth 5). 2; Gemarah Sabbath 08; Mischna 3tedaritu Absch. 10. Mischna «1. Sifra Absch. 8 und 4. "Beispiele darüber sind: 3tosch haschana 17; Sanh. 27 a; Nasic 31; Sabbath «14; 14; Maaser Scheni Absch. 5. 8; Nerarim 0. «',; 24. «i l; .Tosephtha Rechtssachen.' Dagegen gehörte er in peinlichen Sachen zu Denen, die für die Abschaffung der Todesstrafe auftraken? Sein weiteres Berdieuft um das mündliche Gesetz ist seine durchgreifende Systematisirung und Eintheilnng desselben nach Fächern Masechlhoth, und kleineren Abschnitten, durch Znhalt und Zahlen kennbar gezeichnet? Doch dürfen wir auch nicht feine Gegner verschweigen, auf die er mit seiner Methode und seiner ganzen Lehrthätigkeit stieß, und mit dcneit er nicht geringe Kämpfe zu bestehen hatte. Wir nennen von denselben: 3t. Elieser Sohn Hyrkan, R. Äose, den Galiläer, erst auch R. Tarphon, 3t. Elieser Sohn Asaria, und R. Zsmael. „Und wenn du den ganzen Tag deutest und deutest, du kannst dem Schriftworte Nichts hinznfügen oder abnehmen!" riefen ihm unwillig R. Jose der Galiläer und 3t. Elieser b. A. zu.' „Ich kann es nicht länger ertragen, Akiba! wie lange wirst du willkürlich Dinge zusammenstoppeln?" lautete der erbitterte 3tuf 3t. Tarphons gegen ihn? 3t. Zsniael ist gegen seine Folgerungen und Schriftdeutung, und erklärt ihm gegenüber seine Schristbeweise für gewöhnlichen Sprachgebrauch? 3u Dofa Sohn Hyrkan entgegnet Pesachim Absch. 1. 3Noed katon Absch. 2. Erachin Absch. 5. Sifra Absch. 5. 'Bergl. llltischna Zebamolh 15. 7; Gemara baba kama lull. 118. über Erbschaft Mischna Kethuboth 0. 3; über Znjurien einer Frau 'Mischna Baba kama 8. «'»; über Entwendung vom Heiligen in Mischna 'Meila 0. I. <1. 'Maecoth Absch. 1. in. lautet sein Llusspruch mit dem des 3t. Tarphon:. „Wären wir im Synedrimn zu Jerusalem gewesen, man hätte nie einen Menschen zum Tode verurtheilt." Bergl. hierzu Abtheilnng I. Artikel: Todesstrafe. '' Aboth de 3t. 3tathan Absch. 18. Gittin 07 Ausführliches darüber siche: Mischna, Tradition, 'Mündliches Gesetz. Das Ordnen bestand in Znsammenstellen der Halachoth nach Znhalt, als z. B. die über Sabbath, Scheidung u. s. w. zusammen, wo er sie unter 3tennung des Inhaltes als Ganzes znsammenfaßte. Znnerhalb dieses Ganzen nach Znhalt, Masechtha, r.r.zziz, wareit kleinere Abtheilnuge» nach Zahlen, als z. B. sechs Fälle sind am Sabbath strafbar; sechsunddreißig Verbrechen haben die Ausroitungsstrafe z,rr Folge u. s. w. Es war dadurch eine gewaltige - Erleichterung des mündlichen Bortrages, und der Einprägurtg desselben in's Gedächtnis; geschaffen, eine Wichtigkeit, wofür seine Zeitgenoffen dankbar den ganzen so eitigetheiltcn Halachastosf „Mischnajoth 3t. Akiba's" oder tMidoth von 3t. Akiba nannten. Besonders war diese Benennung, wo seine Halachoth gegen die seiner Vorgänger gerichteter waren. Es hieß alsdann: „Das ist die 'Mischna von 3t. Akiba, aber die frühere'Mischna lauleke anders." Sanh. 27. Nasir 3 1. Seinem Beispiele felgten noch die späteren Lehrer, denen wir die Redaetion des Sifra, Sisri und der Tosephtha verdanken. 'Sifra zu zav Absch. 8 zu 3 M. ii. 23. Sebachim 82 a. 'Menacholh SO. Sifra Zlt Emor Absch. 7. zu 3 M. 22. 18. 'Sebachim 13 Sifra zu 3 M. 1. Sisri zu Behalothcha 4 M. 10. 8. Tosephtha zu Sebachim Absch. 1. "Zeruschalmi 3terarim 1. 1. 712-^2 n.^22 n-!*>p:-:. Achnlich Baba urczia 31. :2ire ^2 4*12:82 r.^n rr-^n. Bergl. Zerrrs. Kidduschin I. 2; 'R'asir 57 Gegner der Folgerungen 3t. Akiba's.

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