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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-05-27 · Heft 22 (27.5.1873) · p. Seite 364

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 22 (27.5.1873)
Date
1873-05-27
Page
Seite 364 (sequence 12)
Language
German
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304 halb, da sie eine Hälfte einer armen Wöchnerin schenkten? Tie j Noch stieg so hoch, das; diese ctelc Frau ihre eigenen Haarj flechten zur Fristung des Lebens verkaufte? Oft beruhigte Akiba; sie: „Wenn ich reich werde, kaufe ich dir ein goldenes Jerusalein." Zn späteren Jahren erhielt sie den schönen Schmuck, aus! den die Frau des Patriarchen R. Gamliel neidisch war, und die von ihrem Manne darüber eine Zurechtweisung erhielt? Nach einer anderen Erzählung erlaubte sie ihm abermals seine Studien in den Gelehrtenschulen zu verlängern, von wo er sie erst nach zwölf Jahren wieder auffuchte.' Ein zahlreicher Schülerkrcis umgab ihn, gegen S< t u Mann /' er hatte die Freude, endlich sich auch von rem Vater seiner Frau, dem reichen Calba Schebua, als Schwiegersohn anerkannt und reich beschenkt zu sehen.''' Rührend ist seine Erkenntlichkeit gegen seine Frau, die ihm so viele Opfer gebracht hatte. Bei seiner-Rückkehr aus den Lehrschulen, als sie sich ungeduldig vorgedrängt hatte, und von seinen Schülern wegen ihrer ärmlichen Kleidung nicht erkannt und zurückgestoßen wurde, rief er diesen zu: „Machet Platz, denn Alles, was ich und ihr seid, verdanken wir ihr!"' So war noch später sein Spruch: „Wer ist reich? der eine Frau besitzt, die schöne Tugenden hat?" Von seiner Familie kennt man einen Sohn R. Simon,° der ihm gestorben war,'" eine Tochter, die er verheirathet hatte?' und einen Sohn 9t. Josua, wohl 9t. Josua Sohn Korcha." Akiba war groß an Gestalt'" und von vorzüglichen Eigenschaften eines Volkslehrers: sanftmüthig, versöhnlich gegen Unbillen." Stets wollte er nur der Letzte sein/'"' und als ihm einst 9t. Elieser entrüstet zurief: „Nicht einmal zum Ninderhirt taugst du!" antwortete er: „Auch nicht zum Schafhirt!""'' Ihn selbst hörte man oft ausrufcn: „Wie viele Akiba's auf der Straße!"" 9t. Jochauau Sehn Nuri erzählt: „Niehrere mal erhielt Akiba von mir vor N. Gamliel die Geißelstrase, aber desto größer war seine Liebe gegen mich!"" 'Das. mit* siehe Abtheilung 1. Artikel: Almosen, Armuth, Armcnfürsorge. -Zerns. Sabbath Absch. 4. l. und Sotah am Ende. "Jerus. Sabbath 0. 1. Sotah Ende. 'Ehagiga 12. wird seine ganze Lehrzeit aus zweiundzwanzig Jahre angegeben. "Jcbamoth 62 /.<. Nedarim 50. Andere Berichte sprechen bald von 12<»0<», bald von 2-1000 Mann. «Medarim 5,». Kethuborh 02. Jalküt zu Mischte $. 0 IS. Die Hälfte seiner Besitzungen gab er ihm. "Nedarim 50. "Sabbath 25. "Sabbath 00. Semachoth E. 8. '"Semacholh Abschn. 8. Moed katon 25. Der gebeugte Vater hielt selbst über ihn die Leichenrede, und fühlte sich getröstet, als eine große Volksmenge herbei geströmt war und ihm ihre Theiluahnie bezeugte. "Nach Kethubolh 02. und Jalkut 11. 048 am Ende, mit Ben Asai. Vergl. Tosephoth Kelhnboth 03. voce Naschi Kieduschin 10. voce 42 Jerus. Sote Absch. 1. l>. 2. Andere Stellen nennen feinen Schwiegersohn: Josua Sohn Kapusai «Sabbath 147. Bechoroth 35. 30. Demai Absch. 3. '-Pesachim 112. "Midr. r. 4 M. Absch. 0._"Taanith 25. n-*rnn« V? -rzyiz. "Moed katon 28. Sanhedrin 101. ynnx '"Jebamoth 10. "Moed katon 20. "Erachim IG. Seine Schule war in Vne Berak südöstlich von Joppe,' und zu seinen Schülern zählte man die später berühmten Gesetzeslehrer: 9t. Mair, Juda Sohn Jlai, Jose Sohn Halephta, Simon Sohn Jochai, 9t. Elasar Sohn Schemua, 9t. Elieser Sohn Jakob, 9t. Jochanan Hassandlar n. a. m. lieber seine Studien und seine Lehrweisc lauten die Berichte: Akiba war ein wohlverwahrter Schatz. Er glich einem 'Arbeiter, der seinen Kasten nimmt und auf's Feld geht. Findet er Weizen, er legt ihn hinein; findet er Gerste, er legt sie hinein; Dinkel, er legt sie hinzu: Bohnen und Linsen, er legt sie auch dazu. Aber so bald er nach Hause fcnimt, ordnet er die verschiedenen Fruchtarten. So verfuhr 9t. Akiba, er machte zur Lehre die Abschnitte, 9tinge, und theilte sie nach Fächern." Seine eigenen pädagogischen Lehren sind: „Ein Abschnitt täglich, ein Abschnitt täglich/" „Ergreifst du wenig, hast du Etwas, viel, bleibt dir Nichts;"' „Lerne aus einem correcten Buche, denn der Fehler, sobald er sich cingeschlichen hat, sitzt fest/" „Drehe den Satz oft um, damit du den Schüler schärfst."" Viel hielt er ans den-Umgang mit den Gelehrten, um aus ihrem Leben zu lernen? Gegen die 'Ansicht seiner Zeitgenossen hielt er den Erwerb der Lehre größer als die Thal? In seinen Fragen deutete er die Antwort seinen Schülern an," und oftvollzog er selbst eine Handlung, um seinen Jüngern daS Gesetz anzugeben.'" In seinen Vorträgen vor dem Volke gebrauchte er zur Ausschmückung der 9tere die Hyperbel, um die Aufmerksamkeit zu spannen." II. Seine Lehrlhätigkeit in der Halacha und Aga da, ihre Gegner und Kämpfe, Würdigung und Verdienste. Von seiner Thäligkeit als Gesetzeslehrer neunen wir erst: A. Das Gebiet der Halacha. In derselben steht er an der Spitze der Lehrer, die eine Zurückführung der Tradition ans die Bibel, um in ihr die Gründe für sie nachzuweisen, versuchten. Für jede Halacha wurde ein Nachweis, oder wenigstens eine Anknüpfung an das schriftliche Gesetz, ausgesucht, wodurch die Klus: zwischen dem schriftlichen und mündlichen Gesetze ganz schwinden sollte, eine Lehrweise, die schon seine Vorgänger oft angewendet haben, aber nicht immer durchführen konnten." Als solche Nachweise galten: der einfache Wortsinn rer Schrift;" 'Nach Anderen in der Nähe von Asdod. Gittin 57 ß. Sanh. 0«; ß. vergl. Sa ich. 32 ß. 'Abolh de 9i. Nathan Absch. 18. Gittin 07. "Sanh. 00. 'Jerus. Jorna Absch. 2. 'Pesachim 112. "Erubin 13. Nidda 15. ^Kallah: „Wer den Umgang mit Gelehrten nicht gesucht. Blutschuld ist aus seinem Kopfe." "Kirduschin 1<>. ''Meila 41. rr'Cir; .-1215 rwrn. '"Succa 30. Sabbath 41. "Midr. r. 1 M. Absch. 58. Das. 2 M. Absch. 1<». Sanh. 07. Siehe: Agada. '"Sote 45. Schon Sacharja ben Hakazeb bediente sich des ■ 1 conjunciivmn, und in Ehagiga 12. gebraucht Nahum aus Gimso die Partikel nrr hierzu. "Sotah 45. Maccoth 17, wo. er den einfachen Wortsinn, gegen die Teutungsweise der Anderen hervorhebt. Vergleiche Erubin 00 a. Pesachim 30 I,. Sanh. 112 In Sifri Absch. 157.

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