Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 22 (27.5.1873)
- Date
- 1873-05-27
- Page
- Seite 363 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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363 Ieuilleto tt. Rabbi Äkiba. Eine Probe aus vr. Hamburgers „Ncat.Eiicyelopädic für Bibel und Talmud" Ablheilung U. Die erste Abtheilung dieses Werkes, welche „die biblischen Artikel" enthielt, ist 1870 beendet worden. Obschon der Berfasser große Opfer hatte bringen inüssen, um diesen ersten Theil seines umfänglichen Werkes zu Ende zu führen, unterließ seine Liebe zur Sache nicht, auch die zweite Abtheilung, die talmudische, in Angriff zu nehmen, und es liegen uns heute die vier ersten Aushängebogen vor, welche uns der Berfasser freuudlichst zugcfaudt hat, mit dem Ersuchen, einen größeren Artikel daraus dem Publicum vorzulegen, um dessen Aufmerksamkeit auf dieses Werk zu lenken. Wir wählen den folgenden Artikel, der unseren Lesern erweisen wird, mit welchem Fleiße, und mit welcher Sachkenntniß, der Berfasser arbeitet. Wenn auch die streng wissenschaftliche Methode und die Vollendung des Stiles nicht ganz nach Wunsch in dem Werke gesunden werden, so bietet es doch eine Sammlung des Materiales, die eine sehr nützliche Wirksamkeit ausüben wird. Akiba, R., s^pr 'V auch: Akiba Sohn Josephs, Epv -p «rrpr. Hervorragende Persönlichkeit der jüdischen 0teligions- und Bolksgeschichte im l. Jahrhundert, bedeutender Gesetzes- und Bolkslehrer, welcher der geistigen Thätigkeit seines Volkes durch Eröffnung neuer Lehrweisen einen früher kaum geahnten Aufschwung verliehen, und neue Schöpfungen ans ihrem Gebiete hervorgernsen hat. I. Abkunft, Stand, Bildu u g, Familie, Eigenschaften, Schule und Schüler, pädagogische Grundsätze. Die Anfänge seiner Lebeiwgeschichte sind dunkel, eine spätere Zeit hat darüber verschiedene Rachrichten. Man erzählt,' Akiba war heidnischer Abkunft, trat als Hirt in Dienst des reichen Jerusalcmiters Ealba Schebna? und halte das Glück, sich der Liebe der Tochter seines Herrn, der Rahcl, zu erfreuen. Sie versprach ihm unter der Bedingung ihre Hand, wenn er den Hirtenstab mit dem Gelehrtenstande vertausche, und gleich anderen berühmten Männern ein Gesetzes¬ und Bolkslehrer werde. Es war die» kein geringes Opfer, da er bis dahin, nach eigener Aussage, als entschiedener Feind der Gelehrtenclasse lebte.'' In einem Alter von vierzig Jahren, ungefähr fünfzehn Jahre vor der Zerstörung des Tempels, suchte et5 einen Lehrer aus, und widmete sich mit einem Feuereifer dem 'Jcruschalmi hat n:rpr >. "Jalkut zu Josua. ^S. d. A. Pesachim 10 ist der Ausspruch von ihm: Als ich dem Landvolke (Idioten> angehörte, sprach ich: „Käme mir ein Gelehrter, ich würde gleich einer Schlange ihn verwunden." ^Aboth des R. Nathan Absch. 0: er mit seinem Sohne, dem später berühmten Josua Sehn Korcha, den er vor seiner Berheirathung mit der Tochter des Ealba Schebua von einer anderen Frau hatte. Bergt. Seder hadoroth voce Akiba. Studium des Gesetzes. Die berühmten Schulen damaliger Zeit in Palästina waren die deS Elieser ben Hyrkanos und die des Rahum aus Gimso.' Erstere vertrat das rein traditionelle System, und lehrte die Halacha, ohne sie jedesmal auf die Bibel zurückzuführen; dagegen gehörte die andere derjenigen an, die für die Tradition Begründungen in der Schrift suchte, und nach einem Ausgleiche des mündlichen Gesetzes mit dem schriftlichen strebte. Beide besuchte er, erstere gegen dreizehn Jahre, und lernte von der einen die Halacha an sich, und von der anderen die Zurückführung derselben auf die Bibel, Richtungen, die. entschieden auf seine tiefe Innerlichkeit wirkten, und den Grund zu seiner späteren Thätigkeit legten. Reben diesen verfehlte er nicht, auch die anderen berühmten Lehrer zu hören: den Rehnnja Sohn Kanah,' den R. Gamlielden R. Tarphon,' u. a. in? Zu Eollegeu hatte er die ausgezeichneten. Männer: Oi. Elieser ben Asarja, R. Jchuda ben Baba, Ow Jesedab, Ot. Jochauan Sohn Ruri, R. Jose den Galiläer, -)i. Jsrnael, Ou Simon Sohn Raues u. a. m. Sein Geist entwickelte sich nur langsam," aber desto intensiver und reichhaltiger. So sehen wir ihn nach mehreren Jahren als einen berühmten Gesetzes- und Bolkslehrer thätig. Eines Tages verstand er, seinen Lehrer R. Elieser bei einem Halachastreite so sehr in die Enge zu treiben, daß R. Josua Letzterem'zuries: „Siehe, das ist das Volk, das du verachtest!"' Ein anderes Mal, als er wegen Verspätung nicht mehr in das Lehrhans treten konnte und draußen blieb, wurde er im Lause verschiedener Halachadiseussionen vermißt. Da bemerkten ihn Einige und riefen: „Die Halacha ist draußen! die Thora ist draußen!" Akiba wurde hereiugeholt, mw erhielt den Ehrenplatz vor 0t. Elieser? Gegen den Willen ihres Baters vermählte sie sich nun mit ihm, und zeigte sich stark genug, die Felgen ihrer Thal, die Verstoßung au-3 dem Aelternhause, und die drückende'Armuth im- Eheleben, zu ertragen? Beide lebten iu tiefer Dürftigkeit, aber friedlich und ergeben. Kaunr hatten sie ein Bund Stroh zu ihrem Lager, aber auch dieses zuletzt nur 'Siehe: Elieser Sohn Hyrkanos und Nahum aus Gimso. 'Megilla 28. Sifra zu Mezora nach Frankels Manuscript des Sifra. Siehe seine Tarke Mischua voce Rehnnja ben Kana. Akiba hatte mit ihm starke Dispute, und richtete an ihn verschiedene Fragen. -'Erachim l 0. Tosephta Temai Absch. 8. 'S. d. A. 'Wohl auch res berühmten R. Jochauan Sohn Sakai (Sore 27 /.<.). Ob er Ou Ehanina, Stellvertreter des Hohenpriesters, sreguentirte, ist ungewiß. Bon Letzterem wissen wir nur, daß Akiba dessen Attestat hoch hielt, und zur Grundlage weiterer Folgerungen machte (Pesachim 10. Edajoth Absch. 2. Mischna 1. und 2.); ebenso das des 0t. Simon Sohn Menasja Edajoth Absch. 8. Mischna l. "Rach Jerus. Pesachim 0. 1. dauerte es dreizehn Jahre, bevor 0t. Elieser ihn einer Antwort würdigte. 'Jerus. Pesachim 0. 1. "Midr. r. zum Hohld. voce ■p«« "Otedarim 50. 5tethuboth V2. 22*