Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 15 (8.4.1873)
- Date
- 1873-04-08
- Page
- Seite 247 (sequence 9)
- Language
- German
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217 Bremen, Gute März. lPrivaun.G, O'cfiattcn i2ic mir, in Ihrem vielgelesencn Blatte eine Thatsache zu veröffentlichen, die in den heutigen Tagen des „Grüneens und der Association" ein leuchtendes Beispiel von eteler und menschenfreundlicher Gesinnung abgeben dürfte. In den ersten Tagen des Mär; IST2 vereinigten sich einige israelitische Damen der hiesigen Gemeinde zur Bildung eines „Israelitischen Frauenvereines" zusammen. Der Berein trat alsbald in's Veben und sämm'tliche Krauen rer Gemeinte schlossen sich ihm an. Der Hauptzweck des Vereines ward die Pflege und Unterstützung von armen israelitischen Kranken nnd Wöch nerinnen. Damit nun diese humanen Ziele auch der materiellen Basis nicht, entbehrten, spendeten acht edele Männer der Gemeinde die Summe, von circa 15,n<» Reichsmark zur Bildung eines Rescrvefends, welcher letztere nur im alleräußersten Kalle angegriffen werden darf. In gewöhnlichen Fällen bestreitet der Berein seine Ausgaben aus den Beiträgen nnd den milden Gaben, die dem selben nicht unerheblich zufließcn. Am 21. März war die alljährliche Generalversammlung des Vereines. Ter Vorsitzende, Herr Moritz Iessurnn, tonnte in derselben mit Genugthnnng auf die segensreiche Thätigleit im ersten verflossenen Lereinsjahre zurückblicken, und vieler Fälle gedenken, in denen der Berein Hülse spendete. Unter lebhafter Vetheiligung und in gehobener Stimmung wohnten fast sännntliche Mitglieder der Rechenschastsablage und der Borslandswahl bei. Die Statuten des Vereines sind vom hohen Senate mit beifälliger Anerkennung genehmigt worden, wodurch crsterer die Rechte einer juristischen Person erlangt hat. Das Beispiel, welches die Damen gegeben haben, hat innerhalb unserer Gemeinde schon insofern Nachahmung gefunden, als die Bildung einer Männerchebrah zu einem ähnlichen braven Zwecke im Werke ist. Es ist derselben ein gleiches gedeihliches Zustandekommen zu wünschen. Derartige Thatsacheu können nur dazu dienen, in den Herzen der Mitglieder einer jungen Gemeinde das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu wecken mit zu beleben. In älteren Gemeinden, wo die Mitglieder seit Jahren zusammenwohnen und sich als selche kennen, ist dieses Gefühl stets schärfer ausgeprägt, als in einer solchen, wie die hiesige, der sich stets neue Hinzukömmlinge anschließen, und die sich zusehends vergrößern — Die Gemeinde besteht seit etwa 25» Jahren und zählt bereits über 7 o Mitglieder. — Um so mehr ist gerade hier das corporative Bewußtsein erforderlich, als wir noch sehr Vieles entbehren, was in Synagegengemeinden von ungleich weniger Mitgliederzahl und Wohlhabenheit vorhanden ist. Der Mangel eines festen Gotteshauses ist vor Allem in diese Rubrik zu stellen. Doch die Zeit ist vielleicht nicht sei», die auch diesem fühlbaren Mangel abhilft. . Hoffen wir'. X. *1 Wir geben gern diesen Beriwl, weil er au* einer j n n g c n, aufstrebenden Gemeinde kommt. Neda et. Oestreichisch-ungarische Monarchie. Wien, 25». März. Die Frau Baronin James Rothschild in Paris hat dem hiesigen, vom Freiherr» von Rothschild gegründeten israelitisibenHospitale die Summe von 5*o,noo Francs gespendet, mit der Bestimmung, daß die Zinsen zur Pflege armer Reeonvaleseenien verwendet werden. Werschch (Ungarn!, im März. (Privatinitth.) Die hiesige Stadtrepräsentau;G)ul in ihrer Generalversammlnng vom 2s. v. M. den sehr beachrenswenhen Beschluß gefaßt, der hiesigen israelitischen Gemeinde einen jährlichen Beitrag von Tim st. zur Besoldung eines Vehrers für die hebräischen Unterrichtssächer zu geben. Teplih, imZMärz. (Privatmillh.r Wenn die Krankenanstalten in den medieinisch bedeutendsten Badeörtern für Arme unsere besondere Ansmertsamkeil und Pflege verdienen, so kann man diese wohl ganz besonders für Teplitz beanspruchen. Das hiesige „Badehespital für in- und ausländische tränte Israeliten" hat so eben seinen zweinndvierzigsten Jahresbericht veröffentlicht, denn es besteht bereits seit ls:»l, nnd es sind in diesem Zeiträume in ihm :r25, Kranke ausgenommen und verpflegt worden. Das Jahr IST2 begann mit einem Bermegensstande von 1 l,'.»25> fl., und erhob sich am Ende desselben.durch die Einnahmen ans 1!»,'.):! I fl., welche snb durch 2<>ü1 sl. Ausgaben ans einen Verbleib von IT,2>.«'. sl. stellten. Dieser Zuwachs um 25.12 sl. ist nicht so bedeutend, wie 1S7I , das mit einer Eapitalsvermehrung von 112!» fl. schloß. Ein Hauptbedürfniß des Hospitales ist, dem Hanse ein neues Stockwerk, wie überhaupt eine Vergrößerung der Räumlickteiten zu beschaffen, um nicht genöthigt zu sein, viele Hülsesuchende wegen Mangel an Platz abweisen zu müssen, was dem Menschenfreunde stets den größten Schmerz verursacht. Dazu konnten aber die Mittel noch nicht gefunden werden. Die Direetion wendet sich daher an alle etelen Menschenfreunde, an die verehrten Eultnsgemeinden des Innnd Auslandes um eine möglichst sixirte Iahressnbvention, um in die Vage zu kommen, trotz der sich läglich steigernden Preise der Vebensmittel, sowie der erhöhten anderweitigen Auslagen den an sie gestellten Anforderungen ent weitesten Sinne gerecht zu loerdcn. Frankreich. Paris, 2S. März. In der gestrigen Sitzung berieth die Ralionalversannnlnng ein Gesetz über die Wohlchäiigke'uscommissienen in den Drlogemeinten. Der Bischof Dupanloup verlangte, /daß die Pfarrer geborene Mitglieder der Eonrniission sein sotten. Dies wurde auch schließlich angenommen, jedoch in folgender Form: „Die Versammlung hatte gestern den Art. 1 angenommen, welcher lautet: „Die Verwaltungoausschüsse der Hospieien, 15»