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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-04-08 · Heft 15 (8.4.1873) · p. Seite 243

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 15 (8.4.1873)
Date
1873-04-08
Page
Seite 243 (sequence 5)
Language
German
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243 daher dem Söertcn und Enden unterworfen iS. 2o). Nachinani finde! diese Auffassung ausdrücklich in dem Scköpfungsberichte der Bibel bezeug!, und ebenso die unmittelbare Natur der Menschenseele, die er im dritten Theile der Zteke iS. 20—23) behandelt, und von welcher er lehrt, daß sie nach der Trennung von dem Körper in den seligen Fluren des Eden, oder in den trübseligen Gefilden des Gehinnem, fortlebt. Tie Bedeutung der Spfer für das Berhältniß des Menschen zu Gott iS. 22—2f>), und die i'ehre von erlaubtem und unerlaubtem Fleischgenusse (S. 2ö — 2<i>, füllt die folgenden Theile aus, welches letztere Gesetz er mit der zahmen und rohen Statur deS betreffenden Thieres in Zusammenhang bringt, die nicht ohne Einfluß auf den Zustand res Menschen bleibt, und verbindet (2. 20) damit die Reinigungsgesetze der Frau, für welche er in den lehren der Meriein und Philosophie Analogieen findet. Tie mystische Auffassung, daß der ganze Bibeltept aus Gottesnamen zusanuuengestellt sei, und dem Kundigen eine geheime Weisheit osfenbare. fehlt nicht <S. 27), und in rem letzten Theile endlich verweilt er dabei, daß die Vehre Moschehs das Geschick der Menschen offenbare, und über Vergangenheit, Gegenwart nur alle Zukunft ein klares ^ichl verbreite (2. 27—20). Mit flüchtigen Vtiiicii zeichnet er das N'ben der frühen Menschengeschlechter iS. 0" ff.), ihren Gottglanben und Sündenfall, ihre Beglückung und Bestrafung, und zieht zum Schlüsse mit leichtem Griffe ras Geschlecht seiner eigenen Zeit in die Betrachtung, das er zur Treue im Glauben ermahnt. — Es liegt nickt in unserer 'Absicht, ras Eine oder Andere dieser Predigt kritisch zu beleuchten, nachzuweisen, wie es vor dem Geiste der Gegenwart nicht mehr stichhaltig ist; wir registriren dieselbe vielmehr als die Leistung eines großen Geistes, der den Reichlhum seines Wissens nur seiner Bildung, aber auch die Mischung von Klarheit , und Berschwommenheit der Erkenntniß, die sein ganzes Veben und besonders feine Stellung im Streite seiner Zeit gegen Mainmni kennzeichnet, auch an dieser Stelle;n Tage legt. Wir nehmen zugleich Art von dem Bilduugsftande der Hörer, vor denen diese Rete gehalten wurde. Wie sie uns vorliegl, ist sie nur ein Fragment des Originales, was der gelehrte Sckorr, und nach ihm der unermüdliche Iellinek, Nachweisen; aber auch in dieser Form verräth sie den tiefgehenden wisfensckaftlicken Zug, der den ganzen Mann erfüllt, und vor Allem seinen Peutaleucheommentar auszeichnct, den wir an Tiefe rer Gedanken und philosophischer Auffassung nur mit dem Akerahwerke des Isaak Arama vergleichen können. Herr Nr. Iellinek hat das Verdienst, nachdem Manuseripte von Sckorr diese Dissertation in der uns vorliegenden schonen Ausgabe besorgt zu haben, nachdem der ersteren, von ihm vor zwanzig Jahren erschienenen, eine nicht corrcete Handschrift zu Grunde gelegen hatte; reiche und interessante Anmerkungen des Herausgebers sind dem Torte zum Schlüsse beigefügt. Einige kleine Druckfehler haben sich eingeschlichen; z. B. Seite 25 muß die Belegstelle nicht cmt, sondern nnr: heißen. Hnndertundzwanzigjähriger Doppelealender der jüdischen und christlichen Zeitrechnung von 55-11—5000 und von I75.I— 1000 von Dr. Map Simon. Berlin 1S72. Wolf Persers Verlag. . Das Ealenderwesen im jüdischen Alterthuine war, analog dieser Institution im Alterthume überhaupt, die Domäne der Priester und des höchsten Richtereollegimus, und erst im vierten Jahrhunderte der gewöhnlichen Zeitrechnung entsagte der 2ynedrialvorsteher Hillel II. dem alleinigen liechte der Ealenderbestimmung, deren Geheiuiniß er Jedermann offenbarte. Seitdem wurde das Ealenderwesen theils Gegenstand wissenschaftlicher Behandlung, theils ein Uebungsseld znm praktischen Gebrauche, welche letztere Seite gerade in den jüngstverslossenen Jahren eine reiche Pflege gefunden hat. An einem Nebel jedoch leiten diese Arbeiten mehr oder weniger alle; sie sind zu ausgedehnt lind vielblätterig, und je nachdem sie einen hundertjährigen oder immerwährenden Ausschluß bieten, wird ihre Handhabung immer lästiger, ihr Gebrauch immer mehr erschwert. Diesen Fehler wußte Herr Dr. Simon, Vehrer an der jüdischen Lehrerbildungsanstalt zu Berlin und Mathematiker von Fach, in seiner Arbeit trefflich zu vermeiden. Er liefert ein aus neun breit und groß gedruckten Detavseiten bestehendes Heftchen, fügt diesem auf einem Borblatte einige kur; - und scharf gefaßte Erläuterungen hinzu und gewährt damit eine klare ealeudarische Uebersichl über einen Zeitraum von!2o Jahren, während man darausgleichzeilig eine Handhabe zur Herstellung des immerwährenden Ealeneers gewinnt. Bedenkt inan, wie mit den, immer weiter sich geftallenden, Beziehungen zwischen dem jüdischen und dem christlichen ^'eben, mit den überaus häufigen Anlässen im persönlichen 'Acker,, in Freud und 'Aid. die .'ienntniß des jüdischen und christlichen Datums werthvoll, und oft unumgänglich nothwendig für den 'Arien, wie für den Gelehrten ist, so läßt sick der Nutzen leicht ermessen, den der uns vorliegende Doppelealender selbst dem Ungeübten bietet, einerseits durck den schnellen mid leichten Gebrauch, den er gewährt, und andererseits durch die bequeme Art, ihn wie ein Taschenbuch jederzeit bei sich zu führen. Besonders dürsten Lehrer, die oft in den Fall tounnen, ealeudarische Auskunft geben zu müssen, diesem Wörtchen ihre Ausmerlsamkeil znwenden. Dr. Tobias Lohn, Rabbiner.

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