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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-04-01 · Heft 14 (1.4.1873) · p. Seite 226

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 14 (1.4.1873)
Date
1873-04-01
Page
Seite 226 (sequence 9)
Language
German
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226 hnen sonderte ich (für mich) aus; ihre übrigen Habseligkeilen ließ ich (ineine Untergebenen) nehmen; meine Beamten setzte ich über sie, den Tribut des vorigen Königes legte ich ihnen auf.'" Es geschah dies, wie gesagt, in seinem ersten Regierungsjahre, also 722 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung. An einer anderen Stelle heißt eS: „An ihrer idcr Weggefährten) Start wies ich Wohnsitze an den Bewohnern lvon mir) eroberter Länder." Tie Wohnsitze, welche nach der Bibel den weggeführten Israeliten angewiesen worden sind (2 Kön. 17, 0), kommen auch zumeist in den Keilinschriften vor. Hier findet sich auch eine der glänzendsten Bestätigungen der biblischen Nachrichten durch die Keilinschriften. Bers 30 heißt cs: „und die Leute von K'uth machten den Norgal die Inschriften berichten, daß die Kuthäer den Löwengolt, d. i. Nirgal (von rr-.n.i, als Stattgott verehrten, der auch geradezu Ilu 2l-ri-a genannt wird. Die größte Aufmerksamkeit zieht natürlich die von rer Bibel berichtete Belagerung Jerusalems durch den Assyrerkönig Sanherib, und deren für diesen trauriges Ende auf sich, und hier bieten sich sehr interessante Bergleichungspuncte dar. Ten Namen des Königs von Inda geben nnS die Inschriften in seiner aus dem Buche Jesaja bekannten volleren Aussprache: Ha-za-ki-ya-hu, und den des assyrischen Königs: Sin-ahi-irib, der nach dem Regentenkanon von 705 bis 65! regierende Sohn und Nachfolger Sargons. Nach zwei großen Inschriften nun zog Sanherib in seinem dritten Kriegszuge gegen die westasiatifchen Völker, nanlentlich die phönieischen und philistäischen, welche sich von der ihnen durch Sargon auferlegten assyrischcn Herrschaft sreimachen wollten. Er schlug und unterwarf sie; nur Ekron widerstand ihm, und die Aegypter und Acthicpier zogen gegen die Asshrer herauf. Es kam zur Schlacht bei Altaku, Sanherib siegte; aber cs muß ein Pyrrhussieg gewesen sein, denn es wird keine Siegesbcme aufgeführt. Sanherib eroberte nun Ekron, und setzte den früheren König, den die Einwohner in Ketten nach Jerusalem gebracht halten, und den Hiskia frei ließ, wieder ein. Nun belagerte Sanherib Jerusalem, das sich ihm nicht unterworfen hatte, und hier erzählen die Inschriften Folgendes: „Es geschah aber, daß Hizkia von Juda sich mir nicht unterwarf, und ich sechsunrvierzig seiner Städte, befestigte Trte und zahllose Städte, die in deren Bereiche lagen, ohne Zahl, belagerte, cinnahm , unk ihre Bewohner fortfühl re, sie für Kriegsbeute erklärend. Ihn selber schloß ich wie einen Vogel im Käsige in welche er in seine Königsstadt hineingenommen hatte. So verstand er sich zu Tributleistungen, nämlich 30 Talenten Goldes, Soo Talenten Silbers; seine Kostbarkeiten aus gegossenem Metalle, die Schätze seines Palastes, nicht minder auch seine Töchter, seine Palastfrauen, die männlichen unk die weiblichen Haremsdiener, führte ich nach Niniveh ab. Zur Zahlung des Tributes schickte ■ er seinen Gesandten." — Wer die Sprache der assyrischen Könige in ihren Berichten über ihre Kriegszüge kennt, dem wird cs ans den obigen Worten nicht zweifelhaft sein, daß der Sieg bei Altaku nur einen zweifelhaften Erfolg gehabt hat, daß der Großkönig zwar noch Ekron zu überwältigen vermochte, dagegen nicht die Tsfensive gegen Aegypten aufzunehmen, und so nur noch Jerusalem eng einznschließen im Stande war. Das Motiv zum Rückzüge wirk natürlich von Sanherib verschwiegen, kann daher um so mehr in dem von der Bibel angedeuteten Ereignisse, einer im Heere ausgebrochencn Pest, bestanden haben. Der assyrische Bericht will offenbar dem verfehlten Unternehmen gegen Jerusalem eine möglichst leidliche Seite abgewinnen. Daß Sanherib unverrichteter Sache von Jerusalem hat abziehen müssen, davon kein sterbend Wörtchen. Absichtlich verlegt er den von Hiskia abgelieferten Tribut auf die Zeit des Abzuges, während derselbe vor der Schlacht bei Altaku, zu der Zeit, als der Großkönig Hoflager zu Lakis hielt, geleistet worden war <2 Kön. IS, 14 >. Gerade aus der Schlacht bei Altaku zog aber Hiskia den Muth, sich Sanherib nicht zu unterwerfen. So fügt sich der assyrische Bericht auf das Trefflichste zu der biblischen Darstellung, und dienen sich beide zur Ergänzung und Bestätigung. So stimmen auch die biblischen und assyrischen Angaben über den Tribut überein. Die erstere giebt 36« Talente Silbers und 30 Talente GoleeS an, die letztere 30 Talente Goldes, aber 800 Talente Silbers. Das palästinensische schwere Silberialent betrug aber gerade acht Drittel des leichten babylonischen. — Daß Sanherib nach Niniveh zurückkehrte!2 Kön. IO, 30), ergiebt sich aus einer Eylinderinschrift. Bekanntlich sind die jütischen Monatsnamen bei den Juden erst nach dem Epile in Gebrauch gekommen, und man hält sie deshalb für persischen Ursprunges. Aus einer in 'Niniveh aufgefundenen Monatstafel aber erweist es sich, daß sie assyrischbabylonischen Ursprunges sind. Sie hießen bei den Assyriern: Ni-sa-an-ru, Ai-ru, Si-va-nu, Tu-vu-zu, A-bu, U-lu-lu, Tas-ri-tu. A-ra-ah sam-na, Ki-si-li-rn, Ti-bi-tuo, Sa-ba-tu, Ad-da-ru, Ar-Hn ma-ak-ru sa Ar-da-ru. Der Name für den Jerusalem, seiner Königsstatt, ein, führte Befestigungen wider lachten Monat bedeutet, da Arah (m') „Monat" und Samna ihn auf. Seine Stätte, deren Bewohner ich ferlführte, trennte’inrri) „acht" heißt, der „achte Monat"; der assyrische Name ich von seinem Gebiete ab, gab sie den Königen von ASdod, j für das kürzere Weadar heißt: „Der Monat, welcher hinter Askalon, Ekron und Gaza, und verkleinerte so sein Land. Zu dem Adar." dem früheren Tribute fügte ich eine Abgabe von ihrem Bermö- Wir übergehen die vielen anderen Puncte, in welchen die gen, legte solche ihnen aus. Ihn, den Hizkia, ergriff ein geassyrischen Berichte die Angaben der Bibel, oft in überraschendster waltiger Schrecken vek meiner .Herrschaft, ebenso die Desatznngs- Weise, bestätigen, und wollen nur noch felgende Bemerkung heriruppen und se'ne Leute (Untergebenen), sowie auch die Leute,! verheben. Der Zug des Sanherib, den Jesaias lO, 28 ff.

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