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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-03-25 · Heft 13 (25.3.1873) · p. Seite 212

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 13 (25.3.1873)
Date
1873-03-25
Page
Seite 212 (sequence 10)
Language
German
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212 über die von ihm veranstaltete Sammlung für. die hungernden Israeliten in Persien veröffentlicht. Wir entnehmen ihm einige Daten, nnd haben dann auch einige Bemerkungen an denselben zn knüpfen. Das (Semite hat im Ganzen Beiträge in der Höhe von 18,'KU Livres St. 13 Sh. 10».-> D. erhalten, d. h. circa 12«:/; 1<> Thlr. Davon sind 17,1 «75 V. St. nach Persien gesandt worden, «'.72?. 12 Sh. S1 •> D. sind an Berwalmngs-, Druck-, Annoncenkosten :c. ansgegeben; eine Summe von 311 L. . I Sh. 2 D. ist von der Sammlung noch übrig geblieben. Die Mühewaltung, welcher sich das (Somit,' zn Gunsten der leidenden Brüder unterzogen hat, ist sehr dankenswerth, und die Hülfe, die es den letzteren geleistet hat, eine sehr große. Der Borsitzende des Unterstützungseomite's in Ispahan behauptet, vielleicht mit einiger, im Triente üblicher, Uebertreibung, daß in dieser Stadt allein durch die dorthin übersandten Snnuuen mindestens tausend Menschenleben gerettet seien. Allein dies gern und freudig anerkannt, scheint es doch, als ob der Nethstand in Persien in einigermaßen übertriebener Weise geschildert worden sei. Mus; uns bereits ein so bedeutender Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben zu dieser Ansicht bringen, so wird diese noch verstärkt durch einige andere, 'im Berichte mitgetheilte, Thatsachen. In der Stadt Urumia verwendeten die dortigen Israeliten von den ihnen übersandten Summen 3'»«> L. St. l2«m«> Thlr.i zur Errichtung einer Talmndthoraschnlc — gewiß ein sehr löbliches Beginnen, für welches doch aber die Gelder nicht gerade gespendet worden waren. In Hamadan wurde eine beträchtliche J c u i l So ist es gekommen. Erzäl.'lung. „Stoß' ab, Schiffer, und sehe die Ruder frisch ein, auer über die blaue Fluch des Seees!" Der athletisch gebaute Schisser, in leichter, heller Belleicung, mit dem rochen Gürtel um den R'ib, c'em braunen, von schwarzem Barte umrahmten Gesichie, dem er ein angenehmes d'ächeln abzugewinnen suchte, hob grüßend das Ruder und fragte, wie er mich zeither so oft gefragt hatte: „Wohin will der Signor?" „Zur Heimath, Freund, zur lieben, trauten Heimalh!" Der Schisser stieß ab, und begann leicht mit den Rudern im Wasser zu spielen. „Darf ich fragen," hob er wieder an, „wo Ew. Herrlichkeit Heimalh ist?" „Siehst Tu dort," sagte ich, indem ich mit rer Hand nach den schneebedeckten Firmen wies, welche im Norden die Aussicht vom Seee auS ab schlossen, „siehst Tu die Berge und die Felsenkätnme und Gletscher? Darüber hinaus muß ich, und über das riesige Hochgebirge, das dahinter liegt, und über alle die Hohen und Seeen des Schweizerlanres, immer weiter nach Mitternacht, mh nach der Heimath zu gelangen." Summe zur Herstellung besonderer Mazzolh bestiinmt. Daß dann ein guter Theil der von den europäischen Juden gesammelten Gelder von den Steuerbeamten Sr. Majestät Nasir- Eddiu-Schah mit Beschlag belegt wurde — dafür kann man natürlich das (Sonnte nicht verantwortlich machen, aber es ist doch immer eine unerfreuliche Thatsache, welche zeigt, wie vorsichtig man in Bezug auf Sammlungen für den Trient sein .muß. 'Noch eine andere Bemerkung können wir nicht unterdrücken, um so mehr, als die Wiederholung des von uns gerügten Bersahrens beweist, daß Methode in demselben ist. Bon den Sammlern werden nur streng orthodoxe in dem Rechenschafisberichte erwähnt. Z. B. die beträchtlichen Summen in Berlin wurden von einem, aus Männern aller Parteien gebildeten, (Somit«: zusammengebracht. Der Bericht erwähnt nur „the Rev. Di-. Hildesheimer os Berlin." Wir finden darin eine Ungerechtigkeit und Undankbarkeit gegen die anderen Sammler. — Aus dem Berichte ziehen wir noch eie Notiz, daß in Persien ungefähr 1 Juden wohnen, welche das Gewerbe von Aerzten, Seidenwebern, Nauslemen, Goldschmieden u. s. w. be treiben; in Teheran und Schiras besitzen sie je zehn, in Ispahan nur eine Synagoge, hier aber mehrere Schulen, sowie össemliche Bade- und Waschhäuser in jeder Stadt, die sie bewohnen. Daß die politische und sociale Stellung der Juden unter persischer Herrschaft die denkbar traurigste ist, ist bekannt genug. t e t o n. ./Nach Mitternacht, Signor? T, da ist es dunkel nnd kalt, Eis und Schatten das ganze Jahr" — und der Mann nahm eine traurige Miene an — „bleiben Sie hier, Signor, im sonnigen Italien, im herrlichsten Garten der Welt, es ist doch nirgends schöner als hier!" „Du hast Recht, es ist nirgends schöner als hier, außer — in der Heimath. 'Auch da ist es schön, am breiten Rheinstrome, wo die Rebe um das nackte Felsgestein sich windet, und die grüne Welle die Mauern uralter Städte bespült. Tu irrst, es ist da nicht immer Frost und Nacht. Und dort schlagen mir warme Herzen entgegen, und das traute Aelternhaus empfängt mich mit dem Gruße des.Willkommens . . ." Ter Schisser schüttelte, das Haupt, und fragte nach einigem Stillschweigen: „Aber wohin befiehlt Signor jetzt?" „Nach Menaggio, Freund, dort trüben, wo das freundliche Städtchen herüberwinkt; von dort will ich zu Fuße und zu Wagen, wie cs mir gefallen wird, nach Lugano." - Der Schisser ließ sich auf seine Bank nieder, nachdem er das Steuer gerichtet hatte, und begann mir seinen nervigen 'Armen kräftig zu rudern, daß die leichte Gondel wie im Fluge die stille, leicht sich kräuselnde Fläche des Seces dnrchschnitt. Nach einiger

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