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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-03-25 · Heft 13 (25.3.1873) · p. Seite 209

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 13 (25.3.1873)
Date
1873-03-25
Page
Seite 209 (sequence 7)
Language
German
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209 GotteSlewußtsein den Maßstab zu legen, und nun ihr Unheil abzugebcn? Wer die von der Geschichte bezeugten Thaten eines Moses und Sokrates mit den von der Legende umgebenen Thaten ecs Mannes in Galiläa vergleicht, mit seinen Pilgerfahrten durch das Land, der muß, wenn er nicht ans Vornrtheilen abspricht, eine ganz andere Höhe, eine ganz andere Wucht, einen Aufwand von heroischer Thatkraft und Hingebung erkennen, wie auf den idyllischen Wegen, auf welchen Jesus gewandelt sein soll. Und dann: „Gott hat sich ihm, dem Jesus, offenbart, als Barmherzigkeit und laugmüthige Liebe, ganz verschieden von dem aUtestamentlichen, eiterigen, den Menschen nur als Knecht beherrschenden Jchovah." Da haben wir die alle christliche Sage, das immer wiederholte Vornrtheil, weil cs eben für die Herren die Unterlage ihrer Vergötterung ist. Ueberall in den alttestamcntlichen Büchern begegnen wir dem Begriffe Gottes als „Vater". Schon Moses ruft aus: „Ist er nicht Tein Vater, der Dich geschaffen hat?" (5 Mos. 92, <>.) Jesajas sagt (09, 10): „Tenn Du bist unser Vater; Du bist, der Ewige, unser Vater, unser Erlöser ist Tein Raine von Ewigkeit her." (Ebenso (11, 7. 1 Ehr. 29, 1<i.) Ter Psalmist sagt (109, 1M): „Wie ein Vater der Söhne sich erbarmet, so erbarmet der Ewige sich Derer, die ihn ehrfürchten." Und wo offenbart sich Gott als Barmherzigkeit und laugmüthige Liebe, wenn nicht 2 Mos. 91, 0: „Ter Ewige, der Ewige, Gott, barmherzig und gnädig, langmnrhig und voller Huld und Wahrheit". — ein Ausspruch, der in allen Thcilen des alten Testamentes wörtlich wieverkehrt. Und ruft nicht der Letzte der Propheten, Maleachi, aus: „Haben wir nicht Alle Einen Vater? Hat uns nicht Alle Ein Gott geschaffen?" Der Unterschied ist, daß die Liebe, Barmherzigkeit und Väterlichkeit Gottes hier überall für alle Menschen ausgesprochen wird, der diese Eigenschaften nicht blos für diejenigen aufhebt, welche „glauben und durch den Glauben selig werden." Genug, diese Art von Wahrheitsforschcrn bleibt sich überall gleich; sic suchen sich willkürlich einen Standpunet ans, und von diesem aus verherrlichen sie sich, und verketzern Alle, die nicht mit ihnen sind. Bonn, U. März. Das „Eentralblatt für die gesamurte Unterrichtsverwalnmg in Preußen" enthält in seinem Februar- Hefte folgendes Ministerialrcscript: „17) Bildungöanstalt für jüdische Lehrer in Hannover. Berlin, den 9!. December li>72. Auf den Bericht vom 12. d. M. will icfy meine Zustimmung dazu aussprechen, daß die Entlassungsprüfung an der dortigen Bildungöanstalt für jüdische Lehrer in der bisherigen Weise unter Vorsitz eines Eommissarius des königlichen Provincialschulcollegiuuls, und in Verbindung mit der, in Gemäßheit der §§ 20 bis 22 des Gesetzes vom 90. September 1S42, durch den Landrabbiner abznnehmenden Religionsprüfnng abgchalten werde, gebe aber anheim zu erwägen, ob es sich nicht empfehlen dürfte, wenigstens noch den Tirector des dortigen Hauptseminars zu der Prüfung hinzuzuziehen. Allgemeine Bestimnmngen über die Bildung der jüdischen Lehrer und der für dieselbe zu errichtenden Auftakten müssen der Gesetzgebung Vorbehalten bleiben. Das tönigliche Previuciatschuleollegium wolle die Berwaltuugseomnüssiou der dortigen Bildungsanstalt für jüdische Lehrer, deren Vorstellung zurückfolgt, darnach bescheiden. Ter Minister der geistlichen :e. Angelegenheiten. In Vertretung: Achenbach. An das königliche Proviueialschuleotlegium zu Hannover. U. 11,S 15. Bonn, 10. Mm;. iPrivaimilth.» Von Seiten des Eultllsnünisteriunis ist nach den jüdischen Gemeinden, in welchen jüdische Elementarschulen bestehen, die Anfrage ergangen, ob der Unterricht in der hebräischen Sprache zum Religionsunterrichte gehöre, und in welchem Verhältnisse beide zu einander bestehen. So wird uns aus mehreren'Städten der Provinz Posen, aus Eöln und anderen Orten berichtet. Auch wir wurden deshalb befragt, und antworteten einfach: „Der Unterricht in der hebräischen Sprache ist ein integrirender Theil des jüdischen 9Religionsunterrichtes, und da jener an den Schriften der Bibel und am hebräischen Gebetbuche ertheilt wird, so giebt dies in angemessener Methode die Gelegenheit, die religiösen und sittlichen Lehren daran zu knüpfen. Es versteht sich, daß die einzelnen Schulen einen klirzen- Bericht über die Art, wie dies bei ihnen ansgcführt wird, daran zu schließen hätten." Bonn, 17. Mar; (Berichtigung'. Mit Bezugnahme ans einige, ihn belressente Aeußerungen unseres berliner Eorrespondenten in Nr. l<>, S. ins, schrieb Herr Rabbiner Baer Eohn, gegenwärtig in Berlin, an uns und übersandte uns einen lithographirten Abdruck einer Zuschrift des Polizeipräsidenten von Brandt in Hannover au ihn, sowie einer Art Rundschreibens. In ersterer bezeugte dieser Beamte,' daß er sich aus den Papieren des Herrn Eohn überzeugt habe, ras; er von den deutschen Eousiklarbeamteu im Oriente dringend empfohlen sei; rill letzteren theilt Herr Eohn auszüglich Ziischristen der deutschen Eousulu zu Beirut und Jerusalem urit, weiche sich für die Errichtiing eines Hospitals und einer Schule in Sased recht eifrig zeigen. Was die Beiträge betrisst, so will Herr Rabbiner Eohn jede Eollecte in einer Provinz daselbst bekannt machen, und hat dies auch schon in Posen gethan. Wir bezeugen dies gern. Die Redaktion. Rawicz. N. März. (Privatmillh.) Ta Sie in einer früheren Nummer Ihrer Zeitung zugesagt hatten, den an mich in Betreff meiner Onalisieation an hiesiger Realschule von Seiten des Herrn Ministers der geistlichen rc. Angelegenheiten erlassenen Bescheid wörtlich wiedergeben zu wellen, und da ich um dessentwillcn von vielen Fachgenossen unseres Glaubens angegangen

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