Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 12 (18.3.1873)
- Date
- 1873-03-18
- Page
- Seite 192 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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192 ^&eltauc|iSacccStic&tcu/. Deutschland. Sctpjtg, im März. (Eingesandt.! Der Ausschuß des deutsch-israelitischen Gemeindebundes hat an die CultuSvorstände der Bnndesgenwinden, betreffs Zusendung ihrer Verwaltungsberichte, folgendes Circular gerichtet: 1. Punct 2 der Statuten des deutsch-israelitischen Gerneindebundes bestimmt als eine der Aufgaben desselben auch „gegenseitigen Austausch von Erfahrungen in der Gemeindeverwaltung." Zur Ausführung dieser Bestimmung haben wir beschlossen, aus öen alljährlich nach Ablauf des BerwaltungSjahres Seitens der CultuSvorstände der deutsch-israelitischen Bundesgeuieinden erstatteten Rechenschaftsberichten einen Auözug des Mittheilens- und Nachahmenswerten zu veranstalten, und diesen gedruckt jeder Bundesgemeinde zur Kcnntnißnahme zu übermitteln. Wir ersuchen Sie daher, uns zu diesem Behufe den von Ihnen veröffentlichten Rechenschaftsbericht über das VerwaltungSjahr IST2 gefälligst in U Exemplaren (je 1 Exemplar für jedes Ausschußmitglied) baldmöglichst zuzusenden. Ein gleiches Ersuchen richten wir an die Herren Rabbiner lind Lehrer, an die dirigirenden Aerzte von israelitischen Hospitälern, an die Bersteher von jüdischen Waisenhäusern, Altersverforgungsanstalten :c., welche Specialberichte, bez. Schulprogramme, veröffentlichen. Falls Sie jedoch Ihre Berwaltnngsberichte nicht dem Drucke übergeben, wollen Sie nnö auf schriftlichem Wege von den bemerkenswerthesten Daten auS Ihrer Berwaltungssphäre Kenntniß geben. Selbstverständlich könnten wir es nur als zweckmäßig und dankenswert!) anerkennen, wenn Sie Ihre Rechenschaftsberichte auch den einzelnen Bundesgemeinden übermitteln würden, und wollen Sie zu diesem Behufe das Mitgliederverzeichniß auö unseren diesbezüglichen Bekanntmachungen in den jüdischen Zeitungen ersehen." Der Ausschuß des deutsch-israelitischen Gemeindebundes . an die CultuSvorstände der deutsch-israelitischen Gemeinden, Betreffs Bergütung der Reisekosten an die von ihnen berufenen Cultuöbeamten. Perehrlicher Cultuövorstand! Die Wohlthätigkeitscassen der israelitischen Gemeinden werden wiederholt auch von unteren CultuSbeamten — Schächtern, Cantoren, Lehrern — in Anspruch genommen, die zum Antritte oder zur Probcleistung für ein vacanteS Gemeindeamt berufen werden. Da sie oft weder aus eigenen Mitteln die Reisekosten bestreiten können, noch auch diese Seitens des sie' berufenden Cultusvorstandcs vergütet erhalten, so sehen sie sich genöthigt, von Ort zu Ort Unterstützungen zu genanntem Zwecke nachzusuchen. Dies ist aber nicht nur unwürdig für die Gemeinden, und beschämend für die CultuSbeamten, sondern gereicht auch unseren Glaubensgenossen und dem Iudenthume überhaupt zur Unehre. Es ist an der Zeit, an die Beseitigung solcher Mißstände ernstlich zu denken. Wir erlauben uns daher, Ihnen zu empfehlen, für die Folge auch den von Ihnen zu einer Probcleistung berufenen CultuSbeamten, deren Zahl doch immer nur eine sehr geringe ist, die Mittel zur Reise zu gewähren. Die dadurch verursachte unerhebliche Mehrbelastung des Gemeindcetats dürfte kaum in Anschlag zu.bringen sein, wenn es sich darum handelt, geregelte, würdige Zustände in unserem Gemeindewesen herbeizuführen. Hannover, 25.. Februar. (Privatmitth.) Seit längerer Zeit verhindert, Ihnen über hiesige Vorgänge Mittheilungen zu machen, will ich Ihnen zuvörderst über einige Festlichkeiten berichten, welche in den letzten Monaten in unserer Gemeinde stattgefunden haben. Der zweite Chanukkahtag gab zu einer sehr erhebenden Feier Veranlassung, der zweiten in ihrer Art. Nachdem nämlich bereits am Morgen des gedachten Tages in Folge einer, von den Herren DDr. Frensdorfs und Kayserling veranstalteten Sammlung, bei welcher sich der Wohlthätigkeitssinn vieler hiesiger Gemeindemitgiieder wiederum auf's Glänzendste bewährt hatte, fünfunddreißig Schüler der Meyer Michel Davidschen Freischule und der jüdischen Seminarschule mit Wäsche und Kleidungsstücken reich beschenkt worden waren, eröffnete Herr Oberlehrer Dr. Frensdorfs Abends die eigentliche Schulfeier in Spaniers Hotel mit einer Ansprache an die zahlreich versammelten Damen und Herren, indem er ihnen die Bedeutung der Feier auseinandersetztc, und der Versammlung, sowohl für ihr Erscheinen, als auch für ihre thatkräftige Unterstützung, durch welche allein das Fest ermöglicht worden sei, seinen Dank aussprach. Hierauf wurden von den Schülern der erwähnten Anstalten Gesänge ausgeführt, Gedichte declamirt und auch ein Vortrag gehalten, und fand die Gabenvertheilung an sämmtliche Schüler statt, die mit Schülutensilien und Büchern bedacht und.später auch noch glänzend bewirthet wurden. Die zweite Festlichkeit galt der Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des hiesigen israelitischen. Krankenpflegevereins, zu welchem Zwecke gleichfalls in Spaniers Hotel ein Souper stattfand, an welchem etwa hundert Personen Theil. nahmen. Nachdem der während der ganzen Zeit des Bestehens deS gedachten Vereines als Präsident desselben fungirende Herr Philipp Frank, welcher demnach mit dem Vereine auch sein eigenes Jubiläum beging, die Versammlung begrüßt hatte, theilte Herr