Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 12 (18.3.1873)
- Date
- 1873-03-18
- Page
- Seite 191 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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191 und seiner Verbündeten äußerte seinen Rückschlag auch aus daö Bündnis;: es lockerte sich und ward bald völlig aufgelöst. Die Folge war eine Annäherung Israels an Juda, welche schließlich zu dem Entschlüße führte, dem geschwächten Damaskus früher israelitisches Gebiet wieder abzunehmen; ein Unternehmen, das aber unglücklich für Israel auSging. In der entscheidenden Schlacht wurde der israelitische König verwundet, und das entmuthigte Heer stob nach allen Seiten auseinander: der König selber erlag seiner Verwundung." (Schluß folgt.) Rechnungsabschluß deö Institutes zur Förderung der israelitischen Literatur aus seinem XV!!. Jahre (1871—1872). Einnahme. 2775 Thlr. 17 Sgr. — Pf. Ausgabe: Honorare, Subvention, Leitung u. Secretariat 1220Thlr. 20 Sgr. — Pf. Druck, Papier, Correctur, Versendung 1502 Thlr. 11 Sgr. 11 Pf. Porti, Diverses 66 - 16 - 2 - 278OThlr.18Sgr. 1 Pf. Deficit: 1 1 Thlr.! Sgr. 1 Pf. Sämmtliche Rechnungen mit ihren Belegen, und den Rechnungsabschluß in Nichtigkeit gefunden. Magdeburg, 6. März 1573. Karl Friedeberg. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 4. März. Wir haben heute wieder über einen vortrefflichen Vortrag zu berichten: „Die Aufklärungsperiodc. Vortrag in den von der „Literarischen Gesellschaft" zu Potsdam veranstalteten öffentlichen Versammlungen gehalten von I)r, Tobias Eohn, Rabbiner zu Potsdam". «Potsdam, Gropiussche Buchhandlung 1873). Ter Verfasser hat sich eine sehr große Aufgabe gestellt, und um so größer, als er die Aufklärungspcriode nicht, wie man gewöhnlich thut, als vorwiegend dem 18. Jahrhunderte angehörig betrachtet, sondern mit Recht sie von den Ausläufern der Reformation in der ersten Hälfte deö 16. Iahrhunvertes herdatirt. Das Gemälde eines so großen ' Zeitraumes nach allen geistigen Beziehungen und in allen Thätigkeiten des Geistes zu entrollen, - und zwar in dem engen Nahmen eines Vortrages, ist höchst schwierig, und bedarf einer Meisterhand, wenn es gelingen soll. Mit Befriedigung erkennen wir an, daß der Verfasser cs verstanden hat, seine Aufgabe trefflich zu lösen. Er hat sowohl daS Wesen und den Charakter dieser großartigen, weltgeschichtlichen Epoche der Geistesentwickelung genau und präcis charakteristrt, als auch die Duellen, aus denen sie erfloß, klar aufgcdeckt, und den Verlauf in scharfer Auffassung gezeichnet. Die Philosophie und die Naturwissenschaft, die Kunst und Poesie, sowie die allgemeine Literatur während dieser Zeit in ihrem' geistigen Zusammenhänge, in ihrer einheitlichen Aufeinanderwirkung, immer mit demselben Grundcharakter und denselben Zielen, werden treffend skizzirt, und der Redner wußte aus der ungeheueren Masse der Details die bedeutsamsten hervorzuheben, und als im Dienste der Allgemeinheit befindlich, in das große Ganze zu verweben. Eine Menge geistreicher Apercus zeichnen den Vortrag aus, in welchem wir einen tüchtigen Fortschritt deS Verfassers gegen seinen früheren, immerhin sehr wackeren Vortrags über die Humanisten in der Kunst der Darstellung erkennen. Was uns in solchen Vorträgen oft unangenehm berührt, nämlich daß entweder die Phrase vorherrscht, oder aber mit einer Menge Details, unvermittelt mit der eigentlichen Idee, geprunkt wird, ist in diesem Vortrage glücklich vermieden. Der Stil ist edel, correct, prägnant, und doch einfach, allem Gezierten fern. Zu bemängeln hätten wir nur, daß der Verfasser, wahrscheinlich durch die Ausdehnung seines Vortrages gedrängt, den Schluß desselben etwas über das Knie gebrochen hat. Er hätte unserer Meinung nach den Uebergang der Aufklärungsperiode in die moderne Zeit, und die Einwirkung jener auf diese, darstellen müssen. Dadurch kommt es auch, daß, während er die spanische, französische und englische Aufklärungszeit in ihren nationalen Verschiedenheiten in gelungener Weise charakterisirt, die deutsche nicht genügend behandelt wird, die gerade in ihrem eigenthümlichcn Verlaufe und ihrem sehr bcgränzten Belte einer besonderen 'Würdigung bedurft hätte. Wir vermissen daher auch eine genügende Betonung des großartigen Wirkens Lessings und Herders. Der Uebcrgang in die deutsche classische Periode, als sehr charakteristisch in; Vergleiche mit der Ansklärnngstentenz der anderen Nationen, hätte hier nicht fehlen sollen. Vielleicht knüpft der Verfasser in einem späteren Vortrage hier an. — Wenn wir an dieser Stelle bei diesem Vortrage länger verweilten, und auf ihn aufmcrksam machten, so geschah dies, weil Iudemhum und Juden dieser Aufklärungsperiodc Alles verdanken, was für ihre äußere Stellung und innere Ummantelung geschehen ist. Andererseits haben zwei Juden hervorragend in derselben gewirkt, Spinoza und Mendelssohn.