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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-03-18 · Heft 12 (18.3.1873) · p. Seite 190

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 12 (18.3.1873)
Date
1873-03-18
Page
Seite 190 (sequence 4)
Language
German
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190 in den Inschriften Bab-ilu oder Ba-bi-lu oder Ba-bi-i-ln. Die gewöhnliche babylonische Anssprache war hiernach Babil. Tie Bedeutung also war „Thüre des Jl" d. h. Heiligthum des El, wobei wir bemerken, das; aus den Inschriften zu ersehen ist, daß Jl hier nicht etwa Appellativ, sondern als Name einer besonderen altbabylonischcn Gottheit anzuschcn ist. — Ur-Kasrim und Haran kommen öfter in.den Keilinschriften vor — Ur so viel als ‘irr „Stadt" — ohne daraus die Oertlichkeit genauer bestimmen zu können. — Daß richtig nach der biblischen Erzählung der Name 2-2n der ältere und ursprüngliche Abrahams ist, ersieht man daraus, daß Aburamn „erhabener Vater" in den Keilinschriften als Name vorkommt. Auch aus dem 14. Eapitel ist der Name Amraphel „Gebieter ist der Sohn" aus dem Babylonischen erklärlich, und die Keilinschriften erweisen, das; cs eine alte clamitifche Königsdynastic der Kuduriden gegeben hat, die bis nach Kanaan ihre Kriegsznge ausgedehnt hat, so daß sie sich wiederholt „Beherrscher des WcstlandeS" nennt, zu der also K'evorlaeiner gehört hat. — Der Nil erscheint auch in den Keilinschriftcn unter dem Namen Jeor und zwar in der Aussprache L)aruh. — Die Bezeichnung des ägyptischen Königs Pharao erscheint auch in den assyrischen Testen und zwar, genau wie im Hebräischen, geradezu als Eigenname, darum auch bisweilen mit dem Zusatze „König von Aegypten." 4 Mos. 24, 23 wird den Kenitern die Fortführung durch die Assyrcr angedroht. Da nun eine solche Drohung voraussetzt, daß zu der Zeit, wo sie vorging, die Assyrer bereits in Borderasien eine imponirende Machtstellung errungen hatten, so 'schlossen die Kritiker, daß diese Worte zum Hintergründe die Zeit des Tiglath-Pilcser (IV) oder die Sargons und Sanheribs hätten, so daß diese Stelle erst aus der zweiten Hälfte des achten IahrhundcrteS vor der gewöhnlichen Zeitrechnung hcrrühren könne, was ihnen wieder zu einer Folgerung über die Zeit der Redaction des Pentateuches Veranlassung gab. Alle diese Schlüsse waren aber voreilig, da wir jetzt aus den schon bekannten Keilinschriftcn wissen, daß bereits in der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderles ganz Phönicien von den Asiyrcrn überschwemmt und tributpflichtig gemacht worden war. Diese Entfaltung der assyrischen Macht in gedachtem Zeiträume läßt aber auch voraussetzen, daß die Assyrer viel früher schon in den Westländern bekannt und gefürchtet waren,. und als schwarze Wolke am Horizonte dieser Völker standen. — Die Keilinschriften erweisen zweifellos, daß die Philistäer Semiten waren, da anch alle in jenen überlieferten philistäischen Königsnamen diesen sprachlichen Charakter an sich tragen. — Es sei bemerkt, daß auch die Assyrer die ägyptischen Rosse sehr hoä,schätzten. Sargon in seiner Pruukmschrift führt unter seinen Reichrhümern auch auf „Rosse aus Aegypten". — Während das Reich Israel in den Keilinschriften immer tiur „das Land Omri's" genannt wird, vom Stifter der Königsfamilie Ahabs, kommt Juda als Name des südlichen der beiden israelitischen Parallelreiche, und zwar in der Form „mat Ja-hu-da", Land Juda, wiederholt in den Kcilinschriften seit dem jüngeren Tiglath-Pileser vor. Die Könige Omri und John erscheinen in den Keilinschriften alö Hn-nm-ri-i und Ja-hu-a. Die Dynastie Omri's muß überhaupt im Auslände sich eines großen Namens erfreut haben, weshalb die Assyrer daS Reich Israel geradezu nach ihm benannten. An den Quellen des Tigris wurde jüngst eine Inschrift Satmanassars II. entdeckt, in welcher dieser Herrscher seinen siegreichen Kriegszug gegen Westen beschreibt. In der Mitte derselben heißt es: „Bon der Stadt Argana brach ich auf, zog nach Karbar. Karbar, meine'«?) Königsstadl, zerstörte, verwüsteteich, verbrannte ich mit Feuer.! 200 Wagen,! 200 Reiter, 20,000 Mann Ben-harars von Damaskus; 700 Wagen, 700 Reiter, 10,00<i Mann Joschulins von Hamath; 200 Wagen, 10,000 Mann des Ahab von Israel: 500 Mann der Guäer; 1000 Mann vom Lande Musri; 10 Wagen, 10,000 Mann vom Lande Jrkanat, 200 Mann des Malinbaal von Arvad; 200 Mann vom Lande Usanat, 30 Wagen, 10,000 Mann des Adonibaal von Sizan, 1000 Kamele deö Gindibrch von Arba,... hundert Mann des Bahsa, Sohnes des Ruchub von ' Ammon: diese zwölf Fürsten leisteten einander Hülfe, zogen, um mir Treffen und Schlacht zu liefern, wider mich heran. Unter dem erhabenen Beistände, welchen Asnr der Herr leistete, mit der gewaltigen Macht, welche der große Schirmherr, der vor mir einherschritt, verlieh, kämpfte ich mit ihnen. Bon der Stadt Karkar an bis hin gen Kirgan bereitete ich ihnen eine Niederlage. 14,000 ihrer Truppen tödtcte ich; wie Gott Bin ließ ich über sie. daS Wetter herniederfahren die Oberfläche des Wassers erfüllte ich mit den (Leichnamen?) ihrer Soldaten; mit den Waffen streckte ich ihre Anführer nieder das Leben ihm zu schenken, verweigerte ich (?).Den Fluß Orontes nahm ich ein. Während jener Schlacht nahm ich ihre Wagen, ihre Reiter, ihre Pferde, ihre Gespanne ihnen ab." Hierzu macht Schräder folgende Bemerkungen: „Der Umstand, daß hier Ahab, der Sirlit, und Benhadad von Damaskus neben einander erscheinen, sowie daß dieser selbe König in der später redigirten Inschrift des Nimrudobeliskes des Jehu, Sohnes des Omri, sowie andererseits des Hazacl von Damaskus gedenkt, läßt darüber keinen Zweifel, daß unter diesem Ahab, dem Sirliten, der biblische Ahab von Israel gemeint ist. Daß aber.Ahab im Bunde mit Damaskus erscheint, ist durchaus in Uebereinstimmung mit dem biblischen Berichte, wonach Ahab nach der Schlacht bei Aphek mit Benhadad ein Bündniß schloß, selbstverständlich gegen den Erbfeind von Damaskiis, gegen Assyi rien. Das Bündniß hatte, wie wir aus der mitgethcilten Stelle ' der neuentdeckten Inschrift erfahren, für die Verbündeten einen j schlimmen Ausgang: in der im sechsten Negierungßjahre des! GroßkönigcS stattgchabten Schlacht bei Karkar wurden die Verbündeten gänzlich geschlagen; nicht weniger denn 14,000 ihrer! Soldaten wurden kampfunfähig gemacht.. Das Unglück Venhadads

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