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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-03-11 · Heft 11 (11.3.1873) · p. Seite 180

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 11 (11.3.1873)
Date
1873-03-11
Page
Seite 180 (sequence 14)
Language
German
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ISO 238 Knaben, 1!3 Mädchen. Die Bekleidungskosten ibeziffern einen Betrag von 328t« fl. 83 kr. „Durch die Wohlthätigkeitssection wurden im Jahre 1872 an monatlichen Stipendien fl. 1'372.30 an laufenden Unterstützungen fl. 3797.38 an Privatspendcn j fl. 1132.— au Winteruntcrstützung inclus. Holz und Mehl fl. 1 178.50 an Mazzoth für circa 1300 Familien fl. 2322.— Osternverköstigung für Militär, Präparanden, israelitische Zöglinge des Blindeninstitutes und iSraeliüfche Sträflinge _ fl. 11(53.— zusammen fl. 12,220.38 ver!heilt, und haben austereem auch in diesem Fahre die Armen von. Seite der Ehebrah kaddischah und des israelitischen Frauenvereines bedeutende Unterstützungen bezogen. „Aus Anlaß der traurigen Choleraepoche hat die Wohllhätigkeitsfection eine eigene Suppenanstalt für Arme eingerichtet, und für arme Schüler rer Präparandic und der Talmudthora die übliche Winterbeköstigung viel früher begonnen. Die diessätligen Kosten wurden größtentheils im Wege einer Sammlung uulder Beiträge bestritten. AuS den in den Bethäusern gesammelten AuSstattungSbeiträgen wurden betheilt: 1 Mädchen mit st. 180 7 Brädchen 8 100 fl. fl. 700 70 Mädchen von 20 bis 10 fl. fl. 2070 zusammen fl. 2320 „Die Ausstattungen auS den verschiedenen Stiftungen, welche bei der Gemeinde verwaltet werden, wurden nach gewissenhafter Prüfung aller eingelaufenen BewerbnngSgesnche durch die Stiftungscommission, und über Einrathen derselben, von dem "Auöschusse an die Würdigsten verliehen, und sind die betreffenden Concurse für das Jahr 1873 bereits wieder eröffnet. „Das israelitische Knabenwaisenhaus der Geineinde erfreut sich einer gesteigerten Theilnahme und der wärmsten Sympathieen der Gemeindemitgliedcr. — Die näheren Berwaltuugsdetails dieses wohlthätigen Institutes werden von der Waisencommission veröffentlicht werden. — Wir erwähnen hier blos kurz, das; mit Ende December 1872 in diesem Institute 23 Zöglinge, fünf mehr alö im Jahre 1871, sich befanden. Die Berwaltungskosten pro 1872 betragen 1(57(5 fl. 8(5 kr.; außerdem sind für die Erhaltung von 23 externen Waisen 333 fl. verausgabt worden. „Die Jahresbeiträge haben sich in dem Jahre 1872 von 338 fl. auf. 2120 pro anno gehoben, ein PluS von 1728 fl.; daS Verdienst und die dankbare Anerkennung sehr vieler Bemühung bei der Subscription von Jahresbeiträgen gebührt dem Herrn Jakob Deutsch, dem sehr eifrigen Mitgliede der Waiscncommifsion. Hierdurch, so wie durch Spenden und Legate, hat sich der Jnstitutsfonds im Jahre 1S72 um 12o>>o fl. vermehrt, und besteht nunmehr in fl. 33780 in Werthpapieren fl. 10360. 32 baar, verzinslich bei der Gemeinde, und fl. 7000 in der Einrichtung. „Im israelitischen Spitale wurden im Jahre 1 872 733 Kranke ärztlich behandelt und verpflegt. — Darunter 602 Grausten. — Tie Gesammtkosten machen circa 13800 fl., die Einnahlncn circa 8000 fl. aus; daher ein Mehrbedarf von circa 11800 fl. In der eigens eingerichteten Choleraabthcilung waren achtzehn Kranke ohne Unterschied des Glaubens untergebracht, weil die Gemeinde bei Epidenüeen und in ähnlichen Nothzeiten ihr Spital bereitwilligst allen hülfSbcdürftigen Kranken, ohne Rücksicht auf den Glauben, geöffnet hat. „In Angelegenheit des sich immer dringender als nöthig herausstellenden Neubaues eines entsprechenden israelitischen SpitaleS hat die Gemeinde wegen Aeguirirnng des hierzu beuöthigten Grundes ihre Eingabe an die städtische Commune cingereicht, und eS sind bereits von Seite der städtischen Comrnission mit den Abgeordneten der Gemeinde mehrfache Verhandlungen gepflogen worden, welche hoffentlich zu dem gewünschten günstigen Resultate führen werden. Der GemeindeauSschuß wird nicht ermangeln , seiner Zeit daS dort zn erzielende Uebereinkommen Ihnen, löbliche Generalversammlung, zur zustehenden Genehmigung zu unterbreiten." L öbliche Generalversammlung! „Wenn wir die so eben aufgezählten, vielfachen ^cistmigcn zusammenfassen, so erfüllt unö gewiß Alle ein Gefühl besonderer Besriedignng, das; in unserer Gemeinde so viele Wohlthatcn geübt, so viel Ersprießliches und Heilsames geleistet wird, — aber wir dürfen, wir können es nicht verhehlen, das; nach dem Berichte unserer Cassaseclion die Einnahmen der Gemeinde durchaus in keinem Verhältnisse zu den "Ausgaben stehen, daß schon in diesem Jahre leider ein nicht unbedeutendes Deficit zu erwarten steht, itnb daß es überhaupt unmöglich erscheine, die sich von Jahr zu Jahr vermehrenden "Ausgaben der Gemeinde zu decken, wenn nicht eine wesentliche Vermehrung deS Gemcindccinkommeno durchgeführt, und ungesäumt in Angriff genommen wird. Uno in der Thal, wenn Sie, löbliche Generalversammlung, in Erwägung ziehen, daß Sie in dem Budget 1871 eine Totalsnmme für Enltuöbeiträge mit circa 6-1,000 fl. bewilligt haben, während dieselbe in der Wirklichkeit nicht mehr als 88,0«io ansmachi, weil der Zuwachs, auf den gerechnet wurde, sich so ziemlich wieder mit dem Abgänge durch Todesfälle, Uebersiedelnngcn, Vermögens- Veränderungen rc. ans^leicht, und weil in den Quoten der einzelnen Gemeü'.demitglieder bereits seit Jahren gar keine Veränderung vorgenannten worden ist; — wenn Sie ferner bedenken, das; die präliminirten "Ausgaben sehr oft überschritten werden müsien, wo eö die nickt zu umgehende Rothwendigkeit dringend

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