Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 11 (11.3.1873)
- Date
- 1873-03-11
- Page
- Seite 179 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3226906-3226918--31492-3254412- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
179 wesentlichen Dorther! für die Gemeinde erkannt, daß nämlich der Verlust, welcher mit Auflassung der Musterhauptschnle für: die immer zunehmende schulpflichtige Jugend, besonders der ärmeren Elaste, entstanden war, durch eine denn doch aus LandcSmitteln erhaltene neue Schulanstalt ersetzt wird, und hat aus diesem Grunde in dem, an der Synagoge neuerbauten, drei Stock hohen Haufe die sämmtlichen Vocalitäteu des ersten und zweiten Stockwerkes der israelitischen Vandescanzlei, zum Behufe der dort zu errichtenden Präparandieanstalt, in Bcrbindnng mit einer funfclassigen Elementarschule, um den mäßigen Mielhpreis von jährlichen 35<„>fl. überlasten; der GemeindcauSschuß hofft auch Ihrerseits die volle Genehmigung zn diesem Uebereinkommen zu erlangen. „3. Religionsunterricht für Simultanschulen. Die Gemeinde hat es auch bisher als ihre Pflicht angesehen, abgesehen von dem Religionsunterrichte in ihren eigenen eonfessionetlen Schrilen, auch den Religionsunterricht für jene israelitischen Schulzöglinge zu besorgen, welche die verschiedenen Gymnasien besuchen, und es waren stets zwei Religionslehrer für externe Schulen bestellt. Seitdem aber die hiesige Stadtvertretung erklärt hat, daß ihre sämmtlichen Elementarschulen aushören, consessionelle Unterrichtsanstalten zu sein, und sich in Simultanschulen uruwanteln, und daß jede Eonsession ihrerseits selbst dafür Sorge zu tragen habe, damit die Zöglinge ihres Glaubens in den verschiedenen Stadtvolksschulen in der eigenen Religion unterrichtet werden mögen, seit dieser Zeit hat natürlich die Verwendung der bereits angestellten zwei Religionslehrer für externe Schulen bei Weitem nicht ausgereicht, und mußte die Gemeinde für die Erweiterung dieses Religionsunterrichtes geeigneterweife Vorsorgen: eine Maßregel, welche wohl auch mit vermehrten Kosten verbunden ist, die aber im Interesse eines gründlichen Religionsunterrichtes nicht umgangen werden konnte. Heute wird bereits für die israelitischen Schüler in allen Ttadttheileu, nämlich in allen städtischen' Bolksschulen, drrrch hierzu bestellte sechs Lehrer der Religionsunterricht regelmäßig crtheilt, ohne die bereits von früher bestellten zwei Religionslehrer, welche diesen Unterricht in deu Gyurnasien ertheilen. „In rer lausenden Gemeindeverwaltung ergeben sich folgende Daten für das Jahr 1872. „Tie Gemeindematrikel erweist folgende Ergebniste: Geburten im Jahre 1871 107 7 im Jahre 1872: Knaben '.»22, Mädchen 790 1712 also ein Plus von 35. Trauungen waren im Jahre 1871 378 „ „ „ „ 1872 422 ein Plus von 44. Bon den 122 Trauungen hat Herr Rabbinatspräses S. Brill bei 11 o Herr Gemeindeprediger Dr. Kohn bei 125 Herr Gemeindcprediger Dr. Kayserling bei 17G Herr Rabbinatsasseffor Pollak bei 11 sungirt. Todesfälle waren im Jahre 1571 1059 im Jahre 187 2 Männer 297, Frauen 187, Kinder 774 1.258 ein Plus von 199. *) Das in diesem Jahre als ausfallend sich erweisende Mißverhältniß zwischen Geburten und S terbe - fällen hat seine Erklärnng in der nunmehr Gott Veb überstandenen Zeit der Blattern und der Ehoteraepidemie, welche namentlich unter den Kindern viele Dpser wegrassten. „Die Agenden des Rabbinates erweisen: 1871 1872 Vollzogene Ehalizasunetionen ' <» 2 Eheproceste 108 lol Ehescheidungen 21 20 „Tie meisten Eheproceste entstehen von den staatsgesetzlich unzulässigen, sogenannten „Winkelhochzeiten", und der Gemeindeausschuß wird sich ernstlich damit befassen, diesem Uebelstande wirksam abzuhelfen. „Ein gleicher Unfug wird mit der sogenannten Wiukelschächterei getrieben, und es wird ebenfalls die Aufgabe des Geineinkeausschusses sein, diesem in das autonome Recht der Religio n sg cm ei nd e eingreifenden Uebelstande, auf Grund einer neuerlich erlassenen Ministerialverordnuug, wirksame Abhülse zu verschaffen, er wird dann aber auch in der <agc sein, die Anzahl der Gemeindekoschersleischbänke in entsprechender Anzahl zu vermehren, und allen Anforderungen der Gemeindemitglieder auch in dieser Beziehung.vollkommen zu entsprechen. „Der Besuch der Geineindeschulen weist folgende Resultate aus: N o r m a l h a u p t s ch u l e 1871 1872 009 050 Mädchenschule 559 552 Dalmudlhora 103 ISO Aewahranstalt 110 85 darunter die nieisten Gratisschüler. „Die Mädchenschule wurde in diesem Jahre mit einer Elaste erweitert, und von einer fünsclassigen zur sechsctassigen erhoben, was aus die Vollendung der ordentlichen Heranbildung der Märchen, welche diese Schule besuchen, und greßtentheils der ärmeren Elaste angehören, einen sehr heilsamen Einfluß ausübt, ohne daß cs der Gemeinde bedeutende Mehrkosten verursacht. „Die Prüfungen in allen Gemeindeschnlcn sind zur vollen Befriedigung ausgefallen, und lieferten den Beweis von dem lobenswerthen Eifer des Lehrkörpers, und von dem Fleiße der Schnlzvglinge. „Die Bekleidung der armen Schulkinder wurde auch zu Anfänge dieses Schuljahres vorgenommen, und wurden bekleidet *) Dieses Plu8 ist mir gegen das Vorjahr 1*71 zu verstellen. Demi auch im Jahre 1 *>72 ergab sich dennoch ein sehr bedeuten der tleberschil'v der Geburten Über die Tedeosälte, wie aus obigen Balilcu zu erleben ist. nämlidi säst 2 s Proecnt, wä tuend er freit ick «s7I beinahe 37 Procent betrug. Redaction. 4 22