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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-03-11 · Heft 11 (11.3.1873) · p. Seite 176

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 11 (11.3.1873)
Date
1873-03-11
Page
Seite 176 (sequence 10)
Language
German
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176 und behält ton Befehl über dasselbe Regiment. Er ist aus Nancy gebürtig, und mit der Familie Coblence verwandt, deren eines Mitglied als Oberarzt und Ofsicier der Ehrenlegion im vorigen Jahre verstorben ist. —. Herr Pimde, Advecat bei dem Appelhofe zu Paris, ist zum Unterpräsecten des Arrondissements von Lodöve (Hörault) ernannt worden. Italien. Rom, im Februar. Als hervorragende Männer unserer Religion in den öffentlichen Geschäften sind auch zwei mit Anerkennung zu nennen. Herr Samuel Alatri war mit dem Rapporte beim Stadlrache von Rom über das Budget der öffentlichen Arbeiten dieser Hauptstadt betraut, und die hervorragendsten Organe der italienischen Presse veröffentlichen mit vielem Lobe dieses bemerkenöwerthe Document. —. Herr Luigi Lnzatti, Generalsecretär des Ministeriums der essentlichen Arbeiten in Italien, Präsident der industriellen Engnöte, hat soeben Sicilicn bereist, wo er der Gegenstand eines enthusiastischen Empfanges gewesen ist. Rumänien. Bukarest, 21. Februar. Die rumänische Teputirtenkaiuluer hat bei Gelegenheit ihrer Berathung über das Spirituosenmonopol in der Sitzung vom 1!». d. das Möglichste im Jndenhasse geleistet. Man hat da gar kein Hehl daraus gemacht, das; man mit dem Paragraphen acht, der jedem, welcher nicht rumänischer Wähler ist, jeden Handel mit Spirituosen untersagt, Niemanden, als die Inden, ausschließen wollte, und der berüchtigte Bolliac, der zur Ehre der rumänischen Sittlichkeit, trotzdem er der abscheulichsten Unzucht angcklagt ist, seinen Sitz in der Kammer sortbehält, wnthete darüber, das; nicht dieser Ausschluß der Juden schon im ersten Paragraphen ausgesprochen worden war. Herr Eogalnitchcano, der rumänische Geschichtschreiber, erklärte, das; er für das ganze Gesetz nur stimme, weil die Juden dadurch ausgeschlossen würden. Bon zweiundsiebzig hatte nur ein Abgeordneter, Herr Pogor, den Mnth, dagegen zu stimmen. Der zweitgenannte Abgeordnete lieft sich in sentimentale Beschreibungen der Zustände in Rumänien ein, wie traurig cs sei zu sehen, wie der Bauer sein Weib und Kind zur Schänke führt, wie am Sonntage, ja selbst an den Ostertagen, die Wirthshänser gefüllt, die Kirchen leer sind — als ob dies Alles von den Juden herrühre, die doch im Gegentheile dem rumänischen Volke das Beispiel der Mäftigkeit und Nüchternheit geben. Nun, manwird sehen, ob, wenn die Juden auch von diesem Handel ausgeschlossen sind, der Rumäne weniger trinken wird. Rußland. Warschau, im Februar. (Privatmitth.) Der Director des hiesigen Blinden- und Taubstummeninstitutes wandte sich vor Kurzem an die Redaction des hiesigen lwarschauer) „Israelit" mit dem Gesuche, eine Anregung dazu zu geben, daß sich geeignete Individuen jüdischen Glaubens als Lehrer und Lehrerinnen an Blinden- und Taubstummeninstitnten ausbilden möchten, um theils selbst solche Anstalten leiten, theils auch an denselben de» israelitischen Religionsunterricht ertheilen zu können. — AuS dem Berwaltungsberichte über das hiesige jüdische Armenhaus theilen wir nach dem „Israelit" folgende Daten mit: Als Fortschritte sind zu bezeichnen, daß, während früher nur ganze Waisen, und! zwar auch nur männlichen Geschlechtes, in die Anstalt ansgenonnnen wurden, seit 1809 auch Halbwaisen und beiderlei Geschlechtes Annahtne finden; ferner verbleiben dieselben jetzt ein Jahr länger, und zwar bis zum vollendeten dreizehnten Jahre, in der Anstalt. Als int Jahre 1802 das sogenannte Fleischgeld anfhörte, und dadurch auch das Budget der Anstalt eine erhebliche Einbuße erlitt, wurde aus Befehl der Behörde der Unterstützungssonds von rer Gemeinde um U>0>, Rubel, nämlich ans 5500 Rub. jährlich, erhöht, welche Summe auch jetzt gezahlt wird. Im Jahre 1807 sind der Anstalt durch deren Enrator zwei neue reiche Quellen der Einkünfte eröffnet worden: durch Puri'.ngratulalionen, und durch in allen Synagogen Warschaus am Ereb Jomkippur veranstaltete Sammlungen. Eine weitere erhebliche Einnahme wird erzielt durch Veranstaltung von Trauerfeierlichkeiten für verstorbene Wohlthäter der Anstalt. Im Jahre 1809 wurde mit ministerieller Genehmigung eine „Psänderlotterie" mit 00,000 Losen?> 25 Kop. arrangirt, durch welche der Anstalt 9529 Rub. zugeführt wurden. Die im Jahre 1871 im sächsischen Garten veranstaltete musikalische Aussührnng brachte dem Armenhause circa 5000 Rub. ein. Diese außerordentlichen Einnahmen, die bereits als zum Etat der Anstalt gehörig betrachtet werden können, gestatten teilt Enratorinin, ihre Wirksamkeit immer mehr auszudehnen, die Anstalt zu heben, den Pfleglingen jede nur nöthige leibliche und geistige Fürsorge angedeihen zn lassen. Namentlich wurde dem Religions- und anderweitigen Unterrichte der Waisen, ihrer Unterbringung bei tüchtigen Meistern oder, je nach ihrer Neigung und Befähigung, in anderen Eonditionen die größtmögliche Aufmerksamkeit gewidmet. — Was die Zahl der Jnsasien des Armenhauses im Laufe der letzten Jahre anbetrifft, so beziffert sie sich folgendermaßen: Greise beider Geschlechter 510, Waisen 981, zusammen 1521; abgcgangen Greise 5<>9, Waisen 917, zusammen 1126; es verblieben mithin auf 1872 Greife beider Geschlechter 51, Waisen 61, zusammen 95; der Zuwachs an beständigen Insassen beträgt neun Personen. Von den abgegangenen Waisen wurden Handwerkern übergeben 76; dem Schutze der Verwandten, in den Dienst, in Handlnngshänscr u. s. w. <118. Von der

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