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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-02-25 · Heft 9 (25.2.1873) · p. Seite 141

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 9 (25.2.1873)
Date
1873-02-25
Page
Seite 141 (sequence 7)
Language
German
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111 zu der sich ein ungemein zahlreiches Publicum eingefunden hatte. Bon Seiten der Hochschule waren der Rodor ma^nifk'iis, sowie der k. Negicrungsbevollmächtigte erschienen, von der theologischen Facultät Professor Dr. Delitzsch. von der philosophischen die Professoren Wuttke, Zarncke und Krohl, von Seiten der städtischen Gemeindevertretung und des RathcS Sladtverordnetcnvorsteher Dr. Georgi, Stadtältester Dr. Rippert sc., Stadtratb Winter. Tie dresdener israelitische Gemeinde war vertreten durch den Landesrabbiner Dr. Landau und den Borsteher Joseph Bondi. Herr Professor Dr. Lazarus in Berlin war. wie er telegraphirte, durch Unwohlsein verhindert, an der Feier theilzunehmen. Ebenso meldete ein Telegramm des Professor Dr. Steinthal, als Bersitzenden des Lehrercollegiums der berliner „Hochschule für die Wissenschaft des Indenthnmes", daß die Anstalt den Tod ihres verdienstvollen Mitarbeiters betrauere, und auch in der Ferne der Trauerfeier ihre lebhafteste Theilnahntc schenke. Rach einem Orgelpräludium und einem ergreifenden Gesänge des Universitätsgesangvereines Paulus unter Leitung Dr. Langer« hielt Prediger Dr. Goldschmidt iLandsmann und Zeuge der Iugendbestrebnngen des Berstorbenen) eine tiesempfnn- -denc, weihevolle Getächtnißrede, in welcher er besonders hervorhob. wie der Bcrstorbene, aus mühevollen Anfängen, sich durch rastloses geistiges Zungen und Streben, und hohe sittliche >irast, unbekümmert um äußere Erfolge — was in unserer so materiellen Zeit doppelt hoch anzuschlagen ist — emporgearbeitet, 1111b lediglich in der Liebe zur Wissenschaft sein (Genügen gesunden und gelebt, wie er in einer Weise, von welcher der seltene Charakter der Trauerversammlung, sowie der Ort das beste Zeugnis? gaben, die Treue für den Glauben seiner Bäter mit dem Wirken auf wissenschaftlichem und akademischem Gebiete zu vereinigen verstanden habe. Im Anschlüsse an einen Gesang des Bereines ..Psalterion" unter Leitung des Musiktirectors Iadassehn sprach Oberrabbiner Dr. Landau aus Dresden ein längeres erhebendes Gebet. Unter Orgelklang schloß die Feier in der Stadt. Ter Zug setzte sich nach dem israelitischen Friedhofe in Bewegung, wiederum unter Borantritt der Stutireuden, die erst am Ente der Blücherstraße austraten und, Halt machend, den Trauerwagen mit gesenkter Fahne und gesenkten Schlägern zum letzten Male salutirten. Auf dem Friedhöfe angelangt, ward die irdische Hülle des Berstorbenen durch Oberrabbiner Dr. Landau mit einer zweiten Ansprache und unter Ritnalgesän^en eingesegnet, und streng nach dem jüdischen Ritus der Erde übergeben. > Damit war auch äußerlich das irdische Dasein eines Gelehrten beschlossen, auf den untere Stadt, unsere Hochschule und die Gemeinte, der er angehörte, gleich stolz waren, und dessen Raine in der Gelehrtenwelt und im Indenthnme stets mit hohen Ehren gettannt werden wird. Leicht sei ihm die Erde! Berlin, 17. Februar. i PrivatmiltHO In den hiesigen Blättern werden die ..Bedingungen für die Geschäfte an der berliner Fondsbörse" veröffentlicht. Darin heißt cs: „Feiertage. Z Fällt der Zeiipuuel der Erfüllung auf einen Tag. an welchem keine Börsenversammlnng hier stattsiudet, so gilt der nächste Börsentag als Ersüllnngstag. Auch die beiden Tage des jütischen Renjahrssesles, und das jüdische Bcrföhnuugssest, gelten als Richtbörsentage, mir der Maßgabe, daß in diesem Falle die Zinsen bis zum Erfüllungslage gerechnet werden." Es ist dies gewiß ein billiges Zugeständnis;; ein größeres haben wohl die, die Börse besuchenden Juden selbst nicht gefordert, weil sie es sonst vorauesicktlick anch erlangt hätten. Aus Westpbulcn, im Februar. iPrivatmitlh.j Zur Zeit der Gründung des rheinistb-westphälisä'en Lehrervereiues, von ld'>7 an, und noch etwa zehn Jahre später, war ein herrlicher Aufschwung unter den Lehrern. Das har sich feit fünf Jahren geändert: an die Stelle res Enthusiasmus ist Mnthlosigkeit getreten. Die „bewegenden Ursachen" sind bekannt. Um so erfreulicher müssen wir das Borgehen vieler kleiner Gemeinden in Weslphaken begrüßen, die ihre Lehrer und ihre Elementarschulen sicher stellen wollen. Eine Anzahl solcher Gemeinden hat die Lehrergehälter aus eigenem Antriebe erhöht, wir führen nur Rheda, Rielberg-Renkircheu und Gütersloh an, und die kleine (Gemeinde Enger bei Bünde hat am :ri. Januar ihrem Lehrer die Ueberraschung einer (Gehaltserhöhung von :><> T ha lern bereitet. Selche Beispiele sind schöne Beweise von der Intekligenz der Gemeitiden, Mtd geben diesen, wie ihren Lehrern, ein glänzendes Zeugnis?. Der Beistand des Lehrervereiues für Weslphaken und Rheinland hat in seiner Sitzung am l. Januar lv>7.°;, zu Ahlen, mit freudiger Genugthuung die steigende Wirksamkeit seines Fm stitules durch Erhöhung der Peitsienen constatiren können. Mochten doch eie Lehrer, besonders die des Rhoinlandes. sich dieser mühevollen Schöpfung mit erhehewr Thäligkeit annehmen, möchten aber besonders die jüngeren Lehrer, würdig den altern den nacheisernd, durch allgemeinere Belheiligung sieb dankbar zeigen. Tie Besserstellung werden die Gemeinden gewähren müssen; die Sicherstellung für die Tage der Unfähigkeit, und Jfitv die Hinterbliebenen, legt der Lehrerverein Eucb Lehrern selbst 'in die Hand. Thue Jeder seine Pflicht, und es wird besser, j Bernburg,!». Februar. (Privat,lültb.» Die A. Z. d. I.! will nicht nur die Berdienste der tRlehrten und solcher Glaubens- : genossen, welche in der Politik eine Atolle spielen, zur Anerkennung -bringen, sondern auch diejenigen Derer, welche als Bürger in i ihren engeren Kreisen segensreich und mit Aufopferung wirkleu, , und dadurch den Beweis für die Hingebung erbrachten, mit welcher nicht Wenige aus unseren Reihen ihren bürgerlichen Pflichten leben. Am Februar geleitete sehr zahlreiches OY ' folge, in welchem sowohl die Mitglieder unserer staatlichen als städtischen Behörden vertreten waren, die entseelte Hülle res

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