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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-02-18 · Heft 8 (18.2.1873) · p. Seite 127

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 8 (18.2.1873)
Date
1873-02-18
Page
Seite 127 (sequence 13)
Language
German
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127 südlich von Madrid liegt (mit 11,300 Maravedis). Ebensoweit nordöstlich von Madrid liegt Guadalajara, dessen Gemeinde in großem Abstande die zweitgrößte Nencastiliens war (<'.5oo Maravedis). Unmittelbar darauf folgt Hnete, im Osten von Madrid (5700 Maravedis). Nicht viel weniger Mitglieder (mit 5000 Maravedis Abgaben) muß die Gemeinde von Aleal.-i de Henares, welches mitten inne zwischen Madrid und Guadalajara liegt, gezahlt haben, sowie die von Almazan im äußersten Nordosten der Provinz, am Fuße des hohen BaraonagebirgeS (löno Maravedis). Tie Gemeinde von Hita war ebenso groß wie die in Toledo <35«1o Maravedis), nicht viel kleiner die von Bnitrago. In den Baskenländern finden wir nur eine beträchtlichere Gemeinde, und selbst auch diese nur mittelgroß (3<>oo Maravedis», nur in Bitoria, der Hauptstadt der Unterprovinz Alava. Ebenso zahlreich, wie in Altcastitien, waren die Israeliten in dem westlich davon gelegenen ^eon. Die Hauptstadt dieser Provinz und lange ganz Eastiliens, Balladolid, hatte erst die zweitgrößte Gemeinde (5500 Maravedis); die größte befand sich in dem, durch die Eidsage so berühmten, Zamora (<;5<>o Maravedis). Mahorga und Medina del Campe felgen nicht weit nach Balladolid (5000 Maravedis), und dann unmittelbar die berühmteste spanische Universitätsstadt Salamanea, sowie Ponfcrrada im Norden (mit 1S00 und Kino Niaravedis, und Agnilar de Eampos (15>»o Maravedis). Gleichgroße Gemeinden, von denen jede looo Maravedis zahlte, scheinen die Städtchen Grajal, Amuseo und Madrigal, sonst unbedeutende Flecken, besessen zn haben. Tie größeren Trte Benavente und Billalpanro, im Eentrum rer Provinz, hatten roch nur Mittelgeuieinden <3550 und 3<»oo Nlaravedis); ebenso Torrelobaton, und die starke Gränzfeste gegen Portugal, Einead Nodrigo l beide zn 3000 Maravedis). Südlich von Veon ist die Provinz Estremadura, die, trotz ihres rauhen bergigen Eharakters nur ihrer imallgemeinen schwachen Bevölkerung, mit Inden dicht besetzt war. Tie größte Gemeinde (mit S2oo Maravedis) war in E.ieeres, etwa zehn Meilen nordnordöstlich von Badajoz, der Hauptstadt der Provinz. Badajoz selbst stritt sich mit Trujillo, einer in ödem Gebirgslande im Osten gelegenen Stadt, um den zweiten Rang (zu je 750«» Maravedis). Unmittelbar daraus folgt die Gemeinte in Xerez — nicht dem in Andalusien gelegenen, durch seinen Wein und den großen Sieg der Araber berühmten, sondern den: estremadurischen — mit 7300 Maravedis Abgaben; das kleine Bejar, im äußersten Norden, enthielt eine nicht viel schwächere Gemeinde (7000 Maravedis). Schon weiter ist der Abstand zwischen diesen und den Gemeinden von Medellin, das im Südosten, dicht südlich vom Tajo, sich befindet, und von Segura de la Orden (Oloo und 0<>00 Maravedis). Tie Bischofsstadt Plaseneia halte gleichfalls eine starke Gemeinde (zu 5ouo Ma ravedis). Tann kommen die Miltekgemeinden: ylerena im Südosten, Farandilla und Miranda (zu je 35>>o Maravedis); und endlich Xaraiz, Balverde („das grüne Thal"» und, im Nordwesten von Vierem*, Zafra (zn je 3«uu» Maravedis). Eine so bedeutende Handelsstadt wie Merida halle nur eine kleine Gemeinte. In dem reichen und wehlbevöl lenen Andalusien mit seinen großen altberühmten Handelsstädten und seinem überaus fruchtbaren Aller- und Weinlande ist merkwürdiger Weise die Zahl der Inden sehr gering — vielleicht wegen der beständigen Kriege zwischen Spaniern und Mauren, die damals in dieser Provinz tobten: denn noch bestand das maurische Königreich Granada, dessen Inden natürlich in dieser Viftc nicht mit ansgezählt find. Selbst in den Haupthandelsstädien Sevilla und Cordoba befanden sich nur kleine jüdische Gemeinden (zu 25oo und 12«u» Maravedis). Tie östlich benachbarte Provinz Mnrua weist nur eine, allerdings große, jüdische Gemeinde auf, die S5oi> Maravedis Abgaben bezahlte, und zwar in der Hauptstadt Murcia selbst. Ebenso finden wir in der nordwestlichsten, Murcia gerade entgegengesetzten, Provinz Galizien nur eine Mittelgemeinde in dem Hafen Eoruna «zu looo Maravedis>. Gar keine Juden scheint es in der nördlichen Provinz Asturien gegeben zu haben. Freilich rühmten die Astnrier sich, tretz ihrer großen Armuth, die sie als Diener in dem übrigen Spanien ihren Unterhalt sich snchcn ließ, »llle Adelige zn sein, weil sie allein das alte Goibenblnt frei von jeder Berniischnng mit den ungläubigen Inden und Saraeenen erhalten hätten — alle hechadelige Gothen, totlos iinslrcs Cotios! Tie geographisck-politischen Xenitlnisse des guten Tenors und Tberrichters Jakob Aben-Nnnes, der zn Segevia residirle, scheinen übrigens feine sehr großen gewesen zn sein, denn zur großen O.nal des späteren Forschers wirst er Bislhümer lind Provinzen, nach denen er seine Viste eintheilt, gar übet durch einander. Trotzdem wellen wir ihm für sein, wenn auch mangelhaftes, Berzeichniß dankbar sein! I)r. 51. 1\ Hit Ucrürtiiinin« der Jttkit;u UiuMiniifcit ■.Hu’.K jtini m»). Als im Jahre 13 1'.» eine Pest, der sckwarze Tod genannt, die Länder verheerte, glaubte man allgemein, daß die Juden krirch Bergislung der Brtmnen diese Xtanlheit verursacht hätten. Sie wurden gefänglich eingezogen, gefoltert und verbrannt; tut mildesten Falle ihrer Habe beraubt und verjagt. Auch in Nordhansen fand!3 1!» ans Anregung des Marlgtasen Friedrich von Meißen eine solche Berselgitiig stau < Förstemann's Chronik p. 123). Eine bisher unbekannte Sage, wie die Juden hierbei zn Tode kamen, hat uns Professor Franz Delitzsch in dem diesjährigen Ealender fürs deutsche Reich nach einem alten Netizeribuchc ans der Bibliothek res L)r. Earmoly in Franlsnrt am

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