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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-02-18 · Heft 8 (18.2.1873) · p. Seite 126

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 8 (18.2.1873)
Date
1873-02-18
Page
Seite 126 (sequence 12)
Language
German
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126 Ehrlichkeit, welche den christlichen Kaufleutcn starke Eoncurrenz macht." „Fürst! Seitdem im Anfänge dieses Jahrhunderts unter der Herrschaft der Karageorg der Zustand der serbischen Israeliten der Zustand von Sklaven wurde,- sind mehr als sechs;, g Jahre verflossen, hat Serbien der so. bemerkenswerthen Negierung Ihrer Vorgänger genossen-. Dank den Ireeen des Fortschrittes und der Philosophie, welche ras neunzehnte Jahrhundert bekräftigt. „Ihnen, Fürst, Ihnen kommt die schöne Aufgabe zu, die Sie so wohl verstehen, wie Sie es der Welt verkünden; Ihnen kommt cs zu, Gerechtigkeit, Billigkeit und Menschlichkeit wieder in die (besetze zurückzuführen, indem Sie die (Gleichheit aller Serben verkünden. zu ressen Regierung Sie berufen sind, lassen Unterschiede dem CultnS nach, eine Verschiedenheit zwischen den Israeliten und ihren Mitbürgern der anderen Religionen zu. „Fürst, Sie haben Ihren Gedanken verkündet; während alle Völker ihm Beifall zollen, verlangt die.Alliance, israelitc universelle seine Verwirklichung. Sie führt Ihren Augen jene schönen, schon eben von ihr erwähnten Ausdrücke Milosch Obrenovitsches vor: „Möge man den Israeliten die Ehren crtheilen, die man von ihnen verlangt, alle Serben sind gleich." „Gestatten Sie, Fürst, re. „Die Mitglieder des Eentralcomite's der Alliance israelite universelle*. Der Präsident, Adolf Cremieux rc." Auch die englische Adresse ist in sehr würdiger und dringlicher Sprache gehalten. Herr Rnsso, der Präsident des kocal- „Kein Hindernis; kann Sie aufhallen; weder die Haiti-! conritö's der Alliance in Belgrad, ist mit der Ueberrcichmig scherifs von 1S30 und 1S31, welche die Unabhängigkeit Ser-'dieser Adressen an den Fürsten Milan IV. beauftragt, und hat biens anerkennen, noch der Ustav, das Grundgesetz des Landes, I bereits zu diesem Zwecke eine Audienz bei demselben nachgesucht. J e u i l Die jüdische ilcuölkcvnng in'Spanien vor deren Vertreibung. Die Juden nahmen in Spanien noch kurz vor ihrer Austreibung tut Jahre 1102 eine sehr geachtete Stelle ein. Geistiges und materielles Hetzen blühte unter ihnen in gleicher Weise, ihre Jchriststeller und Politiker zeichneten sich nicht weniger aus, als ihre Großhändler und Rheder. Ihre Zahl war eine sehr beträchtliche, ohne das; sie sich leider besliuiint fipiren ließ. War man ja in jenen Zeiten von der sorgfältigen Statistik unserer Tage weit entfernt. Man schätzt ihre Anzahl aus mehr als :’.()(),imio. Es ist uns nun ans dem Jahre 1171, also achtzehn Jahre vor der Austreibung, ein merkwürdiges Aetenstück erhalten geblieben, nämlich das Steuerregister der besonderen Abgaben der jüdischen Gemeinden der Krone Eastilien, angesertigt durch einen ihrer Glaubensgenossen, Jakob Aben-Runes, welcher Rabbiner, Leibarzt des Königs und zugleich sein Oberrichter für die Juden war.'-h Die Krone Eastilien umfaßt freilich nicht ganz Spanien, sondern nur dessen größere westliche Hälfte: die Provinzen Galizien, Asturien. die Baskenländer, b'eon, Alt- und Reucastilien, Estremadura, Murcia und Andalusien. Ein großer Uebelstand ist es, das; in diesem Documente nirgends der Betrag der Abgabe für jeden Kops oder jeden Familienvater angegeben, die Ziffern überhaupt nur runde, Mehrheiten von Fünfzig sind; daraus ergiebt sich, das; ans der Stifte eine Bestimmung der Seelenzahl der einzelnen Gemeinden nirgends gezogen werdet» *1 AnS (’enso de Poldacion de las Frovincias y Partidos de la Corona de Castilla, von T. ^oiiz-rle; «Madrid 'viO p.—11 *2 ff.>. Aus einem etwas abweichenden Abdrude angeführt in Graetr, Gc^ Ichichte der Juden, VIII, Anmerl. 4. f c ( o u. kann, sondern wir uns mit der Vergleichung der Größe der (Gemeinden unter einander begnügen müssen. Der eberslächlichste Vlick über diese d'iste lehrt uns, daß die Große der Gemeinde häufig durchaus nicht der Größe und Bevölkernug der Stadt entspricht, sondern das; vielfach mittlere und kleine Orte die zahlreichsten jüdischen Gemeinden enthalten. In die fvlgende Uebersicht nehmen wir meist nur die beträchtlicheren Gemeinden ans, die mindestens 30oo Maravedis Steuern entrichteten. Außer den förmlich eenstitnirten Gemeinden befanden sich übrigens viele Juden über zahllose kleine Orte verstreut.. Beginnet» wir mit der sehr zahlreich von Juden bewohnten Provinz Altcastilien, so ersehen wir, das; dessen alte Hauptstadt Burgos nur eine ganz kleine jüdische Gemeinde «Abgaben 700 Maravedis» enthielt. Die größte Gemeinde scheint die zu Avila, einem Bischofssitze am Fuße des Gnadaramagebirges, gewesen zu sein «12,000 Maravedis', wenig kleiner die der benachbarten Bisthtunsstadt Segovia (llooo Maravedis). Schon mehr als die Hälfte kleiner war ric Gemeinde in Soria im äußersten Osten der Provinz «5»ooo Maravedis). Ziemlich gleich, mit je Zoo«» Maravedis Abgaben, sind dann die (Gemeinten Herrera, Agnilar dek Eampo, Medina de Pomar, Ealahorra, Villalon, Aranda und Euellar. Südlich von Allcaslilien liegt Reucastilien. Die jetzige Hauptstadt Madrid war damals nur ein kleiner Flecken, der auch nicht einmal eine förmliche jüdische Gemeinde, sondern nur wenige vereinzelte jüdische Einwohner zählte; aber auch die damalige kirchliche und politische Hauptstadt des Landes, Toledo, enthielt nur eine größere Mitlelgemeinde, die 35,00 Maravedis Abgaben zuzahlen hatte. Tie größte Zahl Juden enthielt vielmehr das kleine Ocana, welches etwa fünf Meilen ziemlich gerade

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