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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-02-11 · Heft 7 (11.2.1873) · p. Seite 103

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 7 (11.2.1873)
Date
1873-02-11
Page
Seite 103 (sequence 5)
Language
German
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103 ^cihi cßticßteu. Deutschland. Ulj6ii<xcL ' besprochen haben, so ist dieser Umstand doch zu wichtig, um nicht immer wieder notirt zu werden. Wenn gegenwärtig von vielen Berlin, ü. Februar. iPrivatnutth.i Sie haben im Veit- Seiten betont wird, das; die Juden einen verhälmißmäßig hohen artikel der vorigen Nummer die FraFe angeregt, ob das in den! Procentsatz zu den mittleren und höheren Gesellschaftsschichten ab- 2—r», Cap. IV des Generaljudenreglenients vom l 7. April geben, so liegt augenscheinlich der Grund in der löheren Schulbil- 171»7 ausgesprochene Verbot des Bannes noch heute geltend ist, ■ düng, zu welker die jüdische Jugend in so großem Umfange von und durch den, dem Abgeordnetenhanse vorliegenden (Gesetzentwurf ihren Aeltern angehalten wird. Ja, man kann voraussetzen, daß über kirchliche Straf- und Zuchunittel aufgehoben würde? N'ach dies noch im Wachsen begriffen sei. Indessen kann auch nicht meiner Meinung ist dieses Verbot längst wieder aufgehoben. 1 verkannt werden, daß für die Juden selbst eine gewisse Gefahr Zwar sagt § 7'2 des Judengesetzes vom 22. Juli lS17 nur: darin liegen konnte, weil sie sich selbst dadurch eine große Con- „Alle von den Bestimmungen dieses Gesetzes abweichenden all-' curren; schassen. Die jüngsten ofsieiellen Miltheilungen aus dem gemeinen und besonderen gesetzlichen Vorschriften werden hier-> Wintersemester 187! und 1 ST2 geben au, daß die Gymnasien durch außer Kraft gesetzt." Da aber das Verbot des Bannes! von 00,7.VI Schülern besucht wurden, und zwar von! l,000 nichts von dem eilirten Gesetze Abweichendes enthält, so würde evangelischen, 11,126 katholischen, 8 Dissidenten, .'»220 jüdischen— es durch diesen 72 nicht alterirt. Hingegen lautet der Ein-! während nach der Zahl der jüdischen Bevölkerung noch nicht 600 gang des Ediets vom 11. März IS 12 folgendermaßen: „Wir j jüdische Gymnasiasten vorhanden sein sollten. Die Realschulen erster u. s. w. haben beschlossen, den jüdischen Glaubensgenossen in! Ordnung wurden von 21,222 Schülern besucht, darunter 2102 unserer Monarchie eine neue, der allgemeinen Wohlfahrt ange-! jüdische, und nur 2862 katholische — während nach der Bevölmessene, Verfassung zu erlheilen, erklären alle bisherigen, durch i kerungszahl noch nicht 4 0»> jüdische Schüler darunter sein sollten, das gegenwärtige Ediet nickt bestätigten Gesetze und Vorschriften! Tie Realschulen zweiter Ordnung hatten 1020 Schüler, worfür die Juden für aufgehoben, und verordnen wie folgt." Dies Gunter sich 687 jüdische und nur 217 katholische befanden — ist klar: daö ganze Generaljudenreglement von 176 7 ist hier-'nach der Bevölkerungszahl müßten es ungefähr 60 jüdische durch außer Kraft gesetzt, und folglich auch das Verbot des! Schüler sein. Bannes aufgehoben. Gesetzlich hätte man also in den jüdischen! Berlin, 2. Februar. iPrivalm.) Nachdem ich Ihnen am Gemeinden Preußens, soweit das eitirte Cdict Geltung hatte,! 22. December vorigen Jahres von der mir für eine wisseuschaftden Bann wieder anwenden können, wenn auch mit Berücksichliche Reise nach Italien aus Staatsmitteln gewährten Subvention tigung dessen, was das allgemeine Vandrecht darüber verschreibt. Jndeß sind auch wir überzeugt, daß auch fernerhin so wenig wie seit 1812 der Bann bei den Juden eine Anwendung finden wird. Berlin, 2. Februar. lPrivalmillh.) In der Sitzung des 'Abgeordnetenhauses am 2<i. und 21. Januar kam die veränderte Fassung der Artikel 1und! 8 der preußistben Verfassung zur ersten und zweiten Vesung, und zur Älstimmung. Beide Paragraphen wurden mit großer Majorität nach dem Vorschläge der Commission lder in der vorigen Nummer mitgetheilt worden ist) angenommen. Zn bemerken ist, das; die Fortschrittspartei durch den Abgeordneten Virck'ow beantragte, die Worte „die römisch-katholische und die evangelische Kirche" zu streichen, so daß es nur heiße „jede Religiensgesellschafi". Der Cultusminister Di'. Falk erklärte, daß er prineipiell gegen dieses Amendement Nichts einzuwenden habe, aber dessen Bcdiüsniß nicht einsehe. Es wurde hierauf bei der Abstimmung durch die Mehrheit des Hauses verworfen. Jedenfalls liegt hierin ein Tendenzzeichen unserer Zeit, und durfte deshalb an dieser Stelle nicht unbemerkt bleiben. — Wie oft Sie auch bereits das außerordentlich günstige Berhäliniß im Besuche der höheren Vel,ranstallen durch die jüdische Jugend hervorgehoben, und deren Ursache und Wirktmg Miltheilung gemacht habe, kann ich Ihnen heute von einem neuen Beweise rer Viberaliiät des Herrn Cultusministers berichten. Derselbe hat mir nämlich durch das Reseript vom 2'». vorigen Monats eröffnet, daß er den Herrn Reichscanzler ersucht habe, „Sie. — so heißt eS wörtlich, - dem kaiserlichen Herrn Gesandten am königlichen italienischen Hose zur thnnlichsten Unterstützung ihrer wissenschaftlichen Zwecke während ihres 'Aufenthaltes in Italien zu empfehlen." Ich trete nunmehr heute unter (Lottes Beistände meine Reise, zuvörderst nach Rom, an; sie wird mir erinöglicht durch die fördernde Theilnahnie, welche mir von Berlin, Wien, Paris, Voiiton, Hannover, Stettin und Jnvwraclaw ans bisher zu Theil geworden ist. Tank, herzlichen Dank allen jenen hochverehrten Männern, welche sich beeilt haben, ihrer Freute an diesem Recklsnnt Cnllursortschritl durch die Förderung meiner Ausgabe den würdigsten Ausdruck zu leihen. Nicht unerwähnt darf ich hierbei eines Beitrags lassen, der mir von dem Pfarrer Kraus zu Bvlkartshain in Oberhessen, indem er sich zu Len Freunden und Förderern der jütischen Vueratnr rechnet, zngesandt worden ist. Ick benutze gern diese (Gelegenheit, Ihnen, geehrter Herr Redaetcnr, wie allen meinen Freunden und Gönnern recht herzlich ein „Vebewohl" znzurusen, wie auch zugleich zu versichern, daß

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