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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-01-29 · Heft 5 (29.1.1873) · p. Seite 73

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 5 (29.1.1873)
Date
1873-01-29
Page
Seite 73 (sequence 7)
Language
German
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73 es obzuliegen hat, confesfionclle Schulen zu organisiren. — Vom Unterzeichneten wurden Wandtafeln in hebräischer, ungarischer und deutscher Sprache nach einem neuen Systeme eigens für die wiener Weltausstellung gearbeitet, und im Wege der Schulbehörde an den Fachcomniissar abgeschickt. Oberlehrer I. Rosenmeyer. . Eperies, am 12. Januar. (Privatmitth.) Unsere Stadt hat einen bedeutenden Verlust erlitten. Jakob Ungar, einer unserer aufgeklärtesten, frömmsten und biedersten Männer, ist nicht mehr. Ungar war in Lipt«'« Szent Mitlüs eine Reihe von Jahren die Seele rer Gemeinde, gründete daselbst eine israelitische Unterrcalschule, und war seit Jahren Mitglied der Schutcommission der hiesigen Gemeinde. Seine Söhne und Schwiegersöhne gehören zu den gebildetsten des Landes, und interessiren sich, so wie seiner Zeit der selig entschlafene Vater, särnmtlich für das Schulwesen. Möge dem edelen Manne die Erde leicht sein! Z .. . . Frankreich. Paris, 15. Jan. Nach dein Rappel und Etat wurden die Israeliten den Montbeliarv sowohl von rer Vifte der Geschworenen, als auch von der der notablen Kaufleuie, welche die Mitglieder der Handelskammer zu wählen haben, ausgeschlossen. Sie haben einen dcssallsigen Protest an den Präsidenten der Republik gerichtet, und man hofft, daß ihrer gerechten Beschwerde Genüge geleistet werden wird. — Im Budget für 1873 ist eine Vermehrung von (iOOO Francs für das israelitische Eultuspersonal ausgestellt. Für synagogale Baulichkeiten sind Francs gefordert. — Ter Munieipalrarh von Paris hat auch dieses Jahr eine Summe von 12,5<i0 Francs als Wohnungsentschädigung für den Großrabbiner von Paris und seine vier Rabbineradjuncten votirt. Belgien. Brüssel, 2<>. Januar. 'lPrivatmMH.) Unsere Synagogenbaufrage ist ihrer Lösung um einen tüchtigen Schritt näher getreten. Die Gemeinde hat den bis jetzt zu diesem Zwecke bestimmten Platz, weil er nicht völlig geeignet schien, wieder verkauft, und einen viel schöner gelegenen erworben, der sich auf der Scheide zwischen der Ober- und Unterstadt befinde:. Zugleich liegen den Provincial- und Eomnmnalbehörden Vorschläge zur Unterstützung der jüdischen Gemeinde für den Bau vor, welche alle Aussicht haben, angenemmeu zu worden. Es soll nämlich in sehr freigebiger Weise veu diesen beiden Behörden zusammen der Gemeinde eine jährliche Rente zugesicherl werden, welche die Kosten des Baugrundes mehr als decken würde. Man muß einen solchen Act der Fürsorge und der Gleichberechtigung mit vollem Danke anerkennen. Ter Gemeinde sielen dann nur . die Baukosten zur Last, und hierfür sind bereits circa hundertfünfzigtausend Francs freiwilliger Beiträge eingegangen. Die Kosten werden wohl das Doppelte erreichen; allein cs ist nicht zu bezweifeln, daß. sobald nunmehr an reu Bau gegangen wird, diese Beiträge sich bedeutend erhöhen werden. Schwei;. La Chaux-de-Fonds, im Januar. (Privatmitth.) Der auch in ihrem Blatte (Nr. 3j gemeldete Verfall, daß der Großrabbiner Levy zur Einweihung des neuen Friedhofes in der protestantischen Kirche, und mir Erlaubnis; und unter Thcilnahme des Pastors gepredigt hat, machte im Laude nicht geringe Sensation, und wurde fast von allen Organen der Prefie freudig begrüßt. Der hier erscheinende Rational Suisse schreibt darüber: „Unbestreitbar verbreitet sich der Geist der Toleranz; ein Großrabbiner predigte, Montag in einem protestantischen Tempel und, was noch mehr heißen will, ans der Kanzel, und zur Einweihung des. israelitischen Friedhofes in les EplatureS. Ehre fei dem städtischen Magistrate, welcher das Beispiel gab, Ehre den beiden Geistlichen, welche sich ebenfalls geehrt haben, indem sie demselben folgten. Trotz des schlechten WetterS hatten sich den Israeliten viele Zuhörer von verschiedenen Enlten beigesellt. Außer den Localbehördeu befanden sich unter denselben zwei französische Pastoren aus La Ehaupde-Fonds, sowie der liberale Pastor. Die Eeremouie war so, wie sie sein sollte, einfach und würdig. Der Predigt wurde mit einer andächtigen Sympathie zugehört, und das Interesse verdoppelte sich, als der Pastor von leö Eplatures auf die Kanzel stieg, um an seine Gäste einige Worte der Brüderlichkeit zu richten. Vom Tempel begab man sich zum Friedhose, wo passende Psalmen recitirt wurden. Ter Großrabbiner schloß den Gottesdienst mit Gebet und Segen. Der Pastor lud ihn alsdann mit den Mitgliedern des israelitischen Eomitös ein, sich einige Augenblicke im Presbyterium ansznruhen, und Jeder kehrte daun mit den besten Eindrücken nach Hause zurück." Italien. Rom, im Januar. Das pariser Journal „Temps" enthält eine Eorrespondeu; aus Rom vom l. Jan., deren Wortlaut wir hier in treuer Uebcrsetzung wiedergeben: „In seiner Ansprache an seine früheren Beamten, welche ihm ihren Weihnachtsbesuch abstatteten. hat Pius IX. ganz besonders die Inden, <i„c.->ti ebrei, angegriffen, welche, wie er sagt, „Beschimpfungen und Schamlosigkeiten in ihren Zeitungen schreiben." Die päpstliche Welt, gewohnt die Inden als Parias zu . betrachten, war besonders aufgebracht zu sehe» , wie Kansleme,

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