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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-01-22 · Heft 4 (22.1.1873) · p. Seite 52

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 4 (22.1.1873)
Date
1873-01-22
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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weder pädagogisch zulässig, noch für das praktische Keben fruchtbar zu sein scheint. Liebt sich ja der Bersasser selbst bemüstigt, hinter dieser seiner Mittheilung Bibelsprüche anzusnhren, welche den äusierli'.ben Opserkienst geradezu paralysiren. Toü, soll diese Bemerkung dein guten Serke keinen Abbruch lbnn: es ist vielmehr rcn jüdischen Kehrern der unteren und der mittleren blasse rer Lchuljugend, sowie dieser selbst, bestens zu empfehlen. I ii 11 a.Mi cxcl.ni ei'l Dnitschland. Berlin, l«;. Januar. (Privalmitth.» TaS eben erschienene Teeemberheft des „EentralblatteS sür die gesamiMe Unterrichts- Verwaltung in Prensten" entbäll eine Znsammensteklrrng der „Zuwendungen im ütessort der Untcrrichtsverwaltung, zu welchen die landesherrliche Genehmigung ertheilt Worten ist." Unter den viernuddreisng Nummern befinden sich auch vier jüdische Stiftungen, von denen allerdings Näheres schon früher in dieser Zeitung berichtet worden ist, nämlich: Ter Rentier Maas zu Frankfurt am Main hat ein Kapital von ti<>,nun (dulden zur Begründung einer Stiftung zur Förderung der Schulbildung armer Israeliten in Frankfurt am Main und Umgebung ansgesetzt. Ter l)r. n*c«l. .V'esch zu Königsberg hat n. der Universitä zu Königsberg ü.<n>n Thlr. zur Gründung zweier Stipendien, I». der „Sehlthätigen Gesellschaft" daselbst 5,mm Thlr. zur Bestreitung der Unterrichtskosien sür arme jüdische Kinder, dem preufrischen Brovineialvereine für Bündennnterricht daselbst 2*mm» Thlr. legirt. Ter Handelsmann H ö ch ber g zu fr ra 11 f sn r t am Main hat der israelitischen (Gemeinde daselbst für ihre Real- und Bolksstbnle ein Capital von :ii»,nno Gulden zur Begründung einer „Tavid und Enuuannel Höchberg sch en Stiftung" zu Freistellen sür minder von Gemeindemitgliedern vermacht. Ter Kehrer Blum au der israelitischen Reetoratsschule zu Kro losch in hat mit einem, ans eigenen und gesanunelren Beiträgen aufgebrachten, Kapitale von 1 nm, Thlrn. eine „Kehrer B bum schc Stiftung" zur Ausbildung jüdischer .Knaben ans höheren Schulen. und deren Unterstützung während ihrer L Indien - Zeit, gegründet. Berlin, lo. Januar. «Brivatiriit'cheilung.j Senn unsere Staaisrcgiernng noch immer zögert, an die Borleguug eines Un terrichrsgeseves zu geben, so drängen doch die gegenwärtigen Zu stände immer mehr darauf, und cs könnte so weit kommen, rast selbst „Gefahr im Berzuge" wäre. Tnrch die katholische Bewegnng sind entscheidende Schritte im Schulwesen ganz unvermeidlich geworden, wenn nicht die bis jcizl in Brensten auch hinsichtlich des Uuterrichlswesens verbandcue straffe Tiseiplin verloren gehen sollte, freilich ist auch bei der gegenwänigen Strömung di-' Gefahr vorhanden, rast die neuen Gesetze, die gegdnwäriig gemacht werden, Emr dahin hinauslausen, die Tmnipolenz der Siaatsregierung zu verstärken, so dast, wenn einmal wieder eine rcaetionäre Sande lim g einträte. diese üregiernngsallmacht sich sehr fühlbar machen würde. TieS rufen die Ultramoutaueil den Kiberaten mit Grund zu, nur dast sie es gerade sind, welche Regierung und Gesetzgeber dazu nöthigen, sich dieser Richtung hinzngeben. Einstweilen übt die Ktegiernng ein unliebsames Tieiaterinm ans. Sie haben aus Iranksnrt berichtet, wie dort ein jüdischer Kehrer weggemastregelt worden ist, weil er Soeialist hin soll. Ter Schulvorstand wurde genörbigt ihn zu entlassen. I'i Elbing wollte der Magistrat einen katholischen Religionslebrer nicht austellen, weil er Infallibilist sei. Jetzt hat der M'misnr des Inneren den Magistrat angewiesen, diesen dennoch anzustellen, weil angeblich durch eine genauere Krachsrage sestgestell! worden ist, dast der bei Seitcin gröstere Tbeil rer Aelteru ihre Kinder in ver Kehre von rer Insallihilität unterrichten zu lassen wünscht. Sir haben also hier ans rer einen Seile Zwang, aus der anderen eine gewisse Ireibeit, die Herrschaft der Majorität in Gewisseussachen. Tast dieser Zustand nicht haltbar sei. und nur dadurch beseitigt werden kann, dast der Religionsunterricht den Religiousgesetlschaslen selbst überlassen werde, wie dies bis jetzt in Breitsten hinsichtlich der Juden gehallen wurde, ist einnehttich'. doch kann dies eben mir durch ein Unterrichlsgewtz bestimmt werden. Tie Spaltung in religieün Tingen ist bereits so weil gediehen, dast kleine Ansknnslsmntel nur noch schaden, Nichts mehr nützen. — In der Sitzung des preustischen Abgeordtictenhauses vom U. d. legte der Eiiltiismiiiifter vor: l, einen O'esetzenlionrs irr "Betreff des Austrittes ans rer .Kirche für die ganze Moriarchie und sür alle Eonsessionen; 2i eineii fcUK’ii in Betreff der Borbtldnng dev (Geistlichen, nrid :>) in K'etress der Tiseipliuargeivalt der (Geistlichen, i,nd Errichtnitg eines königlichen Gerichtshofes für tirchliche Angelegenheiten. Bon diesen hat der drille Entwurf gar keine Beziehung zum Indenihmne; der zweite könnte eine solche zu ihm haben, indem dadurch auch reu jüdischen Geistlichen (gymnasial- und Universitätobildiing als Bedingung vorgeschrieben werden könnte man wird dies erst ans dem Tenor res Enk- Wurfes ersehen tonnen. An sich ist er gegen die gegenwärtigen katholn'cheu Anstalten gerichtet. Bedeutung wird sür uns der erste EnNvurs haben, der wahrscheinlich eine Morisieation des bekannten Religienspatenles Iricdrich Silhelms I V. aus dem März 1SI7 enthält. Ta er gleichmästig für alle Eonsessionen gelten soll, so können wir selbstverständlich im Allgemeinen Nichts dagegen sagen. Loweit auch diese Entwürfe bis bettle, namentlich

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