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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-01-15 · Heft 3 (15.1.1873) · p. Seite 39

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 3 (15.1.1873)
Date
1873-01-15
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
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39 von unserem Könige aus demselben Grunde mit dem bairischen Berdienstorren geschmückt wurden. Die jütische Gemeindewahl ging diesmal bei ungleich schwächerer Beteiligung. als rie vorige, von Glatten, und da die orthodoxe Partei sich rer Wahlen gan; enthielt, so kennte die neologe ihre Caudiraren säniintlich rurchbringen. In der hiesigen politischen (Gemeinde sitzen nach rem Ergebnisse rer jüngsten Wahlen unter!2 Mitgliedern res Gemeindeeollegiums elf Israeliten, und unter zwölf Mitgliedern res MagistratscellegiumS vier Israeliten. Auch in :ü'ürnberg wurde in Letzterem Herr Bangnier Kehn gewählt, nur in Erfterem befinden sich zwei Israeliten. So sehen wir renn, ras; ras Licht rer Humanität durch das dichte Gestrüpp sich Bahn gebrechen hat, und rast die Ansichten über Philanthropie sich nach und nach selbst an solchen Orten zu klären beginnen, wo die widersinnigsten Bornrtheile das Licht der hereinbrechenren Zivilisation wie schwarze, am Himmel stehende/Gewitterwolken zu verdunkeln drohten. Zum Schlüsse gestatten Oie mir noch rie Notiz, rast unser allverehrier Herr Rabbiner Di-. Lewh Freitag am :u. Januar I S7H seinen siebzigsten (Geburtstag feiert. Aus der Provinz Posen, im Januar. .Privalmilth.' Bei reu jüdischen Mitbürgern in Posen hat es nicht geringes Befremden erregt, rast einer rer dort sungirenren Rabbiner es für angemessen erachtet hat, bei den, Direktor des Frierrich- Wilhelms-Gymnasinms rahiu vorstellig zu werden, rast den Schülern jüdischer Konfession an den Festtagen nur Sonnabenden vollständige, resp. theilweise Dispensation vom Schulbesuche, und sonst bisher nicht üblich gewesene Eoneessionen in dieser Richtung gemacht würden. Angeblich sollte der Dirigent ans Grund einer den Posenern unbekannt gebliebenen Eabinetsordre ans der mühlerschen oder ans früherer Zeit gewisse Erleichterungen in Aussicht gestellt, oder, wie eilte andere Bersten lautete, ans eine Entscheidung der Vorgesetzten Behörde zu prevoeiren versprochen haben. Wie man jetzt ans zuverlässiger Quelle mit Genngthunng eonftatiren kann, ist dem Petenten mit Rücksicht auf den Umstand, das; er im Aufträge oder ans eigenem Antriebe nur einen geringen Bruchtheil der jüdischen Bewohner Posens zu vertreten für legitimirt erachtet werdet! könne, ab schläglich beschieren worden. Es müsse vielmehr den Bälern und Bormündern der Schüler überlassen bleiben, eilte solche Befreiung nachzusuchen; es würde dann in jedein einzelnen Falle, unter nachdrüctlichem Hinweis auf die üblen Folgen, welche solche Störungen für den einzelnen Schüler, sowie für die Gefammtheir naturgemäß mit sich bringen niüstten, das Gesuch gewährt oder versagt werden. Die Umwandlung der preußischen Gymn asien — schreibt man der ,,P. Z." — in selche, in Bezug aus welche alle Eonsessionen gleiche Rechte geniesten, wird von der Staaisregierung jetzt energischer verfolgt. Wie der in Bielefeld erscheinende „Wächter" schreibt, befindet sich der Regierungspräsident Del ins ans Minden augenblicklich ans einer Rundreise dnrä' die Provinz i Westphalen, um den Städten, die ein Gymnasium besitzen, im ' Aufträge des Ministeriums die Frage verznlegen, ob sie ans dem! Gmnnastuin den eonsessioneilen Unterschied verbannen, ^dasselbe also in ein patitalisches verwandeln wellen, und ob sie! ferner dem Staate das stecht der direeten Ernennung des Direktors und ersten Oberlehrers der Anstatt zugesteben wellen, falls derselbe eventuell für das entstehende Desieit eimreie. Wie i raS genannte Blatt hört, haben sich bis jetzt beinahe alle Städte! mit grosser Majorität für ein paritätisches Guninasinm ausgesprochen, selbst die speeisisch katholischen, dieselbe Entscheidung trafen die Stätte Herford und Bieleselk. STcftrctd>ifd)'u11aii*ifd>c Mouarcbie. Pest, 27. Deeember. (Prioatm. i Der hiesige israelitische H a n dw e r k su n d A ck e r b a u v e r e i n hielt gestern seine Ge neralversammlung ab. Rack einer 'Ansprache des Herrn M. A. Weist, welcher rem Bereine seit dreistig Jahren als Direetor versteht, gelängte der Generalbericht zur Berlesnng. Demselben entnehmen wir u. A., dast der Ausschuß in der jüngst verflossenen Periode ans den Unterricht der Zöglinge, ans rie Sonnlagsnnd Zeichnenschnle, mir ans den fleistigen-Schulbesuch, die strengste Sorgfalt verwendete, dast die Herren l>r. A ausert, n g und Kehn an rer Sonmagsschule von Zeit zu Zeit erbauliche nur belehrende Borträge halten, ferner dast die Anzahl rer Zöglinge jetzt lul; beträgt. von denen Handwerker und elf Dekelte men sind. Aus rem Darlehnsfends wurden im vorigen Jahre sechs angehende Meister mit unverzinslichen Darlehnen im (V sanimtbetrage von 12m» fl. imterslüi.-i. Auch wurde der jüngst durch Herrn R. Schuck veranstalieren Wehlthätigleilsoorstel lungen gerächt, welche dem Bereine einen Nettoertrag von xnn fl. nebst 72 sl. an Ueberzahlnngen eiitbrachren. Zrim Schlüsse erfolgte die Bertheilnng von Prämien, bestehend nt Dnea'en, Dhalerlind (^nldeiistücken, an etwa 2" rer bravsten Bereins Zöglinge. Der Herr Bieedireeter I >r. Schönberg leitete riesen Aci mit einer angemessenen Ansprache ein, und am Schlüsse sprach einer der Prämiirten seinen und seiner Eellegen Dank in ergreifenden Worten ans, worauf noch der Herr Direetor einige ernmnternde und bekehrende 'Werte an die Zöglinge richtete. —. Zur endlichen Organisation des haiipiflädlischen Mn nieipinms ist vom Minifterimn des Inneren an die Staklgomeinten von Pest, Ösen und Alresen ein Erlast ergangen, dast eine Eemmissien für die Borarbeiten erwählt werde. Diese. Eeinniission wird durch die bisherige Siadtrepräsenianz gewählt. Die Letztere rührt aber noch ans einer Zeit her, wo die Inden an der 'Wählbarkeit znm Mnnieipium kein Recht l-aUeii. Man verlangt daher, dast die Sladlrepräsentanz sich nicht beschränke, ans ihrer eigenen Mitte Mitglieder in diese wichtige Eennnission;» wählen, und namentlich auch einige Israeliten, da gerade

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