Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1873)
- Date
- 1873-01-15
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
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36 Breitling gefunden und, wie re Ress, sagt, sehr selten geworden ist. Rabbi Jehnda Vöw Jeitteles in Prag wendete nach langer Unterbrechung wiederum dieser Sprache seine Aufmerksamkeit zu, lind veröffentlichte, nebst kleinen Arbeiten über die Targumim in dem Jahrbnche Bikknre Ha-Jttim, eine aramäische Grammatik -j-'rrr.-: n,'3'0 «Prag 1S13I. Ur. Julius Fürsts Lehrgebäude der aramäischen Spraci'e, IS3C», nebst Chrestomathie. CharusePeninim, erösfnete zuerst den Reigen zu einer wissenschaftlichen Bearbeitung dieser Sprache, dem sich kurz darauf das brauchbare Vehrbuch Marpe leschon arami, Wien ls:*S, von Ephraim Israel Blücher anreihete. Ter selige Samuel David Vuzzatto hat nun einem längst gesuhlten Bedürfnisse abgehelfen und, vorzüglich zum Gebrauche der Hörer am Institute rabbinieo zn Padua, in den Jahren 1 S.V2—?.:i eine kleine, durch Klarheit und Uebersiänlichkeit ausgezeichnete, (Grammatik ansgearbeitek, die aber erst nach seinem Tode I d<i'.« herausgegeben wurde'. Ueber die Bortresslichkeit dieses Wertes, das, abweichend von rer bisherigen Methode der früheren (Grammatiker, in zwei Abtheilnngen getrennt, ras biblischchaltäische und das talnmdische Idiom separat behandelt, hat die Kritik gleich beim Erscheinen desselben in italienischer Sprache ihr einstimmiges Unheil gefällt, so das; wir eigentlich darüber nichts Besonderes mehr zu sagen haben. Ter geniale Sprach forscher und Grammatiker giebt sich auf jedem Blatte zu erkennen, wie dies bei allen ähnlichen Arbeiten desselben der Fall ist. Samuel David Vuzzatto, der sich durch seine kritischeit Untersuchungen über Onkelos sOheb Ger, Wien l V,o >, sowie durch seine glückliche Auffindung des anonymen und die Herausgabe der Massora zum Targum (Ozar Rechniad I V S. I unsterbliche Berdienste um die wissenschaftliche Behattdlnng dieses Idioms erwerben hat, war zu dieser Arbeit wie kein Anderer berufen und befähigt, und es ist nur zu bedauern, daß sie zu gedrängt ist, und sich nicht aus den jernsalemischeu Talmud erstreckt. Herr Krüger hat sich darum durch die Uebersehung dieses gediegenen VehrbncheS, das erst im teulscheit Gewände die verdiente Berbreitung finden wird, den Tank aller - Derjenigen erworben, die sich mit dem Studium des Talmud beschäftigen. Herr .(träger hat seiner Uebersehung kleine Anmerkungen beigegeben, die wohl recht willkommen sind; aber um so mehr vermißt man jeden Rachweis auf Borarbeiten und sonstige Hnlssbncher. Selbst das chaldäische Wörterbuch über die Targnnlim und daS rabbinische Schriftthnm von Rabbiner Nr. I. Vevy, und die Arbeiten von Fürst mit’ Winer, sind mit Stillschweigen übergangen. Auch aus die hierher gehörenden anderen Arbeiten von Vuzzatto, wie aus seine grammatische Epistel im Maasse Cphod (Wien l S'.'i. S. 211 ss. i, wäre zn verweisen gewesen. Herr (träger beabsichtigt eine talnmdische Chrestomathie als zweiten Theil folgen zu lassen, der gewiß auf eine willkommene Aufnahine rechnen kann, und an welcher Stelle derselbe diesen Mangel wohl ergänzen wird. Bon den wenigen, leicht zu verbessernden Druckfehlern haben wir blos zu bemerken, daß S. .'»8, Z. 13 daS Wörtchen ars ausgefallen ist. Druck und Ausstattung sind sehr schön. ■p—s- Hebräische Zeitschrift, herausgegeben von Rabbiner l>r. Joseph Kebak. S. Jahrgang. Bamberg 1S72. SS S. Diese in zwanglosen Heften erscheinende hebräische Zeitschrift, die durch die schlettersche Buchhandlung zu beziehen ist, kann mit Recht ein Archiv von Jneditis und Handschriften genannt werden. Auch diesmal bringt der Jahrgang, nebst kleinen lehrreichen Abhandlungen in Briefen, sehr interessante Minheilungen aus Manuseripten im Bestie des Herrn Halberstamm in Bielitz, und ans Abschriften von Herrn Steinschneider. Ter, heftige Streit, der über den Mo roh von Mainumi entbrannte, veranlagte einen so lebhaften und interessanten Briefwechsel, der wahrhaft Bewunderung erregt. Was in unserer schreibseligen Zeit in der Presse ausgekänlpft wird, das wurde vor Jahrhunderten in jüdischen Kreisen in langen Briefen ansgesährt. Der Gegenwart scheint es Vorbehalten zn sein , diesen gesammten Briefwechsel an den Tag treten zu lassen. Tie vollständige Ausgabe der msx in Veipzig, die Briessamntlnng ms:p nn:*: lPreßburg 1S3S), die polemische Epistel asrD von strabbi Meir Halevi. bilden schon eine beträck'tiiche Anzahl, die aber jetzt in dem vorliegenden Hefte durch zwei sehr schöne Briefe des Rabbi Joseph ben Todros und des Rabbi Chißdai an die Gelehrten in Frankreich, vermehrt wurde. Herr Halberstamm beabsichtigt noch eine Reihe Briese, die in seinem Besitze sind, heranszngeben, wodurch die lehrreichen Arten über diesen ganzen Streit vollständig vor uns liegen werden. Aus die übrigen Arbeiten, z. B. vom seligen Rabbiner Rapoport, zur Biographie des Rabbi Chefez ben Jazliach, können wir hier nicht eingehen. Wir wünschen dem gelehrten Herausgeber, der seinen Jeschnrun mit vielen Opfern im Interesse der jüdischen Wissenschaft seit Jahren herausgiebt, warme Theilnahme und reiche Unterstützung. D. Oppen h ei in. Bonn, 1". Januar. Das früher in Bukarest erschienene Echo Tannbien erscheint gegenwärtig als Echo de l'Onent, herausgegeben von seinem Redarteur S. Carmetlin in Brüssel, als Wochenschrift in großem Formate. Cs hat sich die Bermittelnng des Orients und Oerirents, namentlich in politischer Beziehung, znr Aufgabe gestellt. In der ersten Rümmer ist ein längerer Artikel über die Vage der Inden in Rumänien und die netteste Geschichte derselben enthalten. Doch bietet er uns hierüber nichts Renes. — Auch in W i en soll vom 1. Januar an eine jüdische Zeitschrift in deutscher Sprache, aber in hebräischer Ouadratschrift erscheinen.