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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-01-01 · Heft 1 (1.1.1873) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 1 (1.1.1873)
Date
1873-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 für jüdische Hospitanten sich eignen, oder solche anfziniehmen geneigt sind. Die dessattsigen Positionen waren also t'itf je dl nutzlos. Ebenso fragt inan, wozu der Minister l)r. Jalk zwei jüdische Delegirte zu den Eonferenzen der Schulmänner gerade ausschließlich über das Eapitel der Seminarien eingeladen und gehört hat, wenn er nicht emschlosseit war, den daraus erfließenden Ansprüchen irgend gerecht zu werden? — Allerdings erhält das jüdische Seminar in Hannover eine Unterstützung ans Provineialmitteln, und vielleicht denkt man im Ministerium daran, auch die anderen jüdischen Seminarien ans die jetzt in rer Begründung begrissenen Provineialsonds;n verweisen. Das ist jedenfalls ein weiter Umweg, der schwerlich znm Ziele führen würde. Denn in Hannover war die gedachte Unterstützung von der ehemaligen königlichen Negierung ansgegangen, lind konnte so auf die Provinz übertragen werden, nachdem das Königreich eine Provinz geworden war. Dieses Berhältniß paßt also aus die übrigen preußischen Provinzen nicht im Geringsten. Berlin, 22. Tee. (Piivatmitth.) Ans einem Berichte der „^önigin-Elisabeth-Stislnng"zn Ehrengeschenken bei goldenen Hochzeiten entnehmen wir über ihr letztes Stistnngsjahr, daß 172:: Jubelpaare in diesem Jahre beschenkt worden sind, und zwar hebräische Bibeln an fünfundzwanzig jüdische Ehepaare. Man ersieht hieraus, daß die goldene Hochzeit doch nicht eine so seltene Erscheinung ist, wofür sie gewöhnlich ansgegeben wird, noch dazu, da nur solche Jubelpaare mit Ehrengescheukeit ans der Stiftung erfreut werden, welche deshalb bei dem Borslande derselben zn diesem Zwecke ange'meldet worden sind, so das; also die obigen Zahlen nicht sämmtliche vorgekommene goldene Hochzeiten zu befassen scheinen. Nach den angegebenen Zahlen kam ans >',!> Jubelpaare ein jüdisches, was ein günstiges Zeichen ist, da erst unter 7 I Seelen in Preußen ein Jude ist. Aus Mitteldmtschland, in, Deeember.! Ein gesandt.» Sic thun gewiß recht wohl daran, den Mainzer Israeliten gänzlich zu ignoriren. Welcher vernünftige Mensch wird von seinem Inhalte 'Notiz nehmen! Der Herausgeber kennt auch sein Pnbliennt, und weiß wegen dessen Ignoranz oder auch wegen der henckleinschen Sympathie bei seinen Psendoberichten und falschen Eitalen vor Entlarvung sich sicher. Seine Gegner aber, theils lesen sie sein Blatt gar nicht, und wenn Einzelne des :ui<U:ihir wegen es ja lesen, so sind sie entweder zn gleichgültig, um weiter Notiz davon zu nehmen, oder — sie mögen mit diesen Renten Nichts zn schassen haben, die den ultramontanen Blättern, wie „Voltsbote" „Vaterland" und anderen ultramontanen Schmiizblättern, das Schimpfen abgelernt haben, und ganz assenmäßig nachznahmen sich nicht scheuen. Indessen scheint es mir von Zeit zu Zeit nicht ganz überflüssig, dem wahrheitsliebenden jüdischen Piibliemn das Verfahren dieser Sippschaft zn beweisen. Unter Hunderten, die sich ansühren j ließen, will ich nur ein Beispiel der Unverschämtheit mittheilen, i das jeden ehrliebenden Parteigenossen Lehmanns bestimmen müßte,! sich von ihm abznwenden, und jeder Gemeinschaft mit einer solchen Persönlichkeit zn entsagen. Es ist das jedoch kaum zu erwarten; denn die Gegner der Aufklärung des Volkes, der geistigen >i'rast, welche die Wahrheit , gewährt, entbehrend, suchen diese durch ein festes Zusammenhalten zu ersetzen, wie das in allen Zeiten von den Jesuiten ebenfalls geschehen ist und geschieht. Die Reaetion erhält sich stets nur durch eine strenge Parteidiseiplin. Das Individuum giebt einen Theil seiner Selbstständigkeit aus, um dein Parteizwecke zu dienen, opfert fcim* Wahrhaftigkeit, und nicht selten sogar sein Rechtsgestthl. Das macht allerdings die Partei stark, doch nur für einige Zeit, und unter von Außen begünstigenden Umständen. Irüher oder später schlägt aber dein reaetionären Streben die Stunde. Doch will ich hierbei nicht länger verweilen, sondern sogleich ans die Sache selbst eingehen. In Nr. IS des Israeliten bespricht der Nedaeieur „die Reform des Gottesdienstes in München", wenn näinlich schmähen und schi'.npsen besprechen genannt werden kann. Ich fühle mich indessen nicht bernsen, weder für die Gemeinde München, noch für ihren Borftatid oder Rabbiner in die Schranken zn treten, .und lasse deshalb alles Gesagte dahingestellt. Nur folgender Satz ist es, den wir als charakteristisch nicht unbeachtet lassen dürfen: „Daß die Einführung deutscher Gebete," Heist es wörtlick S. „itut Gesänge in den jüdischen Gottesdienst verboten ist, steht außer allem Zweifel, trotzdem sich ans den .Q.nellen da6 Eiegentheil zu ergebe» scheint. «Bergleiche Sotah f. :>2. Brach Ehajin: E. HU -1.)" Um tnrz zn sein, wollen wir uns nur ans folgende Andeutnngen beschränken, nach welchen es außer allem Zweifel steht, daß Herr Vehinann daraus ansgeht, seine Vcfcv zu täuschen. 1) Wenn ans den Duellen das Gegcntheil sich zu ergeben auch nur „scheint", so kann doch unmöglich behauptet werden, daß das Verbot „außer allem Zweifel stehe." 2) Wenn ans den Duellen sich ras Gegentheil nur zu ergeben scheint, so müßten die betreffenden Dneilen eine zweifache Deutung zulasten, und Denjenigen, welche die Einsüh. rnng für crlanbt Hallen, nachgewiesen werden, daß von ihnen die fraglichen Stellen nicht recht verstanden seien. Dem ist aber tiickt also, denn die gesetzlichen. Bestimmungen lassen gar keinen Zweifel anskommen, daß die Einführung deutscher Gebete und Gesänge nickt nur nicht verboten, sondern erlaubt sei. Die letzteren werden mit einer nicht zn verkennenden Schlauheit angeführt, ohne daß rer m,kundige Vcfcr bestimmt weiß, sollen sie Belege sein für das behauptete „Verbot," oder für den „Schein des Gegentheils". Da man annebmen muß. Jeder führt als Beleg eher d i e Stellen an, die für s eine 'Behauptung sprechen, als für reu Gegner, so wird, wer die angeführten Stellen nicht kennt, natürlich glaubeil, sie beiveisen.das.Verbvt,_ wäbrenr i» den angeführten Stellen mit klaren Worten ausgesprochen ist, selbst die Pslichtgebete, Schma unk Schmone

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