Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 und beschwerliche Sendung finden kennte, so. würden sich die Kvstell derselben jährlich ans lingefähr 17.no Franken belaufen: nämlich 7oo Franken für die Nebenkosten, die Mieche eines angeinessenen Hanfes außerhalb des Indenviertels, Diene', schas! Pferd mit Reitknecht. Möbel, Einladungen von Zeit zn Zeit, (beschenke an die hohen persischen Würdenträger, was in diesem Vanke unentbehrlich ist, und zugleich viele Schwierigkeiten ebnet, Anzeigen in den persischen Zeitungen: ferner 2non bis 27.0,> Fra ulen für die Schule, und endlich nnon Franken l'Mjalt. Ü4?cim die Alliance das Mittel, welches Ihr' Eomitck ihr verschlägt, billigte und glücklich genug wäre, einen der Höhe der zu erfüllenden Mission angemessenen Mann zu finden, so wäre cs für ihn gut zu erfahren, daß unsere armen Brüder in Iran in Folge der unsäglichen Unterdrückung und rer schrecklichen Bersolgnngen, denen sie beständig unterworfen sind, bis ans die unterste Stufe der. socialen weiter gesunken sind. Was ist es zu verwundern, Herr Präsident, wenn. Menschen, die keinen ^adcn im Bazar eröffnen, ihr Gewerbe nur itinerhalb ihrer Häuser ansüben dürfen, die keines Rechtes genießen, imd kaum geduldet sind, was ist es zu verwundern, wenn solche Menschen, um den ersten Bedürfnissen des Gebens Genüge zu thun, sich jeder Art zweideutigen Verkehres, verbotenen oder erlaubten, widmen? Und noch schlimmer, bis ans die Angeberei ihrer eigenen Brüter - einer anderen Duelle des Unheils! — ist' diese tiefe Depravation unserer Glaubensgenossen, für die, Hessen wir es für die Menschheit und für nufere Brüder, Persien allein ein Beispiel bietet, so eingewurzelt, daß sie bei ihnen zur zweiten Matur geworden ist; wenn man diesen traurigen Stand der Dinge nicht im Borans kennt, würde man bei dem Anblick einer solchen Gesnnkenheit leicht den Mnth verlieren und sich auf die Seile der Verfolger schlagen; weist man es, wird man die Ursache dieses tiefen Falles nicht ans den Angen verlieren. Deshalb sagte ich, dast die zu findende Persönlichkeit besonders mit vieler (Geduld gewassnet sein must. Ich kenne einen Gneber, rer von seinen Glaubensgenossen in Bombay nach Teheran geschickt worden ist: das Schicksal seiner persischen Brüder war das gleiche, wie das unserer Glaubensgenossen; Manak-ischn-Sahab, so heißt mein Gneber, welcher in Teheran als Kaufmann anstrat, ist ein vorzüglicher Mensch; seit seinem 'Aufenthalte in Persien, nun seit sieben Jahren, hat sich das Schicksal seiner Brüder sehr gebessert, und bessert sich noch fortwährend; ich war mit ihm in Verbindung wegen der Angelegenheit Majadrou, für welche er sich eifrig bemüht hat; ich bin sichrer, daß er den Abgesandten der Alliance gern mit seinem Rathe »ud seiner Erfahrung unterstützen wird. In allen Fällen wird die Alliance gut thun, sich an den persischen Großvezir Mm za-Hassan-Khan, und direct an den Schah durch Bcrmiltelnng einer Gesandtschaft in Teheran zu wenden, um ihn zu bitten, der Unterdrückung und Ungerechtigkeit, die schwer von Seiten der Regierenden und des Bolkes ans unseren Brüdern lasten, ein Ziel zu setzen, und zumal sie von der Steuer zu befreien, die ihnen besonders von dem Schah anfcrlegt ist, und in Folge der Habsucht und Raubgier schändlicher Unterbeamter verfünffacht und verzehnfacht wird. Hessen wir, daß mit (Zolles Hülfe, und mit rer Unterstützung unserer Brüder der ganzen Welt, ein glücklicherer Tag für den schwachen ältest Inra's, welchen Persien birgt, anbrechen wird! I.?urio", Präsident. £i!crnrifdjcr Wochenbericht. Pest, 0. Dccember. Die von Herrn I)i\ A d. Iellin e t im Jahre I sr.:i in Leipzig nach einer verstümmelten Präger Edition heransgegebene Dissertation Rabbi Mose bcn Rachmaus rr:'*;*- 'n mp rvs-rf, ein dogmatisch-apologetischer Bortrag, welchen derselbe, nicht vor deni Könige Jakob von Aragonien in Saragossa, wie es ans dem Titelblatte der leipziger Ausgabe heißt, sondern in der Synagoge zu Barcelona gehalten hat, liegt in einer neuen, nach einer, im Besitze Schorrs befindlichen Handschrift, von Icllinek besorgten, verbesserten und vermehrten Ausgabe vor. (Wien, Herzseld mit Bauer, ist2). Es erscheint überflüssig, den Werth dieser nachmanschen Abhandlnng über „die Borznge rer mosaischen Vehre" besonders hervorznheben. Diese neue, splendid ansgestattete Ausgabe ist im Verhältnis; zu der leipziger nicht nur nm mehrere Seilen vermehrt, so namentlich S. 22, 22 - 27., 20—2 1, sie enthält.auch allster schätzbaren Anmerkungen des verdienstvollen Herausgebers eine sehr werthvolle Zugabe über das Paradies ans einem handschrisilichen Eemmentare ^Mordechai bcn Elicser Eomtino's zu einer Schrift Aben Esra's. Das llach einer cambrikger Handschrift hier znm ersten Male edirte Fragnient -mir: r-orn ist von minderer Bedeutung. — Der 7>. Theil des Beth Hamidrasch, auf den der Herausgeber in den Zusätzen verweist, wird demnächst die Presse verlassen. Kg. eilmui cj.Muxe ßucßfc eit. ^Berlin, 22. Tee. tPrivatmilth.) Bor mir liegt der „Etat für das Minisierinm der geistlichen, Unterrichts- und Medieinalangclegcnheiien für das Jahr lS72." Ich dnrchmnstere ihn, besonders das Eapitel über die Seminarien, und finde darin zwar viele Anfbessernngen einzelner Positionen, auch Summen für zu begründende neue katholische nrid evangelische Seminarien ansgeworsen — aber für jüdische Seminarien Nichts. Und roch war dieö die einzige Position, für welche man eine Staatshülfe erhoffte, auch gewissermaßen erhoffen durfte. Die Rechtsansprüche und die Nützlichkeit sind für die bestehenden jüdischen Scniinarien zu offenbar, da'die Seminarien, die der Staat unterhält, streng katholisch und streng evangelisch sind, und nicht einmal