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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-12-24 · Heft 52 (24.12.1872) · p. Seite 1033

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 52 (24.12.1872)
Date
1872-12-24
Page
Seite 1033 (sequence 11)
Language
German
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solle. — In Larache in Marokko hat ein Jude den Tod eines Spaniers verursacht, wodurch die Bevölkerung der Stadt in große Aufregung versetzt worden ist. Jndeß hofft man, daß die gerichtliche Untersuchung und Bestrafung ordnungsmäßig vor sich gehen werde. Holland. Amsterdam, li. December. (Privatm.) Gestern - Abend fand hier eine Sitzung des hiesigen rumänischen Comits's statt, wo über den brüsseler Congreß Rechenschaft ertheilt wurde. Beschlossen wurde Nichts; zu erwähnen ist nur, daß die anwesenden rumänischen Juden auf das Lebhafteste gegen den Gedanken einer Auswanderung im großen Stile protestirten. In Liebe zum Vaterlande, erklärten sie, werde der rumänische Israelit von Niemandem in der Welt übertroffen. Rußland. St.-Peterö-urg, im Nov. (Privatmitth.) Unter der lebhaftesten Betheiligung eines gelehrten, sowie gebildeten Laienpublicums fand am 3. d. an der philologischen Facultät der hiesigen Universität die erste Promotion eines Israeliten zur Doctorwürde, die sie in der medicinischen Facultät schon vielfach erworben haben, statt. Der junge Doctor ist kein Anderer, als der schon wiederholt in diesem Blatte genannte Herr A. Harkawy, der sich bereits durch seine bedeutenden Leistungen auf dem Gebiete der orientalischen Sprach- und Geschichtsforschung einen sehr geachteten Namen erworben hat. Die Disputation zwischen Herrn Harkawy und seinen officiellen und nichtofficiellen Opponenten, den Professoren Grigorjew und Chwolson, sowie den Herren Mandelkern und Baron Rosen, fesselte die Anwesenden, unter denen wir auch den Curator des St.-Petersburger Lehrbezirks, Fürst Liven, bemerkten, in einem solchen Grade, daß, als nach ihrer Beendigung der Decan der Facultät, Herr Professor Beresin, Herrn Harkawy der Verleihung des Doctortitels für würdig erklärte, aus der Mitte des ZuhörerraumeS lautes Händeklatschen und lebhaftes Bravorufen ertönte. Die Dissertation, an welche sich die Disputaüon knüpfte, behandelte „die ursprünglichen Wohnsitze der Semiten, der Jndoeuropäer und Chamilen". — Im Saale der Kunstakademie gelangte in diesen Tagen die neue Statue des Herrn AntokolSki „Peter der Große" sowie die Photographien der Werke desselben Künstlers „Johann der Grausame" und „Johann III." zur Ausstellung. Warschau, im Nov. (Privatm.) Die Angehörigen eines kürzlich verstorbenen Mitgliedes der hiesigen jüdischen Gemeinde wollten dasselbe nur in einem Sarge beerdigen lassen; es mußte aber unterbleiben, da.eS der Deputirte für das Leichenwesen, Vorsteher Herr M. Berson, aus rituellen Gründen nicht zugab. Unseres Wissens ist obiger Gebrauch in vielen israelitischen Gemeinden des Auslandes schon längst gäng und gäbe. — In das Comits zur Bekämpfung der Choleraepidemie sind Seitens des Statthalters Grafen Berg aus unserem Borstehercollegium die Herren Präsident Dr. Natanson und M. Berson berufen worden. — Wie der hier erscheinende „Israelit" hört, soll im hiesigen Rabbinate ein eigenes Sekretariat gebildet werden, welches ausschließlich den schriftlichen Verkehr ' sowohl mit der Regierung wie mit dem Gemeindevorstande zu vermitteln hätte. Zum Secretär soll Herr. Großglück von hier ausersehen sein, ein junger Mann, der sich eben so sehr durch sein hebräisches, resp. rabbinisches Wissen, wie durch seine stilistische Gewandtheit, auszeichnet. — Nach dem statistischen Ausweis vom Jahre 1871 zählt die hiesige jüdische Gemeinde an männlichen Mitgliedern 41,934 , an weiblichen 47,384; die Einnahmen der jüdischen Gemeindecaffe betrugen 43,990 Rubel, die Ausgaben incl. Unterstützungen an Hülfsbedürstige in Geld und Naturalien 40,313 Rubel. Es gibt hier 606 jüdische Hausbesitzer, 52 Synagogen und Bethäuser, 3 Religionsschulen, die vom Vorstände unterhalten und beaufsichtigt werden; dieselben werden von 331 Schülern besucht. Moskau, Anfang November. (Privatmitth.) Ich habe Ihnen heute von einer herrlichen, fast Epoche machend zu nennenden Feier innerhalb unserer hiesigen jüdischen Gemeinde zu berichten. Durch den unermüdlichen Eifer und die persönliche Opferwilligkeit vieler unserer hiesigen Glaubensgenossen, namentlich der Herren Ehrenbürger Malkiel, Manassewitsch, Rossyjanski, Wyssycki und des Rabbiners Herrn Minor, 52*

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