Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1872)
- Date
- 1872-12-24
- Page
- Seite 1027 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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bei der maköwerschen Fassung dies gefährliche Wort gut auslassen, während sonst der Verein leicht als politischer erschiene, und nicht mit anderen in Verbindung treten dürfe. 3) Auch die Formel für das Verhaltniß dieses Bundes zum französischen habe die Commission überraschend eng gefaßt, wenn es hieße: „die Erfüllung dieser Zwecke übernimmt der Verein in Deutschland allein." (Lebhaftes Bravo.) Rabbiner vr. Bamberg er (Königsberg) entgegnet dem Vorredner, daß sowohl in Westrußland, wie in Persien, die Juden gerade wegen ihrer Sonderstellung Und in ihrer Eigenschaft als Juden der Unterstützung Seitens der Alliance isradlite universelle für würdig gehalten worden sind. vr. Hildesheimer (Berlin) hielt den Commissionsantrag .für todtgeboren, weil er den Kernpunct aus der Versammlung hinausschiebe und dem Centralausschusse xiein xouvoir gebe. Die Versammlung müsse nach einer oder der anderen Seite hin die Sache selbst zu ordnen suchen. Er stehe auf neumannschem Standpunkte, und habe gegen Makower einzuwenden, daß erstens die legalen Mittel zur Erweiterung seiner Wirksamkeit Seitens des Localvereins zu Berlin möglicherweise noch nicht erschöpft seien. Dann habe die Alliance einen gewissen Nimbus, der bei besonderen Comitös, wie bei denen für Rumänien und Persien, immer erfolgreich benutzt worden sei, und dessen Mitwirkung auch ferner nicht aufgegeben werden dürfe. Die vollständige Autonomie, die das makowersche Statut ausspreche, werde dem Vereine im Auslande nur schaden und Scheelsucht Hervorrufen. Auch in Deutschland selber werde dadurch ein Bruch geschaffen. Noch sei kein Jude in Deutschland so angesehen , wie Crömieux in Frankreich, um mit Ministern und Präsidenten auf gleichem Fuße unterhandeln zu können. Der makowersche Antrag spreche nicht Coordination, sondern vollständige Autonomie aus, wenigstens dem Wortlaute des Statutes nach, der neumannsche dagegen vermeide Dies, ohne Subordination zu schaffen. Löwenstein: Das pariser Statut giebt uns an die Hand, aus dem Localeinen Bezirksvorstand zu bilden. Dieser könne dann im Vereine mit dem pariser Comit6 das Statut umgestalten. Bisher sei das pariser Conchs den Deutschen stets nur freundlich entgegengekommen. vr. Aub bittet den Antrag der Commission nicht zu übersehen. 5 Auf den von der Versammlung lebhaft unterstützten Wunsch des Herrn Commercienraths Weigert spricht . S a n it ätsr a th vr. Neum an n seine Stellung zum meyerschen Anträge aus. Letzterer setze die Alliance in ihr vollständiges Recht ein, und befriedige ihn daher vollkommen. Auch die Streichung des Passus über die Gleichberechtigung sei auf den Rath eines Juristen hin besser vorzunehmen. (Lebhaftes Bravo.) Schluß der allgemeinen Debatte wird angenommen, und es beginnt die Specialdebatte, zunächst über § 1. Da vr. Buch Holz später seinen Antrag zu Gunsten der Commission zurückzieht, liegen zum § 1 des makowerschen Statutes außer dem Amendement des vr. Kristeller noch vor l) der Antrag der Commission, 2) die meyer-neumannsche Fassung, 3) die Einleitung zum § 1 der Herren vr. Bamberger, Lehmann und Kohner, 4) Antrag des Herrn Löwenstein auf Bildung eines deutschen Bezirksvereins, der das Weitere im Zusammenhänge mit dem pariser Comit6 beschließen soll. Advocat Lehmann (Dresden) erklärt feine Zustimmung zum meyerschen Amendement. Er wünscht nur noch hineinzusetzen: „unter Ausschluß aller religiösen Parteifragen." Rabbiner vr. Ra hm er (Magdeburg) spricht sich für Löwenstein aus. Sanitätsrath Vr. Neumann wünscht noch die Unterstützung der jüdischen Literatur unter die Zwecke des Vereins aufzunehmen, und die Worte: „der Bund hat seinen Sitz in Berlin" für § 10 aufzusparen. vr. Kohn: In der Provinz würden die Localcomitss am Meisten für die Anträge des vr. Buchholz und Löwenstein sein. Neumann-Meyer vergäßen anzugeben, in welcher Weise die Verbindung mit Paris hergestellt werden solle. Die Provinz Posen z. B. werde sich Berlin nur dann zugesellen, wenn die enge Verbindung mit Paris gewahrt bliebe. Diese Provinz wünsche auch vor Allem eine materielle Hebung der Juden, und sei gerade in dieser Beziehung mit Paris immer sehr zufrieden gewesen. Herr Lev y stellt ein neues Amendement, statt der meyerschen Fassung zu sagen: „Der Jsraelitenbund in Deutschland als integrirender Theil der Alliance isra6lite universelle" rc. Spanie r für Neumann - Meyer: Jeder Antrag schaffe ein neues Statut, und dann sei die präcise Fassung