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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-12-17 · Heft 51 (17.12.1872) · p. Seite 1007

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 51 (17.12.1872)
Date
1872-12-17
Page
Seite 1007 (sequence 5)
Language
German
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Hälften theilen, daß durch die Vorlage, wie sie beschaffen * istdie Versammlung selbst vor eine offenbare Spaltung gestellt worben ist, die sich in den Debatten bemerkbar machen mußte. Es war von vornherein eine gewiffe leidenschaftliche Stimmung. nicht zu vermeiden, da sich selbstverständlich Anhänger der Alliance mit solchen, die ihr weniger zugeneigt sind, begegnen mußten. Die Ersteren konnten in den beiden ersten Entwürfen nur die Absicht erkennen, die Alliance als solche in Deutschland zu beseitigen.'Kaum hatte daher der Vorsitzende des Vorstandes des berliner Loealcomit6's, Herr Professor vr. Lazarus, die Vvrversammlung eröffnet, die Präsenzliste feststellen lassen, und angefangen den Entwurf einer Geschäftsordnung, die für dir regelmäßigen Sitzungen gelten sollte, vorzutragen, als der nochwendig vorhandene Streitpunkt zum Ausdruck kam. Zunächst wurde das Verfahren des Vorstandes angegriffen, daß er die Alliance zu beseitigen, mit ihr tabula rasa machen wollte, und statt sich auf die Delegieren der Localcomitsß zu beschränken, Männer eingeladen habe, welche der Alliance gar nicht angehörten. Man befinde sich hier im Hause der Alliance selbst, und wolle diese zur Thüre hinauscomplimentiren. Wir fügen gleich hinzu, daß bei einem folgenden Paragraph der Geschäftsordnung von derselben Seite her bestritten wurde, daß die -ringeladenen Vertrauensmänner ebenfalls abstimmen sollten, wenigstens müßten die Delegirten der Lvcalcomittzs nach dem Zahlenverhältniß ihrer Mitglieder eine größere Zahl von Voten abzngeben haben, gegenüber den Vertrauensmännern, von denen Jedem nur ein Votum zufichen dürfe. Gegen diese Vorwürfe und Anträge 'fand nun eine nachdrückliche Abwehr statt, besonders durch die Herren LazaruS und Makower. Der Lchtere berichtete ausführlich über den eigentlichen Hergang der Sache. Es sei mit dem ganzen Localcomits Nichts weiter als Schein gewesen; der Vorstand habe sich geschämt, wenn er zu einer Sitzung zusammengetreten sei, da er weder Geld zur Verfügung hatte, noch bestimmte Wittheilungen aus Paris erhielt, noch überhaupt weiter Etwas zu chun halte. Es' fei daher die Idee erstanden, die deutschen Zweigvereine der Alliance aus dieser Abhängigkeit und zum Nichtsthun verurtheilenden Stellung zu erlösen, und ihnen Selbstständigkeit und freie Thätigkeit zu verschaffen. Im -Schoße des Vorstandes habe diese Meinung die Majorität mit einer Stimme gehabt; mau habe deshalb die Geneneralversammlung vom 24. April berufen, und auf Grund Dieser habe man diese Ber-sammlvng - aus ganz Deutschland erwirken wollen, um die Frage zum AuStrag zu. bringen. In ganz loyaler Weife fei deshalb der zweifache Gedanke in zwei Entwürfen vorgelegt worden. Professor Lazarus führte aus, daß es vorzugsweise gelte, ben kümmerlichen Bestand der Alliance in Deutschland zu erweitern und Propaganda dafür zu machen. Hätte man sich also auf die bestehenden Zweigvereine beschränkt, so wäre die beste Gelegenheit, Anhänger zu werben, verloren gegangen. Es fei dies eine freie Versammlung, in deren Schoße jeder Einzelne nur an sein Votum gebunden sei, und nach deren Schlüsse ein Jeder doch nur seiner Ueberzeugung, sei es, daß sie sich hier gebildet oder geändert habe, sei es, daß sie Dieselbe bleibe, folgen werde. Professor Munk, als Vertrauensmann, sprach feine Verwunderung aus, daß Männer des Vertrauens berufen worden, und nun mit Mißtrauen behandelt werden sollten. Schließlich wurde die vorgeschlagene Geschäftsordnung, also auch die Abstimmung nach der Mehrheit der Anwesenden, angenommen. Dienstag den 10. währten die Sitzungen von 10 Uhr Vormittag bis 2 Uhr Nachmittag, und von 6 Uhr Abends bis 9 Uhr. Diese ganze Zeit wurde, nachdem das Bureau gebildet, und Professor Lazarus von den 62 Anwesenden einstimmig (61 Stimmen) zum Vorsitzenden gewählt worden war, von der Generaldebatte ausgefüllt , d. h. von dem Kampfe um das Princip: Selbstständigkeit des zu organisirenden Verbandes in Deutschland, oder Eingliederung und Abhängigkeit von der Alliance isradlite universelle zu Paris. Es kann hier nicht darauf ankommen, die einzelnen - Redner zu nennen und ihre Argumente anzuführen, um so weniger, als es an immer wiederkehrenden Wiederholungen die lange Zeit hindurch nicht fehlte. Wir wollen nur den Gang der Entwickelung, welchen die Verhandlungen innerlich doch einschlugen, charakterisiren. Einzelne Redner wurden, und zwar unnöthiger Weise, sehr heftig. Den« noch wurde der parlamentarische Anstand unter der vortrefflichen Leitung des Vorsitzenden nur ein .mal von einem Redner verletzt, der jedoch -schnell zur Ordnung zurückgesührt wurde. Von der einen Seite, und zwar der, welche die unbedingte Selbstständigkeit des neuen deutschen Verbandes wollte, wurde besonders hervorgehoben, daß . das Statut der Alliance isra&itc universelle für ein Umfassen aller Länder völlig ungenügend, wahrscheinlich nur -- mit dem anfänglichen Blicke auf Frankreich allein abgefaßt -sei. Nach diesem Statute chat der Centralausschuß «iti Paris

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