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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-12-17 · Heft 51 (17.12.1872) · p. Seite 1006

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 51 (17.12.1872)
Date
1872-12-17
Page
Seite 1006 (sequence 4)
Language
German
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dir geographischem Verhältnisse der Länder hinzukommeü. Darum kann die Organisation für Alle nicht Dieselbe sein. Ueber diesen Gegenstand wollen wir uns daher in einem Seiten Artikel auslaffrm Berlin, 10. November. Bericht über die Versammlung von Velegirte» und Vertrauensmännern in Angelegenheit der Allianre. Wie wir bereits mehrfach gemeldet haben, sollten am 9.> 10. und U. d. M. eine Vorversammlung und die ordentlichen Sitzungen vbgedachter Versammlung stattfinden. Am 24. April d. I. hatte nämlich eine Generalversammlung des berliner Ortsvereines der Alliance stattgefunden und folgenden Beschluß gefaßt: ,,-Der Vorstand wird beauftragt^ daß derselbe eine Delegirlenversammlung berufe, behufs Organisation des Zsraelitenbundes in Deutschland, und behufs Feststellung seines Verhältnisses zur Alliance isra&ite universelle. AlL Delegirte sollen fungiren: a. die Abgeordneten der hauptsächlichsten Localcvmitss der Alliance israölite universelle in Deutschland, d. Vertrauensmänner nach freier Wahl des Vorstandes, der Vorstand hat die Vorarbeiten für diese Organisation in geeigneter Weise den Delegirten zur Kenntniß zu bringen, ä . Dir etwa zur Ausführung nothwendigen Gelder wer^ :. *, dM dem Vorstände zur Disposition gestellt, - ~g. die Generalversammlung bevollmächtigt den Vor- ° . stand, dem von der Versammlung der Delegirten aufgestellten Statute Namens des hiesigen Zweiges . .beizutreten." Zur Ausführung dieses Beschlusses sandte der Vorstand ^an eine Anzahl wn Männern in allen Gauen Deutschlands' eine Einladung nebst dem Ersuchen, ihm in dem betreffenden Lande oder der bezüglichen Provinz eine Anzahl hervorragender Personen zu nennen , die ebenfalls als ^Vertrauensmänner Nach Berlin berufen weÄen >KnMn^ MM VeMntzen wurde entsprochen, und der Vorstand richtete nun eine gleiche Einladung an alle ihm genannten zahlreichen' Personen. Die Montag den 9. Mtgöfündene Mrversammlung Wbends 7 Uhr) zeigte^ daß diesen Anfforderungen mt in sehr geringem Maße entsprochen Wörden war. Es waren ' ungefähr zwölf LvcälcomitsS der Alliance in Deutschland, wie Königsberg, Danzig, ThörN, Insterburgs Liegnitz, Glettditz, Stettin, Brandenburg, Magdeburg, Braunschweitz, Hannover, Leipzig und Dresden, vertreten, außerdem etwa ein Dutzend auswärtiger Vertrauensmänner Metzen, und über vierzig aus Berlin selbst. "Mt größte Theil der deutschen Staaten und Provinzen war nicht vertreten, und aus den anderen nur eine kleine Zahl Gemeinden. Dennoch waren die Debatten in der VvrversammlüNtz, die von 7 Uhr an bis weit über 10 Uhr währten, sehr lebhaft, und um diese, sowie die der eigentlichen Sitzungen zu verstehen, müssen wir einige Vorbemerkungen machen. Mit der Einladung wurde vom Vorstände zugleich eine gedruckte Vorlage versendet, in welcher drei verschiedene Entwürfe enthalten waren. Der erste, von Herrn Rechtsanwalt Mako wer, bringt „Statuten des Bundes der deutschen Israeliten", und der erste Paragraph lautet: „Der Bund der deutschen Israeliten hat den Zweck, die allgemeinen Interessen der Israeliten wahrzunehmen, ihre geistige und materielle Wohlfahrt zu fördern, für ihre Gleichberechtigung einzutreten, und bedrängten Glaubensbrüdern Hülfe zu gewähren. Der Bund hat seinen Sitz in Berlin." ' Zu zweit werden ^Abänderungsvorschläge des Herrn Dr. Samuel Kristeller zu dem obigen StatuteneMwurfe gegeben, wo der § 1 folgendermaßen lautet: „Der Jsraelitenbund in Deutschland hat den Zweck: 1. den socialen, moralischen und inlellectüellen Fortschritt der Israeliten 'zu fördern, 2. allen Denen bsizustchen, die in ihrer Eigenschaft als Israeliten leiden. Der Bund hat seinen Sitz m Berlin." Zu diesen gesellt sich nun 3) ^Separatvvtum Des Herrn Dr. S. Neumann." Während nämlich die bch den ersten Piecen der Alliance isrä£lite ‘nbiverselle gar keine «Erwähnung thun, vielmchr einen Neuen Verein für die deutschen Juden mÄ unbedingter Selbstständigkeit zu gründen Vorschlägen, verlangt vr. NeüMünn, daß nur eine stärkere CeMraKsativN für den deutschen Zweigverein Der Mance geschaffen werde, sonst aber Die Emglredernntz in die WiüNce 'möglichst gewahrt'ME Man sicht leicht ein, daß es sich hierbei Um eine Grundbedingung des ganzen Vereins handell; En mußte Daraus schließen, Daß die beiden entgegengesetzten 'TendeNM den Mladenden Vorstand selbst 'in zwei ziemlich gleiche

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