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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-12-10 · Heft 50 (10.12.1872) · p. Seite 1000

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 50 (10.12.1872)
Date
1872-12-10
Page
Seite 1000 (sequence 18)
Language
German
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Die Makkabäer, ihre Kampfe und ihre Familiengruft. Zur CHairukkahseier. Mtgetheilt von Löwenstein. Wir, die wir die Tage von Wörth, Metz und Sedan miterlebt haben, lesen alljährlich , wenn der Tag der Schlachten und Siege wiederkehrt, mehr oder minder ausführliche Berichte über diese großartigen Kämpfe, nicht als ob in diesen Berichten irgend neue Mittheilungen über -den Verlauf det Action gegeben würden, sondern sie sind einzig dem Bedürfniß des patriotischen Herzens entsprungen, sich und Andern die große Bedeutung' des Tages zu vergegenwärtigen und die Leistungen und Erfolge der Söhne des Vaterlandes an der Seele vorübergehen zu lassen, deren Zeugen wir vor zwei Jahren gewesen sind. - Warum sollten nicht auch wir Juden nach mehr als zweitausend Jahren uns die Heldenthaten unserer tapferen Ahnen - vorüberführen an einem Feste, dessen Bedeutung mehr und mehr dem Gedächtniß zu entschwinden droht , wenn nicht von Zeit zu Zeit die Erinnerungen wieder aufgefrischt werden, die wohl jeder Israelit, sei es nun im Religionsunterrichte, oder beim Geschichtsunterrichte in weltlichen Lehranstalten, mit besonderer Vorliebe und mit einigem Stolze in seiner Jugend in sich ausgenommen hat. Ist es ja doch eines der schönsten Blätter in der. Geschichte des jüdischen Volkes; die Zeit der Makkabäer' bildet, sowohl wegen der religiös-nationalen Kämpfe dieser Heldenfamilie, als auch wegen der politischen Beziehungen ihres Vaterlandes zu Syrien, Aegypten und Rom, die wir aus den Berichten über jene Kämpfe kennen lernen, einen der ansprechendsten Abschnitte in der denkwürdigen Geschichte des jüdischen. Volkes. Judäa war damals in der.Gewalt des syrischen Königs Antiochus IV. Dieser Fürst, nach der leidenschaftlichen Schilderung jüdischer Schriftsteller ein abscheulicher Tyrann, vereinigte in sich ein seltsames Gemisch guter und schlimmer Eigenschaften, welches Livius (41, 19) nach dem Vorgänge von Polybius (26, 10) meisterhaft gezeichnet hat. Antiochus wollte nun bei der gar verschiedenartigen Bevölkerung seines Reiches, und so auch bei der jüdischen, doch einerlei Cultusden Zeus dien st, einführen, wobei auch der politische Beweggrund, daß Die strengen Anhänger des Judenthums von den ägyptischen Ptolemäern begünstigt wurden, mitwirkte. Zudem boten ihm die reichen Schätze des jerusalemer Tempels eine erwünschte Abhülfe aus der Geldverlegenheit, welche in Folge seines großen Kunstaufwandes, feiner Schwelgerei und des nachtheiligen Friedens mit Rom, den sein Vater Antiochus der Große hatte schließen müssen, ihn drückte. Dieses Alles mußte endlich die auch anderswo thätige Reaction des Orients gegen den einseitigen Hellenismus der Seleuciden in Judäa gleichfalls zum Ausbruche bringen. - Zu diesem kam es bei Modin, einem an der von Jaffa nach Jerusalem führenden Straße gelegenen Dorfe. Hier lebte Mattathias, ein Mann aus priesterlichem Geschlechte und von einer zum Handeln und Aufopfern entschlossenenreligiös-nationalen Gesinnung, und Vater von fünf gleichdenkenden Söhnen. Der Aufforderung des Antiochus, das demselben angenehme Opfer des Zeus zu verrichten, leistete er nicht nur selbst keine Folge, sondern stieß auch den ersten jüdischen Opferer und den syrischen Ueberbringer des königlichen Befehles am Altäre nieder, und gab so über dessen Trümmer hin im Jahre 167 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung die Losung zur Makkabäerzeit, in Judäa's politischer Geschichte der glorreichsten und für das Gefühl ansprechendsten; der unbefangene Geschichtsforscher muß sogar gestehen, daß sie selbst im Vergleiche mit der davidischen in den Vordergrund tritt, je preiswürdiger es ist, eigne Freiheit zu vertheidigen als fremde zu unterdrücken, und je milden und gebildeter die Denk- und Handlungsweise dieser Zeit' mit dem wilden Treiben jener altisraelitischen Eroberungsperiode erscheint. . Schon nach einjähriger Führung seiner immer zahlreicher um ihn sich schaarenden Volksgenossen starb der würdige Priester (166) unter Gebet und Vermahnung zu ritterlichem Ausharren. Nach seinem letzten Willen übernahm ' 1) sein dritter Sohn Judas, zubenannt Makkabi d. h. (feindezerschmetternder) Hammer vgl. den Beinamen des siegreichen fränkischen VertheidigerS von Europa gegen die Araber Karl Märtel — daher Makkabäer, mit einem älteren Bruder Simon, jener ein ebenso tapferer Kämpfer als glaubensinniger Beter, wie dieser stark an Rath war, den Oberbefehl und.schlug ein überlegenes syrisches Heer bei Bethhoron (jetzt Beit Ur) im Nordwesten von Jerusalem, kraft des religiösen Enthusiasmus seiner Minderzahl. Mit Vortheilen in dem so begonnenen Kampfe wechselten aber auch Verluste. So starb namentlich in einem der folgenden Kämpfe Eleazar, ein Bruder von Judas, den Heldentod, und er selbst mußte in Jerusalem eine Belagerung aushalten. Zwar, raffte er sich wieder auf; es begann zu seinen Gunsten die Einmischung der Römer—über das Gesuch um Freundschaft und Bündniß, welches Judas an die welterobernden Römer stellte, vgl. die lehrreiche.Stelle 1 Makk. 8, 1 ff. — der Römer, welche sich das jüdische Ländchen als Ausgangspunct zu Unternehmungen gegen die syrischen und ägyptischen Nachbarreiche gern gefallen ließen: Noch einmal siegte Judas über die Syrer: bei Bethhoron und: wurde sofort mit der hohenpriesterlichen Würde-geschmückt, fiel jedoch vor Dem Eintreffen-.des römischen Beistandes . im ' Jahre 160 in ungleichem» Kampfe gegen die. feindliche. Uebermacht. auf der jüdischphilistäischen ,"Gränze, und wurde unter , den ^gerechten

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