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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-11-26 · Heft 48 (26.11.1872) · p. Seite 950

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 48 (26.11.1872)
Date
1872-11-26
Page
Seite 950 (sequence 8)
Language
German
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3950) ' und umgekehrt, Nichts übrig; für die Juden bei solchen wohlthätigen Stiftungen, noch dazu statutenmäßig,, mitzusorgen, fiel Niemandem ein. Hatten wir doch noch .;. 29v fürstliche Handschreiben vor uns, in welchen es ausdrücklich hieß: die vom Fürsten gewährten Stipendien könnten jüdischen Studirenden nicht bewilligt werden. Jetzt ist Dies anders; die Ultramontanen und Pietisten werden sagen, die Fürsten seien reli-, gionslos geworden — wir aber sagen, die Fürsten auf ihren Thronen sind ächt religiös geworden, - denn in ihren wohlthätigen Handlungen unterscheiden' sie nicht mehr zwischen Mensch und Mensch nach'.Glaubenssätzen, sondern nach Bedürfniß und Würdigkeit. -^-«Was übrigens den König Johann betrifft, so erinnert man sich bei dieser Gelegenheit, daß er schon 1833, als eine vom seligen vr. B. Beer verfaßte Petition für Gleichstellung der Judeninder ersten Kammer zur Berathung kam, und der Berichterstatter, Professor Dr. Krug, sich entschieden.zu Gunsten der Petition ausgesprochen hatte , für. die Gleichstellung das Wort ergriff, und indem er belobte, daß die Commis-, siön jede Gleichgiltigkeit gegen die religiöse Erziehung der Jugend zurückgewiesen, doch jede Beschränkung deo Gewissensfreiheit verworfen habe. .Hiermit hat aXfo! dieser.Mxst von seinem Alter her. seiner, .JugendMer, die inzwischen verflossenen 40 Jahre die Hand gereicht,- und es wird ihm zur Befriedigung dienen, zwischen seinem Ehemals und seinem Jetzt gerade auf dem religiösen Gebiete keinen Widerspruch zu finden. Redact. d. A. Z. d. J.) Synagoge^ —t freilich wie rttt so vielen, anderen, auch — vor./besonders vom Frauenchore genährt, wo das Geräusch und Geschwätz, jede Betheiligung am Gottes-. dienste.übertönt. Bemerkenswerth ist, daß in der cölner Synagoge die orthodoxen Tendenzen vorherrschen, dennoch aber die Orthodoxen einen eignen Gottesdienst in der Hausshnagoge eines der Vorsteher, der . deshalb die Hauptsynagoge niemals besucht, abhalten. Es muß dies von der Beseitigung einiger weniger Piutim herrühren, worin die ganze Reform-des Gottesdienstes in der Synagoge bestehn Denn nicht allein hat man die Einführung der Orgel durch die Majorität des Vorstandes' und der Repräsentanten verneint, sondern auch die in den Chor anfangs aufgenommenen Damen aus demselben wieder entfernt. Dieser Chor ist denn gegenwärtig , auf vier Männer und zehn. Knaben herabgesunken, und man kann denken, was diese Dllettanten ohne Begleitung eines Instrumentes für den Gesang einer großen Synagoge-leisten! Dennoch ist der . Kostenaufwand für einen dergleichen,, das musikalische Gehör oft verletzenden Ghor mit jährlich 800. Thalern. im Gemeindeetat, verzeichnet. . Die Details dieser der Oeffentlichkeit übergebenen Beschwerdeschriften sollen uns hier nicht weiter.beschäftigen. Ob , sie ihren LZpeck erreichen und die. Oppositton zu einer Lebens-. äußerung . aneifern, ist - sehr fraglich,«da den religiöse- Jndifferentismus zu stark ist. Jmurerhin; aber wird doch dadurch die Sicherheit derer, welche die Gemeinde! leiten, ein Wenig angerüttelt. Cöln, im Nov. (Privatm.) In der hier erscheinenden „Rheinischen Zeitung" stehen seit einiger Zeit „Eingesandts", welche die Zustände in der hiesigen Gemeinde detreffen, namentlich die gottesdienstlichen. Wir . wollen nicht fragen, ob es angemessen sei, in den öffentlichen Blättern solche Gegenstände zu besprechen, welche gar zu leicht den Spott über die jüdischen Institute Hervorrufen. Freilich werden die Urheber dieser, „Eingesandts" einwenden, daß der erzielte Nutzen dieses Bedenken aufwiegen müßte; denn wie anders wäre es möglich, die Gleichgesinnten aus ihrer Lethargie zu erwecken, als durch Besprechungen in einem am Orte vielgelesenen Blatte? Der Einsender richtet seine An-> griffe gegen die Art des Gottesdienstes sowohl in formaler als materieller Beziehung. Die Unruhe und Andscht?tv,Ukeit h-rrH-n MH', ihm m der cölner. Oesterreichischungarische Monarchie. Stuhlweißenburg, 10. Novbr. (Privatm.) Sie haben in Nr. 46 über den israelischen Landeslehrertag, der am 21. und 22. v. M. in Pest abgehalten worden ist, berichten lassen. Doch scheint uns In dem Referate gerade der Gegenstand etwas zu kurz behandelt, welcher dem. Jnlande der wichtigste, dem Auslande der interessanteste sein möchte. Gestatten Sie mir daher, noch einiges Genauere über die Lehrerpensionsanstalt hier zu geben. Um der Pension theilhaft zu werden,,: zahlt der Lehrer nebst manchen anderen Gebühren 2 und die Gemeinde 3.o/o seines^Gehaltes. Der Dienstunfähige erhält, schon nach 10-jähriger'Dienstzeit den. dritten. Theil. und so verbältnißmäßia weiter: endlick, nack 1

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