Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1872)
- Date
- 1872-11-19
- Page
- Seite 930 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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....Jüflli.. das Wort auf allen deutschen -Kanzeln mit derselben - Sprachrichtigke.it, Innigkeit und Würde gesprochen werde,, wie in der Hauptstadt Kroatiens, in dieser bereits in vielfacher Hinsicht ausgezeichneten. Gemeinde. — „Glück. Rede gehalten am Sabbath - n'rLv "->rn 's den 13. Mai 1871 in Essek von Sam. Spitzer. Wien, Hügel." Wie das wahre' Glück nach dem Psalmisten nur durch Gottesfurcht und Arbeit erlangt wird, setzt der Redner in beredter und-würdiger Weise auseinander, wobei wir noch seine Gewandtheit, eine Menge paffender, den Mo^ ment zutreffend aussprechender Bibelstellen in seine Worte zu verweben, betonen wollen. — „n^iwri Rückkehr und Besinnung. Predigt, gehalten am Vorabend des VersöhnungStages 5629 in der Synagoge zu Saalfeld von Simon Lindermann. Berlin." Soll heißen: Rückkehr zu Gott und Selbsterkenntniß, das wie von selbst sich verstehende Thema am Versöhnungsabende. — „Des Lehrers Entschließungen und frohe Hoffnungen. Antrittspredigt, gehalten in der Synagoge zu Lemförde am 4. Mai 1872 von Joseph Gossel. Hannover, Brandes, 1872." Wir geben gern zu, daß der Redner in anerkennenswerther Weise die würdigste Vorstellung vom Lehrerberufe in Synagoge und Schule hat, die wärmste.Empfindung: und den besten Willen für die Erfüllung-fMer Pflichten, auch daß er der SUache mächtig ist. Dies geilügt aber nicht, um eine Predigt der Oeffentlichkeit zu übergeben. Er ist als Redner noch zu ungeübt, seine Ausdrucksweise ungelenk, und der Worte sind mehr als der Gedanken. Man muß mit Publikationen auch warten können , bis die Zeit der Reife gekommen ist. — Wir wenden uns nun zum Schluffe einigen Sammlungen von Predigten zu. (Schluß folgt.) Pest, 5. November. . Mehr als jeder andere Zweig der Literatur findet jenseits des Oceans die jüdische Predigt ihre Pfleger sowohl in der deutschen als auch in der Landessprache. Sv liegt uns von Revd. James K. Gutheim, Rabbiner der Emanuelgemeinde in Newyork, vor: TheTemple Pulpit (Newyork 1872), eine schöne Sammlung englischer Predigten, meist solcher,' welche bei besonderen Gelegenheiten, wie Grundsteinlegung und Einweihung neuer Synagogen, an der Bahre rc. rc. gehalten wurden. 5,Diese schön ausgestattete Sammlung, der auch ein Cyclus von vier Predigten, in denen das Thema „der Geist Gottes im Menschen" gut durchgeführt ist, beigegeben ist, zeichnet sich durch Klarheit und elegante DjKM aus, und reiht sich den besseren Pvoducten der eHM^u Homiletik an. — Herr Dr. M. Mielziner, ÄWiner der Gemeinde Anshe Chesed in Newyork, - beantwortet in zwei Predigten die Fragen: Wie und was sollgepredigt und wie die Predigt gehört werden? (Newyork 1872) in wenn auch nicht neuer, so doch intereffanter Weise. — Herr Isaak Schor, Rabbinatsverweser in Bukarest, beleuchtet in einer unter dem Titel (Lemberg 1872) erschienenen Deraschah die trüben Zustände der Juden in Rumänien, und besingt zum Schluffe die Herren Rothschild, Dr. Goldsmid und Peixotto, welche eifrig bemüht sind, bte rumänischen Juden „aus der Knechtschaft zur Freiheit zu.führen". Kayserling. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 7. Nov. (Privatm.) Meines Erachtens ist es kein Zeichen der Stärke, wenn die Extreme in größter Schroffheit hervortreten und mit bitterstem Grolle sich äußern. Macht und gute Erfolge stimmen versöhnlich, aber die Enttäuschung erbittert und scheut, sich nicht, den ingrimmigsten Haß auf Alle auszugießen, die ihr als Gegner erscheinen. Wenn daher die Ultramontanen von der einen, und die Rothen und Socialisten von der anderen Seite auf die bürgerliche Gesellschaft mit einer. nie dagewesenen Frechheit losschwähen, so fließt dies sicherlich aus der Ohnmacht, die ihnen zu Theil ward, und immer mehr zum Gefühl und Bewußtsein kommt. Werden wir Juden nun in derselben Weise von den gedachten Parteien behandelt, so mögen wir uns zufrieden geben, da sie hiermit auch uns gegenüber nur ihre Ohnmacht erweisen, und uns mit der ganzen bürgerlichen Gesellschaft auf eine Linie gestellt zu sehen, ist sicher ein guter Trost. Nur möchten wir hier ausrufen: Gott schütze uns vor unsren Freunden, vor unsren Feinden wollen wir uns schon selbst schützen. Es liegen mir heute die Nummörn 128 und 129 des „Socialdemokraten" vor, in welchen in zwei Artikeln „der jüdische Stamm" in die Acht erklärt und nach Art dieser Leute mit völliger Ausrottung bedroht wird. Nun, Bangemachen gilt nicht, und diese Sorte von Drohungen ist