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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-11-12 · Heft 46 (12.11.1872) · p. Seite 921

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 46 (12.11.1872)
Date
1872-11-12
Page
Seite 921 (sequence 19)
Language
German
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handckt. welche zwischen zwei Person« herrscht (3of.. 2, '14); oder wo das Wort geradezu Frbmmigkeit, d, h. Liebe zu Gott, bedeutet, und durch die unerreichbare Erhabenheit des Geliebten somit nicht einmal die Möglichkeit einer Gunstbezeigung gegeben ist (Neh. 13, 14). Derselbe Grundzug erwärmt auch den Charakter des Wortes in den unzähligen Stellen, wo es von Gott in seiner Beziehung zu den..Menschen , gesagt wird, und den himmlischen Wohlthäter zu dem liebenden Freunde unseres Geschlechts macht. Ueberall ist es eine gewährende, und gewöhnlich eine gern-gewährende Gnade, ' An die freundliche Huld des.non schließt sich das liebende Erbarmen des Onn. Wie^non mehr ist als bloße Gnade, so ist onn mehr als bloßes Mitleid. Das Eine freut sich, gnädig sein zu können; das Andere hilft nicht nur dem Unglücklichen, sondern liebt ihn, weil er unglücklich ist. on-f heißtin der That ebensosehr gefühlvoll und zart, als wohlthätig; will ebenso schonen, als helfen (Ps. 103, 13); und kommt mitunter sogar in der Bedeutung der heißesten und dennoch urwohlthätigstM Liebe vor, die der Mensch hegen kann, der Liebe zu Gott (Ps. 18, 2). Auch Gptt säber übt dje Thätigkeit des vnn gegen die irrenden Menschen, denen er verzeiht, und gegen die er mitleidige Gnade für Recht ergehen läßt. Von den andern biblischen Büchern abgesehen, ist Jesajas in seinen stürmischen Ergüssen über die Austreibung und Rückkehr der Juden voll von diesem Gebrauche des Wortes. Beides, am und non, sind Worte von einer eigenthümlich weichen Bedeutung, die den Specialbegriffen der Gnade und des Mitleids, denen sie dienen., die Wärme eines allgemeineren und leicht hervorquellenden Gefühles mittheilen. Sie wollen nur besondere, praktisch angewandte Arten einer allumfassenden Liebe -sein,- die immer rege und je nach dem gegebenen Anlaß in immer neue Formen sich zu ckleiden dürstet. Diese Sehnsucht, nach allen Seiten hin zu erfreuen und wohlzuthun, die in den Worten liegt, hat einem von ihnen ein drittes Wort zur Bezeichnung noch einer andern Art derselben Thätigkeit zur Seite gestellt, am sreAich erlaubt diese Ergänzung nicht'; als erbarmende Milde gegen Unglückliche läßt es keim Unterscheidung der Fälle zu, unter denen es einzutreten hat, sonder« besteht darauf, alle Leidenden, wie ihr Leiden auch entstanden sein mag, als gleich bedürftig, als gleich würdig der Hülfe anzusehen. Es füllt also allein den ganzen Begriff aus, den es bezeichnet. Anders non . Seine Hwld, wie wir gesehen haben, gilt nicht nur däu Darbenden und Traurigen, sondern auch den Reichen und Glücklichen, denen ja trotz aller Güter, die sie besitzen, immer noch so viel zu wünschen übrig bleibt. Da aber das Gefühl zur Unterstützung dieser gemächlich situirten Classe weniger zwingend treibt, als zu derjenigen der Armen und Elenden, so werden dabei auch die Umstände, unter denen die 'Hülfe erwiesen wird, leichter unterschieden , und je nach der Stimmung des Gehenden und der Größe der Gabe gesondert. Weser ruhigeren, weniger -impulsiven Bedeutung des non verdaut fth de» Gebrauch; W;n, pn. iu dem hier iu Betracht kpmwenden Sinne, sn, ist ein ermäßigtes npn. '-Äst Letzteres liebende Gnade, so ist Ersteres -nur Whnde Gunst. Beruht Letzteres auf der ganze» gütigen Gesinnung des Gewährenden, achtet es wenig auf das Verdienst Desjenigen, dem gewährt wird, und erweist es große Gnaden, die einen beträchtlichen Wfiuß auf daß Geschick des Andern haben, so entspringt Ersterjes dagegen nur einemWohlwollen, das ans dem sinnlichen und geistigen Wohlgefallen an dem. Andern hervvMhtnch sich nur m vjyrtheilhasien Gunstbezeigungen - DaWM In non fällt Pie. größere Gabe mit . Hr größexM Gesinnnng LchmWn;. rn: )n. genügt für dw germge^Awei?- sung ein weniger. weites Herz. in. wixd asierdingß a»ch von Gptt gesagt,.7wo pan» gewöhnlich' ein veMüWs Berhältniß Gottes zum Menschen angedeutet wird. ans dem sich die exzeM Gunst wje .natürlich Märt /ExÄ. 33, 17). Es ist aber ebenso pst Pie GMigkeh, W Einer dem Andern erweist, von dem er sich angesprochen fühlt, und die je nach den Umständen von substantieller, oder auch nur von einer weniger bedeutenden Natur sein kann. Es ist in, wenn Pie Aeghpter den Juden Silber und Gold geben (Exod. 3, 21); es ist ebenso zn, wenn Saul dem David erlaubt, ihn mit ZitheMel zu unterhalten (1 Sam. is, 22). Man sestchen, daß zu den BerMtmssen des Werthums, in denW her KgWf mit der Natur, mit den eigenen Stammesgeyo^en Md sicemden Völkern ein harter war, die mejstW GefWgkeiten wesentlichere Dienste in sich schloffen, als heutzutage, wo man sich mancherlei gegenseitig erweist, »was der Andere sich fast chenso leicht säbst verschaffen Um, W man es ihm zukommen läßt. Jydeffen gab es natürlich auch damals schon kleinere Freundljchjtzeiten , die, gerade weit ihre Versagung zu ertragen war, da wo sie erzeigt wurden, einen doppelt angenehmen Eindruck machten, Wd den gewöhnlichen Geschäfte» des Lebens einen Schimmer humaner Gesinnung mittheilte». So werden Mtey, denen man heutzutage vielleicht ein „Wenn os Ihnen beliebt" voranschickt, gern emgMet M,MeW ich W gefunden habe in Deinen Äugen". So sicht zn. M KvrlieLe, wo es sich um Me oder jeye WMe Mstnng handelt, dje sich Ms den Mgenblickstchey UmsiäfldLK ergiebt. So dient es in Mer noch^ höflicheren, .gbex weniger buchstäblich gemeinten Redeweise „Möge'ich in finden in Deinen Augen", zu Höherstehenden gesagt, fast als ein „Ich empfehle Mch Jhnm", „Lehen Hrie -wohl". <1 Sam. 1, 18). Wex wie Mr Ms den Fällen entnehmen -könyW, \n denen dieselbe oder, yne ähnliche Formel zu ernsten schWÄreyden ÄnffoMpMgey gchxaucht W.rPe Wen. j/, m* MUß selbst Mi wjö sie m wtim WWMg'Wk, der HrMdton des. MnBes mit tw durchaus aus eine thätige, aus Wohlgefallen erzeigte Liebe Wausgiyg. War er doch fo stark enthalten, daß das Mrs Megentlich geradezu als „lieben" und

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