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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-11-12 · Heft 46 (12.11.1872) · p. Seite 908

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 46 (12.11.1872)
Date
1872-11-12
Page
Seite 908 (sequence 6)
Language
German
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Anwendung aller gesetzlichen Mittel zu erstreben; in moralischer/' 'die Hebung der sittlichen Zustände unter den rumänischen Juden aufs Kräftigste zu unterstützen. Die Mittel.;für diesen Zweck erscheinen von selbst geboten. .Es wird -vor Allem darauf ankommen / den' Eifer der rumänischen Gemeindenin Gründung von Schulen,, Lchrerseminarien;und anderen didaktischen Instituten wach? zu. halten-, .und da, wo die materiellen Mittel der Betheiligten. sich als unzulänglich bewähren sollten , eine, ausgiebige Intervention Antreten zu lasten. Daß man sich diesbezüglich keinen vagen Hoffnungen hingiebt> Le- -weisen -.die: bisherigen Leistungen -mancher rumänischen ' .Gemeinden;.sie werden von nun an einen kräftigen Rückhalt haben. Dieser will durchaus keine Bevormundung! bedeuten; denn jedes wie immer geartete beginnen wäre fruchtlos, kbenn nicht im Schoße der rumänischen Israeliten das Gefühl der Selbstthätigkeit zum lebensfähigen Ausdrucke kommt. Mit oer Einsetzung dieses einheitlich gestalteten Organs'str die rumänischen Angelegenheiten hatte die Conferenz ihre eigentliche Aufgabe beendet; aber bezeichnend 'für den Geist, der sie beseelte, muß schließlich noch her- 'vorgehoben werden, daß der letzte Punct der Tagesord- > nung: soll eine massenhafte Auswanderung der rumämischen Israeliten nach Amerika gefördert werden?. ein-' stimniig fallen gelaffen wurde. Mit Recht wurde anerkannt, daß dies dem Patriotismus und der warmen Anhänglichkeit der rumänischen Juden an ihre Heimath ' die schwerste Wunde versetzen würde und sie selbst dieses- , Project weit von sich werfen.; / Nach zweitägigen erschöpfenden Debatten ging die Conferenz auseinander, wie es den Anschein hat, zur' vollständigen Befriedigung sämmtlicher Theilnehmer. Wie - die Sachen liegen, ckann ein praktisches Resultat erst aus? dem Schoße der nächsten Zukunft hervorgehen. Es wird erlangt werden , wenn, was nicht zu bezweifeln ist, der Eifer und der Opferstnn der nun einheitlich organisirten Action sich, gleich, bleibt. Hoffen wir, daß auf diese- Art eines der häßlichsten Capitel im Buche, der Mensch- \ heit, die wahrlich eine edlere Aufgabe nicht hat,, als j die Zustände, wie sie in Rumänien herrschen, mit - vereinter Kraft zunk Schweigen zu bringen, verschwinden wird. - . Noch wollen wir schließlich bemerken, daß trotz der - in manchen Puncten oft und heiß hervortretenden Divet- - genzen,- Dankder? umsichtigen und energischen - Präsident- > schaftvon Crömieux? und Lazarus die-Debatten mit einer Ruhe und Feierlichkeit zu Ende geführt ivürden, die der guten Sache vollkommen würdig war. Literarischer Wochenbericht. - Bonn, 1. November. Wir haben in Nummer 44 über' einige' neue Gebetbücher referirt, und so knüpft sich wohl hieran zunächst, daß wir einen kurzen Bericht über die Predigten geben, die sich aus der letzten Zeit bei Uns angesammelt haben. Wir haben es hier zuerst mit Festreden zu thun, welche die Synagoge als Gotteshaus betreffen. ^Predigt gehalten bei der Einweihung der neuen Synagoge in Breslau am 29. September 1872 von.Or. M. Jo öl." Breslau, Schletter, 1872. Eine sehr sinnige Predigt über den Bibelvers: „Änd Du sollst von hier aus suchen den Ewigen Deinen Gott" und den entsprechenden : „Und Du wirst ihn finden, wenn Du ihn suchest von ganzem Herzen und von ganzer Seele." Wir suchen ihn mit unsrem Herzen im Gebete, mit dem Geiste in der Erkenntniß und in Anderen und mit Anderen (Bethaus, Lehrhaus, Versammlungshaus). Ueberall vereinigen sich hier die rechten Gedanken und Gefühle in paffender, correcter Form. — „Gottesdienstlicher Vortrag zur Feier des 25-jährigen Bestehens der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig am 2. Juni 1872 von Rabbiner Or. A. M. Goldschmidt:" Leipzig, 1872. Unsre Leser erinnern sich aus den Zeitungsnachrichten der schönen edlen Feier, welche obiger Gelegenheit gewidmet war. 'Dieser entspricht auch-die vorliegende Rede, die an 5 Mos. 27, 9 anknüpft, und in gehobener Weise die inhaltsreiche Geschichte der leipziger Gemeinde, welche in einem so kurzen Zeiträume Bedeutendes geleistet hat, bespricht.' — „Das Gotteshaus — unser Wächter. Predigt, gehalten bei der Einweihung der restaurirten Synagoge in Buttenhausen, am 27. Sept. ,1872 von Or. M. S ilber stein." Eßlingen, 1872. - Text Jesajas 62, 6.' Der Redner entwickelt, daß vorzugsweise durch das Gotteshaus der Gottesgedanke in uns lebendig bleibt und sich durch die fromme segensreiche That äußert. Dieses Thema führt er in eindringlichster Weift' durch. Von demselben Verfasser haben wir auch eine „Predigt bei der Sieges- und Friedensseier den 6. März 1871."' Psalm 89t 16^-18 war das für diese Feier vorgeschriebem Schriftwort.

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