Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1872)
- Date
- 1872-11-12
- Page
- Seite 907 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Pehatte war Mfpr-chig, hörte deutsch, ta#| englisch, und doch muß mau sagen, daß in den polygWen Disc.ussi.oMn niemals, der harmonische Zusammenklang vermißt wurde. Selbstverständlich beschäftigte sich die Conferenz bei der Kürze der Zeit, die ihr zu Gebote stand, nur wenig mit äußeren Formali-i täten; sie wäW ihr Bureau und schM soMch an ihre | Arbeit. Wie sich von selbst versteht, fiel die Wahl zum l PrästdeiM der Persammlung auf den qltehrwürdigen VerthMger israelitischer Interessen, Adolphe Crsmieux aus Paris, her seit mehr als einem halben Jahrhundert überall M sehen ist, wo es gilt, dem. gekränkten Rechte ] seiner Glaubensgenossen zum Siege.zu verhelfen. Zu Bicetzräsidenten wurden die Herren Francis Goldsmll aus? Lyndon, vr. Leopold Kompert aus Wien und Professor; Lazarus aus Berlin erwählt; auch in dieser Mahl spie-! gell sich die Bcheytung der vorzüglichsten Culturstaaten Europas ab. Mst praktischem Sinne ging die Versammlung sogleich in medias res ihrer Arbeiten ein- und es muß hervorgehoben werden, daß man sich nicht allzulange mit Details abgab, wie sie leider gerade in dieser Frage mit nur zu großem Ueberflyfse des Materials seit einigen wahren vorliegen. Mas sollte die Miederanffrischung hex Leidensgeschichien, die ja durch die ganze Mell ihren Rundgang angetreten haben? In der rumänischen. Angelegenheit, dies.wurde vonjedem Sprecher betont, kommt nicht allein, der speciell conWvnelle Htandpunct zur Beurtheilung: sie hat zu-! gleich die Bedeutung einer die tiefsten Sellen der Hu-! manität,. ja, was vielleicht in gewissem Sinne noch mehr M, die pes öffentlichen Rechtes und Gitteygesetzes bej rührenden Frage. r— Was in Rumänien W jetzt ge-! Mqh. Md' nqch . chh.MilM,, hje dort, ganz im Widerspruche mit dem eigentlichen toleranten Charakter des rMänWen Bplkes, von einem künstliche erzeugten Parteihaffe der Mischen Bevölkerung zugefügt werden,. yGssen alß Me ahgeMine, jeden MoMenkenden ohne MterWed der Konfession und des Parteistcmdpunctes, bMessende WM ausgefaßt werden: so.erheischt eZdas MturmterMe, MM MMchM gefährdet erscheint, wenn M wie es in. Rumänien geschieht, mit solcher Absicht-, ljchkejt veDhut wAd., M lebhaft, dies gefühlt, wird,. bewM. die. eM von .dem holländischen DeWrtM con-^ Mrte,Dhst!ache, daß das m. Amsterdam bestehende HMcoE unter,sM.ey MWichern protestantische, und katho- W?,WMner. zäM. u Demgemäß bildete dann auch die Frage: wie und mit welchen Mitteln läßt sich die politische und bürgerliche Gleichstellung der rumänischen Juden erstreben? den vorzüglich sten Gegenstand der Tagesordnung. Mit Germgthuung erfuhr man gleich zu Anfang, daß die rumänischen Juden selbst in dieser Beziehung die Initiative ergreifen wollen. Noch in diesem Monate treten die Kammern ihres Landes zusammen, sie werden an dieselben eine Petition des Inhalts richten, man möge ihnen, die sich als treue Söhne ihrer Heimath fühlen, die ihnen durch Verträge einer noch nicht lange verschwundenen Vergangenheit gewährleisteten bürgerlichen und politischen Rechte wieder zmückerstatten, und dies ist nicht nur eine Sache der Klugheit, als vielmehr das Gebot eines treuen Patriotismus. Ob dieser Schritt von Erfolg gekrönt stin wird, ist eine Frage, die sich jetzt weder bejahen noch verneinen läßt; für die Conferenz selbst, so lebhaft sich ihre Hoffnung in diesem Puncte aussprach, daß Yie Stimme der Gerechtigkeit' endlich einmal gehört wird, blieb nur das Eine zu erörtern, was jedensals und unter allen Umständen zu geschehen habe. Allseitig wurde anerkannt, daß man nur mit einheitlich gesammelter Kraft Vorgehen könne, wenn Man einen vielleicht noch durch Jahre sich hinziehenden Kampf erfolgreich zu Ende führen wolle. Allseitig wurde anerkannt , daß die verschiedenen Hülfscomllss, die bis jetzt in einem ziemlich losen Zusammenhangs stehen, eine innigere Organisation ihrer Wirksamkeit besitzen 'müssen. Dieser Gedanke wurde dann auch lebhaft begrüßt; mit Einhelligkeit beschloß man, ans den verschiedenen Hülfscomitss ein Executivorgan, mit einem Vororte an der Spitze, zu bilden, dem die Leitung der Geschäfte vbzuliegen habe. Jedes Comit6 wird einen Delegirten ernennen; selbstverständlich wird der Alliance israälite universelle in Paris der ihr rechtmäßig gebührende Antheil dadurch gewahrt bleiben, daß, außer ihrem Vertreter, deren Präsident, Herr Altmeister A. Crsmieirx, auch zugleich von Rechtswegen Vorsitzender dieses Executivorgans sein wird. Als geographisch für den Sitz des Vorortes am Meisten geeignet wurde Wien gewählt, da Oestreich in erster Linie an der politischen und socialen Hebung der rumänischen Juden betheiligt ist. Sobald die Constituirung erfolgt ist, wird es Sache des Vorortes sein, die ihm nach Beschluß der Conferenz erthMen:Normative in Ausführung zu bringen. Diese seM sind- - zweifacherWt:- in politischer Beziehung, die bürgerliche Gleichstellung der rumänischen Nrden mit