Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-11-05 · Heft 45 (5.11.1872) · p. Seite 890

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 45 (5.11.1872)
Date
1872-11-05
Page
Seite 890 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3224737-3226852-3226898--31136-3254045
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

' Waffe Hu Halten? ES- Herrscht gegenwärtig in der hiefigeniMmeinde voller Friede,eiae Ruhe, die von kernet Sorte gestört ist. Ob Diejenigen', denen, das Wühlen nnNi der Hader zum Berufe gehört, um ihre ftrnst. nicht rühmlichen Namen und ihre Interessen nicht vergessen zu machen, irgend einen zufälligen oder herbeigeführten Gegenstand zum Anhalt neuer Zänkereien vnd. Störungen', suchen und finden werden, läßt sich rmcht'varaussehen. — Herr von Bleichröder wird eng- Wcher Generalconsul werden. Es war übrigens eine .falsche Mittheilung, daß derselbe nach Brüssel' zur .jüdisch-rumänischen Confervnz gehen werde. Er hat fich. gn diesen Bestrebungen nicht betheiligt. ts /. Berlin, :24.7October. Die Kaiserin Augusta hat dem; Magistrat von Q strowo den Auftrag zugehen lüssen/-schleunigst Bericht zu erstatten, wie viel Kinder durchs die Katastrophe in der Synagoge zu Waisen geworden find., ' da Ähre. Majestät für .dieselben Sorge trägeniwolleu; Diesem Aufträge: hat der dortige Magistrat^ wie der Pos. Ztg. mitgethcilt wird, unter den 'wärmsten Dankeswortenmoch an demselben Tage durch Mentelcgraphische Mittheilung.entsprochen, daß bis jetzt tzchu dieser ünglüMchen Kinder ermittelt find. --Gießm. 20. Oktober. (Privatmitth.) Zu der «sulichönlftatistischen Notiz aus Darmstadt, daß die Zahlder Juden im Großherzvgthum Hessen im Jahre L864 27M9./-im Jahre 4871 dagegen nur 25)268 betragen, i<rn:: diesem Zeiträume also um 2141 abgenommsn Habe , -bemerken Sie , es sei das .eine Folge der./Auswanderung. - Dem ist aber nicht ganz so. Mit der-Abtretung eines Theiles der hiesigen Provinz Dberhvsstn?an .'Preußen sind-auch nahezu 1500 Juden in-8.-Gemeinden.an:.dieses übergegangen, um welche Summe sich also: jene 2444-verringern. Der Rest Mid ohne-Zweifel noch viel Mehr ist wohl ausgewandevt, aber zum kleinsten Thelle nach Amerika,-vielmehr meistens. nach -Frankfurt am Main. Diejüdische Gemeinde-! dieser--Stadt hat sich in -letzteren Jahren wenn-nicht verdoppelt, .so doch -Ln außerordentlicher Weise.« vergrößert-; und das Großherzvgthum Hessen, in dessen-Mittesie liegt, hat verhältnißmäßiguwohl dgs -bedeutendste - Contingent dazu geliefert.. vr.Levi. W- DstvMon/ 21-. -Qctober.' Ueber die Ursachen der WMichett Katastrophe, schreibt; der-Vorsteher derSynagogengcEeinde' zu Ostrowo als Augen^eugd: - -Im Gasometer der-neuen Synagoge' war durch eine Nachlässigkeit des betreffenden Gasbeamten zu wenig Wasser enthalten, so daß die Flammen während der Predigt plötzlich erloschen. Auf dem dicht gefüllten Frauettchore machte sich zuerst in Folge dessen die größte Verwirrung geltend , und eine alte Frau, erschreckt von der unerklärlichen Finsterniß,' Heß-4« 'der-Angst den Feuerrus erschallen. Unbeschreiblich war daS hierauf erfolgende 'Gedränge sowohl im Frauenchore, als auch in dem von -den Männern -eingenommenen Raume der großen, durch ihre architektonische Schönheit weithin bekannten, erst vor einigen Jahren neü erbauten Synagoge. Am- Größten aber war der 'Tumult bei den Frauen; diese-idrängten in fo entsetzlicher Weise nach den Ausgängen, 'daß neunzehn - Frauen und Kinder wen qualvollen Tod durch Erdrückung starben. Herzzerreißend waren die Schmerzensschreie der Sterbenden und Verwundeten, und markerschütternd durchdrangen die Seufzer der unglücklichen Opfer den Tempel, der zum Schauplatze einer -ebenso grauenhaften als tief beklagenswerthen Scene werden sollte: Besonnenerging es in der Abtheilung ftir die Männer zu. Dort drängte nach dem Feuerrufe zwar auch Alles nach den Ausgängen, und in der Verzweiflung wurden gewaltsam Thüren und Fenster zerschlagen , wodurch hier dem Unglück gesteuert - wurde; -mindestens sind Menschenleben hier nicht zu beklagen. Möge noch: die Erwähnung der Thatsache Platz greifen, daß -während des größten Tumults -Niemand die Schlüssel zu den Hauptausgängen findenkonntebis ein Maurer dieselben gebracht und dann die Th üren geöffnet wurden." A-uö El'saß.Lothrmgen, 24). Oct. Bezüglich der Option-stellt sich jetzt nach übersichtlicher Schätzung die auffallende Thalsache heraus, daß verhältnißmäßig acht bis neun Mal so viel Katholiken und vier Mal so viel Israeliten als Protestanten optirt haben. O «österreichischungarische Monarchie. Wien, 20. Oktober. (Privatmittheil.) Ich lebte -einige Wochen von chier ^abwesend tiN-DeMschlÄNd.-7 Da hatteich Gelegenheit mit^mchreren Personen Msamrnettzütreffen-) die sich für die hiesigen^ Mischen MO hältnissemteressirem In die JrmgWhktdurch MAche

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.