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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-29 · Heft 44 (29.10.1872) · p. Seite 867

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 44 (29.10.1872)
Date
1872-10-29
Page
Seite 867 (sequence 5)
Language
German
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Das Institut Mv Förderung der israelitischen Literat«^ Die, Schriften^ des siebenzehnten. Jahres (I. October 1871/^-1. October 1872) sind seil längerer Zeit an Abonnenten versandt; die Einladungen und Abonnementskar,ten. zum b8. Jahre, (.1. October- L872 — 1. Octob.er 1,87.3) sind bereits an die Herren Agenten verschickt.; und fo. sei. es uns gestaltet, mit einigen Worten auf unser, nunmehr schon eine, so lange, Reihe von, Jahren bestehendes und blühendes Institut wieder einmal aufmerksam zu. machen. Daß die Leiter, deK. Instituts alle Anstrengungen machen^ um die. Leistungen desselben den Zwecken, die es zu, verfolgen hat» und den. Anforderungen, die an dasselbe zu stellen sind, genügend zu gestalten, wird Jeder erkennen, der voruriheilslos die Werke mustert, welche das Institut bis jetzt den Händen des Publicums überliefert hat. Es ist immerfort unsere Bemühung, Autoren, welche bereits. Bedeutendes geleistet haben, oder frische vielversprechende Kräfte zu gewinnen, und auch in den letzten Jahren haben sich der Reihe unserer Schriftsteller Namen vom besten Klange angeschlossen. Wir. erinnern nur aus den letzten drei Jahren an Leopold Löws Beiträge zur jüdischen Alterthumskunde, Herzfelds Geschichte des jüdischen Volkes während der babylonischen Gefangenschaft und bis zu den Makkabäern, Munks Palästina, Cassels Geschichte der jüdischen Literatur, an die Fortsetzung der Uebersetzung der sämmtlichen Werke von Philo, Wassermanns Juda Touro, Honigm a N n s Grab zu Sabioneta. Es erweist sich hierdurch wohl, daß wir ebenso bestrebt sind, alle Zweige der Literatur, soweit sie in das Bereich des Instituts fallen, mit gleichmäßiger Sorgfalt zu berücksichtigen, als auch, ohne Beachtung irgendwelchen Parteistandpunctes, alle Männer für das Institut zu interesstren, von denen eine tüchtige Arbeit zu erwarten ist. Dies, ist auch die einzige Verantwortlichkeit, welcke die Leiter des Institutes auf sich zu nehmen haben; im Einzelnen ruht diese auf dem Verfasser selbst, der mit seinem Namen für seine Ansicht und Schöpfung eintritt. Allerdings wissen wir, daß das Institut nicht im Stande, ist, lauter Meisterwerke,an/JnhaltupdHvW zu beschaffen. Meistexwerke werden nicht jeden,< Tag, jedes Jahr hervorgebracht, und-jede Literatur Würdtz äußerst-, beschränkt und. lückenhaft, bleiben, wollte sie , nichts auch Schriftwerke in sichaufnehmen., welche Tüchtiges,. leisten,, ohne-, in ihrer- Art-vollendet zu sein,- Es. gilt, theils alle Lücken^ die in der jüdischen Literatur vorhanden, sind, nach dem Umfange unseres Gebietes und den Bedürfnissen unseres Publicums nach und nach auszufüllen, theils bereits Gegebenes von Neuem zu: bearbeiten und zu. bereichern. Deshalb werden - auch nicht immer alle Schriften, welche das Institut liefert, a-lck e n Abonnenten zur Lectüre und zum Studium geeignet erscheinen; aber es ist und bleibt unsere Fürsorge, in jedem, Jahre jedem Theilnehmer Etwas zu^ geben, was ihn interessirtwas ihn belehrt, was ihn erfreut, Aber andrerseits ist das Institut nicht minder dem. Wechsels seines Publicums. unterworfen. In einem Zeit? raume von 18 Jahren scheiden für eine solche Anstalt zahlreiche Theilnehmer aus. Der Tod und der Wechsel des Geschickes streichen ihr viele Namen aus, die länger oder kürzer in ihren Listen standen. Der Reiz der Neuheit verliert sich, und manche Abonnenten glauben des Guten bereits genug zu besitzen, wenn sie den Hausen schon erhaltener Bücher ansehen. Es giebt ja auch genug Menschen, die, was sie in früheren Jahren mit Begeisterung oder wenigstens Anhänglichkeit auffaßten, späterhin mit Gleichgültigkeit betrachten. Auch ist das Verlangen, eine reichhaltige Büchersammlung zu besitzen, nicht gar sehr verbreitet. So kann es nicht anders kommen, als daß ein Institut , wie das unsrige, ganz abgesehen von seinen Leistungen, allen diesen, Chancen unterworfen ist, und mit der Zeit viele Theilnehmer verliert, welche eine Zeitlang ihm angehörten. Nichts ist daher für, seinen Bestand nothwendiger, als daß der Abgang mit dem Zugang sich wenigstens ausgleiche, und daß die Zahl neuer Theilnehmer die derunvermeidlich ausscheidenden wieder ersetze. Ja , die Zwecke des Instituts können nur immer mehr erfüllt werden, je gr ößer der Kreis Dexer wird, welche sich ihm anschlie.ßen, weil es dem Institute am Meisten darauf ankommen muß, ein immer wachsendes Publicum für die jüdische Literatur zu gewinnen , und weil dadurch die auf die Leistungen, zu * verwendenden. Mittel wachsen. Wie die Dinge einmal liegen, so ist hierbei das Wichtigste, daß dem großen Publicum dys Vorhandensein des Institutes und seiner Leistungen nahe gebracht werde, daß esKenntniß davon erhält und dafür interessirt wird. Das Hauptgewicht liegt daher darin , daß die Herren Agenten, sich dieser. Bemühung mit Eifer unterziehen, und daß das- Institut immer mehrere solcher Agenten , namentlich an Orten und in, Landschaften, wp.es. bis jetzt noch wenig, oder gar nicht Wurzelgefaßt haterlange-

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