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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-22 · Heft 43 (22.10.1872) · p. Seite 860

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 43 (22.10.1872)
Date
1872-10-22
Page
Seite 860 (sequence 20)
Language
German
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Tabäkgasse mit einem Flächenraum von 1200 Q.-Klaftern angekauft, und für ein Schulhaus das darM FückwäE ) in bet PferferMe anstoßende Pet'er Nefsische Dckis angekäuft und 1851 eingerichtet;- es blieb daher" iköch bie ' BeLhausfrage in Verhandlung. Die Gemeinde hatte den sehnlichsten Wunsch, beide Bethäuser, die Synagoge und den Tempel, zu gleichet Zeit neu. zu erbauen, aber einerseits die eingetretenen wirrevolleu Zeitverhältniffe, anderseits die nicht vorhandenen Baumittel verhinderten auf lange Zeit diese Absicht, und als endlich im Jahre 1852 ernstlich daran gegangen wurde die Bethäuser' jü erbauen , war auch nur die Hoffnung vorhanden, Eines erbauen zu können.. Bei der vorgeschrittenen Zeitcultur Neigte' sich die e'ntschiedene Majorität der Gemeind'enM gliede'r dem Chortempel zu, und so wurde denn ddr TeÄipelbäü im Herbst 1853 begonnen und im September 185'9 in der Täbä^gasse vollendet, und am 6. desselben MyMs unter großer Feierlichkeit vom gottseligen Obe'rrab'biner vr. Al. Wolf Meisel eingeweiht. Für die Besucher der. Synägoge blieb die gemietheke Synagoge im B. Orczyschen Häuft bübehalten, genügte aber' bei Weitem riichi. für M giiöße Anzahl der pester isra'elitischen Bedjöhüer, welche ihre religiöse B'efriedi'gurig in der Synagoge riäch allein Ritus' gefunden hätten/ Die Geineiüve. ivM gestöthrgt, jedes Äähr für. Vie isrMüschen Häüptseiertäsie' eine' große Anzahl von ÄüshilfsbeLhäüsern zst. errrchteä; aber selbst Diejenigen, welche die SyN'ägoge besstchren , ktägien fortstährenö über VeÄ zu bkengken Raum, übcir sdlüiMsividrige Verhältnisse' in der Systägoge, und die Gemeinde war gerü bereit, diesem VeM-' ständ^ äbzuheW, sobäld sie sich von best großen Opfern und Anstrengungen bei dem TeÄpelbau Nur Einigermaßen erholi habest wird. . BerÄts' rin Jahre 1865 und erneuert int Jähre 1869 überreichte «iine.Äüzahl dost Systagögeybesücherst, M äst der Zahl, spater redücirt aus 18, eine Offerte , ist.wel- . cher sie erklärtest,^ büß sie b^eit sind, , düs ist M Äomb'achgäffe gelegM Hemcilige Tömäla Kerstsche Hans, welches sie u'tn best sehr mäßigen' Preis dost ca. 50,000 fl. astgekäüst hättest, der Gemeinde ist dein Fälle als EigenthüM zst überlassest, ioönst daftW eine' Synägoge nach ältem Riürs gebaut Md. Me Gemeinde ging hierauf Ltreft- Mjg eist, und liG zür Beschaffstng M Bäu'fostd's eiste Suvscriptiön ästf Be'tfftze ist dir NKest SyNägdge'voäneAMn, Mche Mch dön leist VLfifN Ersölgö E; als SübsetlMtest sterfMMt ivürden/ stist mit ihrer ÄeNlltgNstg. best Bäü $ beschließest, ivürben gegen best astWastft'est Ääüplätz vielfache Bedenken erhobest, näntenlÄch Men die zu enge' Gaffe, und strürden Mehrere EMÜiissiöne'st stäch Mander dästtit bettastt, einest g'eetßnekern Bauplatz' äufz'üfindest; bieftr wutd'e auch ist der Mbogengäffe, Mffänelsch'es Häü's, äesuMst. Derselbe wstrde jedoch ist Sir GLineirlderepräseMH btrjbörfen, Md' die B'ästsrW blieb LftoLst üMtschieM. Als es eMich constakirt wurde, W keist anderer geeigneter Nrund Ki acqüiriteä Ml, Mb' W Äeriualö berüfe'stk MMMustg der Betsitzsubscribenten sich in entschiedener Majorität für den bereits vorhandenen Bauplatz in der Rombachgaffe erklärte- Erbe beschlossen, den Shstagogenbau sofort in AngrW zu stehrnen. Unter den eistgereichtest Bauplänen wurde der des Herrn Architekten Otto Wagner in Wien angenommen, und derselbe auch mit der architektonischen Leitung des Baues betraut. Der Bau begann am 1. Mai 1870 mit der Abtragung des stockhohen Hauses; zugleich mit der Synagoge wurde in der Frontseite des Hauses ein drei Stock hohes Haus erbaut. : Die Arbeiten wurden zu den möglichst billigen Preisen accordirt und mit allem Eifer befördert, derart, daß dieser monumentale Bau in dem Zeiträume von kaum dritthalb Jahren, bis auf die äußere Fa^ade und einige Ergästznstgen von Innen, ganz vollendet ist/, und heute schon, am 1. Octob'er 1872, die feierliche Schlußsteinlegung und Einweihung der Synagoge vorgenommen werden kann. Die Synagoge ist nach dem Urtheile aller zahlreichen Besucher eine sehr prachtvolle,-und in ihrer Ausstattung so reich und geschmackvoll decorirt, daßnirgends, eine Synagoge besteht, welche mit ihr auch nur verglichen werven kann. Sie bildet ein Oktogon, hat 26 Meterklafter Höhe, 46' Meterklafter Länge und 21 Meter Breite; In der Mitte eine wunderschöne Kuppel mit 24 Fenstern. Ringsherum 9 Rundfenster, alle mit prachtvollen farbigen Gläsern. — 1 Hauptpörtal und- 8 Seitengange für Männer, 4 Treppen und 4 Eingänge für die Frauengalerie; in. der Männerhalle 3 Gänge und 786 Bötsttze/ in der Frauengalerie 4 Gänge und 474 .Betsitze. Die innere Einrichtung, eine prachtvolle Gasbeleuchtung in 6 großen Candelabern und 9 Lustern, die heilige Lade, und in der Milte, der Almemar in der prachtvollsten Ausstattung.; die Bildhauerarbeit und' Malerei ist eine so reiche und gelungene / daß Jeder überrascht wird,« der die Synagoge betritt. Die Baukosten wurden eines Theils von den eingeflossenen Betfitzsubscriptionen bestritten, den andern Theil hat die Gemeinde aus ihren eigenen Mitteln befriedigt, und es nicht gescheut/ namhafte Anlehen zu diesem Synagogenbau aufzunehmen,.,einzig und allem in der Absicht, um den Frieden , die Eintracht, und die Einheit in der Gemeinde zu erhalten, und zu befestigen. So erfreut sich denn die gaNze Gemeinde. ,mit dem heutigen Tage, an welchem diese ne.uerbaute Synagoge ihrem heiligen Berufe übergeben wird., > Gottes Segen walte auch ferner über die Gemeinde Pest, und möge der Frieden unh die Eintracht unter ihren Mitgliedern stets fester gedeihen! Mögen alle GöbÄe in diesem Gotteshäuft vor dem Throne des Allmächtigen ErhörNng finden! , Diesen- Tag hat uns Gott bereitet-, wir woüert frohs locken und uns an ihM erfreuen.- ' : . Pest, am 1. October 1872.-? Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde und .. .^

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