Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1872)
- Date
- 1872-10-22
- Page
- Seite 852 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seine That erfiießt nur dem edlen Streben, das Judenthum in seinen Bekettnern und in der- Achtung der außer ihm Stehenden zu heben. - Möge der Allmächtige ihn und sein Haus segnen! Oestenetchtschungarische Monarchie. . Pest, im October. (Privatmitth.) Wie wir aus den öffentlichen Blättern ersehen, wurde den Lehrern M. Stern und I. Rosenmeyer Seitens des Honvsdministeriums sür den, den Honvsd geleisteten Unterricht Dank und Anerkennung votirt. Nahe an 100 Mann, die in ihrer Jugend nie eine öffentliche Schule besucht hatten, brachten es zum Lesen und Schreiben. Es ist dies der erste Versuch dieser Art im Magyaren- - lande. OSerlchrer I. Rosenmeyer. Pest, 6. Oct. (Privatmitth.) Vorigen Dinstag Vormittags 9 Uhr wurde die neuerbaute Synagoge der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde eingeweiht. Die Feier begann mit einer Ansprache des Präsidenten der Gemeinde, Herrn Jakob Lanyi, in der er den Synagogenbau beleuchtete. Hierauf verlas der Gemeindesecretär, Herr I. B a r n a y, in ungarischer Sprache eine von ihm verfaßte und für den Grundstein bestimmte interessante Urkunde. Nach dem Verlesen der Urkunde wurden 21 Gesetzrollen in die heilige Lade gestellt und das ewige Licht angezündet. Mit .einer Rede des Rabbinatsassessors Herrn P o l l a k, welcher als Darschan der Synagoge angestellt ist, schloß die Feier. Prag, 8., October. lPrivatm.) Wenn das „difficile est satyram non scribere“ „es fällt schwer keine Satire zu schreiben", je berechtigt war, so ist es das gewiß bezüglich der hiesigen noch immer nicht zur Ruhe-gekommenen Orgelangelegenheit. Die Orgel im Tempel des „Vereines für geregelten Gottesdienst" hat nämlich am Neujahrsfeste gefeiert, um von der schweren Arbeit, welche sie seit einem halben Jahre an jedem Sabbath zu verrichten hatte, sich ein wenig zu erholen, obschon gerade am benannten Feste ihre Mitwirkung besonders nothwendig gewesen wäre. Den Lesern dieses Blattes ist es wohl bekannt, daß es vom religionsgesetzlichen Standpunkte ein Blödsinn ist, am Rosch-Haschanäh Etwas zu verbieten, was am Sabbath zu thun man erlaubt. So wie aber , eine Sünde die andere erzeugt, so führt eine begangene Thorheit zur Begehung einer zweiten. Die Orgel war nämlich nicht Llos an den beiden Neujahrstagen zum Schweigen verurtheilt, sondern auch an dem unmittelbar auf diese folgenden Sabbath Schuba, damit der himmlische Richter, so lange die Jnscription dauert und das Siegel noch nicht aufgedrückt ist, durch die Orgeltöne nicht an das frevelhafte Thun des ganzen Jahres erinnert werde und eine schlechte Note ertherle. Nach beendigter Einschreibung wird zwar die Orgel wieder regelmäßig an jedem Sabbath spielen, aber Gott kann ja die einmal besiegelte Note nicht umstoßen, und er der Allweise ist von den Weisen des Tempels hintergangen worden (Ul). Da aber der Blödsinn eines solchen Vorganges gar zu handgreiflich und von nahezu allen Tempelmitgliedern als solcher erkannt worden ist, so läßt man jetzt verlauten, daß man im nächsten Jahre die Thorheit nicht wiederholen werde. Wie nothwendig aber gerade an diesen Festtagen die Mitwirkung der Orgel beim Gottesdienste ist, das hat man im Tempel trotz der trefflichen Stimmmittel des Cantors und der Mühe des Chordirigenten wahrnehmen können. Der Chor ist zu schwach, weil Niemand zum Eintritte in denselben sich meldet, indem diejenigen, welche dazu geeignet wären, auch am Sabbath entweder in die Schule oder in's Geschäft gehen. In der Meiselshnagoge, wo das Orgelspiel am Sabbath, ohne daß von irgend einer Seite deswegen Lärm geschlagen worden wäre, eingeführt worden ist, hat die Orgel auch am Neujahrsfeste gespielt und zur Hebung des Gottesdienstes daselbst wesentlich beigetragen. Die Sitze in dieser Synagoge waren, obschon es früher bekannt war, daß man daselbst die Thorheit des Tempels nicht nachahmen wird, bis auf den letzten verkauft. Nun aber weiß Jeder, der die hiesigen Verhältnisse kennt, daß es nicht die Meiselsynagoge ist, sondern der Tempel, wo die bis zuw völligen Jndifferenüsmus vorgeschrittenen Kreise ihre Sitze miethen; daß bei diesen das Orgelspiel am Rosch - Haschanah auf Oppositionen gestoßen wäre, ist gar nicht denkbar. Diese Kreise Hätten wahrlich auch daran nicht Anstoß genommen, wenn die christlichen Sänger, welche man zur Verstärkung des Chores bereits engagirt hatte, auch thatsächlich in Kutte und Taliß gesteckt und zur Mitwirkung beim Gottesdienste an den „furchtbaren Tagen" verwendet hätte. Der Umstand j daß matt