Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-22 · Heft 43 (22.10.1872) · p. Seite 848

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 43 (22.10.1872)
Date
1872-10-22
Page
Seite 848 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3226852-3226896--31090-3253997
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

, Der hier 36—45 zum ersten Male edirte w-inv rii^->vn ist gewiß eine willkommene Gabe, und ebenso der gelehrte Beitrag von Herrn M. Steinschneider: Supercommentare zu 9bn Esra's Pentateuchcommentar. Der Leser wird wohl schon aus dieser kurzen Skizze entnehmen, welch reicher und manmchfacher Stoff in diesem Werkchen enthalten ist. Freunde der Exegese, der Massora, wie der Polemik, finden hier vielfache. Anregung und Belehrung. Herr vr. Berliner beabsichtigt eine correcte und kritische Ausgabe des Pentateuchcommentars von Rabbi Salvmon ben Meir, , zu veranstalten, die ein längst gefühltes Bedürfniß ist, und gedenkt zu diesem Behufe eine Reise nach Italien zu unternehmen, um die dortigen Bibliotheken zu durchforschen. Möge er zu seinem gelehrten Unternehmen jene ausreichende Unterstützung finden, die es in vollem Maße verdient. Das vorliegende Werkchen hat Herr vr. Berliner Herrn S. H. Halberstamm in Bielitz, dem geschätzten Kenner und theilnehmenden Gönner der jüdischen Wissenschaft, gewidmet. Möge dasselbe recht viele theilnehmende Gönner finden, damit der Herausgeber zu weitern Arbeiten ermuntert und ermuthigt werde. D. Oppenheim. Aeituugsuachrichteu. Deutschland. Berlin, 6. Octbr. (Privatmitth.) Es giebt Leute, welche die Emancipation der Juden eifrig befördert haben, nicht aus Gunst für dieselben oder aus Gerechtigkeitsgefühl, sondern weil sie aus ihr die Auflösung des Judenthums erhofften. Sie haben sich gründlich geirrt. Wir erinnern uns, daß schon vor einem Jahrzehnt ein eifriger Anhänger dieses Systems in der „Augsburger Allg. Zeitung" schmerzlich ausrief: „Wir hofften vergebens, daß die Emancipation das eherne Gefüge des Mosaismus lösen würde." Heute, wo die Emancipation zur vollen Wahrheit geworden, wo die Juden allen übrigen Bürgern Deutschlands völlig gleichgestellt sind, zeigen sie, daß ihre Eigenschaft als vollberechtigte Mitglieder der socialen und politischen Gesellschaft ihre Anhänglichkeit an den Glauben der Väter nicht ernstlich beeinträchtigt hat. Ich spreche nicht davon, daß'an den Rofch-Haschanah- Tagen nicht allein die officiellen Synagogen überfüllt, sondern auch die zahlreichen Nebentempel stark besucht waren; das ist eine sich jedes Jahr wiederholende Erscheinung. Aber es fiel mir dieses Jahr viel mehr als sonst auf, eine wie große Anzahl von. Läden an jenen beiden Tagen geschlossen waren. In den comwerciellsten Straßen unserer Stadt/ wie der leipziger, Friedrichs-, Commandantenstraße, war reichlich jeder dritte Laden geschlossen; und nur verhältnißmäßig wenige Geschäftslocale, deren Firmen jüdische Inhaber verriethen, waren geöffnet. Ebenso berichten die öffentlichen Blätter, daß der Einfluß der hohen jüdischen Feiertage auf den Börsenbesuch und das Fondsgeschäft sich Heuer Lei Weitem mehr bemerklich gemacht habe, als in frühern Jahren. Gott Lob, daß das materielle Streben und Gewinnen, wie es sich seit einiger Zeit so ungeheuer bei uns entwickelt hat/ doch das religiöse Gefühl nicht hat unterdrücken können! — Das neue reichenheimsche Waisenhaus, das bereits 50— 60 Kinder enthält, gedeiht sehr gut unter der umsichtigen, sorgfältigen und humanen Leitung des Herrn vr. Jutroszinski. Es ist nicht allein mit Comfort, sondern selbst mit Luxus eingerichtet. — Die hiesige jüdische L eh r e r b i l d u n g s a n st a lt enthält dieses Jahr 27 durchgängig recht tüchtige Zöglinge. 'Leider ist der Fonds für dieselbe, auf einer frommen Stiftung beruhend, ein feststehender, unveränderlicher, und können in Folge dessen die Gehälter für die Herren Lehrer der Anstalt nicht den gesteigerten Preisen und Bedürfnissen entsprechend erhöht werden. Es wäre wohl an der Zeit, daß die berliner Gemeinde hier mit einer Aushülfe eingriffe, zumal die dazu erforderlichen Mittel nicht so beträchtlich sind, um einer solchen Gemeinde irgendwie beschwerlich zu fallen. M. Berlin, 8. Oetober. Unter heutigem Datum erschien eine neue Liste von Frauen und Jungfrauen, welche wegen Pflege von Verwundeten aus dem Kriege das Berdienstkreuz erhalten haben. Wir bemerken darunter folgende Israelitinnen, ohne verbürgen zu wollen, daß sich nicht noch mehrere unter den Decorirten befinden: Abarbanel, Fr. Samtätsrath Elise, Berlin; Ascher, Fr. Ernestine, Cöslin; Berliner, Frau Jenny, Lublinitz; Bernstein, Frl. Elise Marie, Stettin; von Bleichröder, Fr. Geh. Eommercienrath Emma, Berlin; Calm, Frau Getreidehändler Rosalie; Cron,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.