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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-22 · Heft 43 (22.10.1872) · p. Seite 846

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 43 (22.10.1872)
Date
1872-10-22
Page
Seite 846 (sequence 4)
Language
German
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„Gesandtschaft der Vereinigten Staaten. . -- Paris, 9. August 1872. „Mein Herr! -— Meine Regierung hegt aufrichtige Sympathien mit den Hebräern, welche so unmenschlich in den Fürstenthümern Moldau und Walachei verfolgt werden. Secretär Fish meint, daß, wenn die Gefühle der Regierung und des Volkes der vereinigten Staaten der Regierung der französischen Republik bekannt gemacht würden, Dies dazu beitragen möchte, daß die Berpfiichtungen, welche einigen europäischen Staaten vertragsmäßig in Betreff der Beschützung der Verfolgten auferlegt sind, ausgeführt würden; obwohl die Regierung der vereinigten Staaten an dem Vertrage nicht betheiligt ist und sich grundsätzlich aller unmittelbaren oder mittelbaren Einmischung in die öffentlichen Angelegenheiten jenes Erdtheiles enthält. Der erwähnte Uebelstand ist so schreiend, daß demselben so zu jagen ein kosmopolitischer Charakter aufgedrückt ist, so daß an seiner Abstellung Me Länder, Regierungen und Glaubensgenoffenschaften gleich interessiert sind. Ich habe das Vergnügen Ew. Excellenz die Wünsche des Secretärs Fish über diesen Gegenstand miizutheilen, da ich sicher bin, daß Sie denselben von Herzen entsprechen werden. Meine Regierung wird mit Genugthuung jedes Eingreifen der französischen Republik begrüßen, welches darauf abzielt, der Folge von unaufhörlichen Verfolgungen ein Ende zu machen, die eine Schande für die christliche Civilisation geworden sind. „Ich ergreife diese Gelegenheit rc. E. B. Washburne. „An Seine Excellenz Herrn von RSmusat, Minister der Aeußern Angelegenheiten." nöthigen. Vorstellungen , gemacht hat. n Mit,.der einer unabhängigen Regierung geschuldeten Achtung unterließen wir niemals, unfern Consul in Bukarest zur Bertheidigung der Gerechtigkeit und Menschlichkeit aufzufordern; und wir haben Zusicherungen für die Zukunft erhallen, welche unfern Wünschen entsprechen. Sie können, mein Herr, Herrn Fish sagen , daß bei vorkommender Gelegenheit wir daraus dringen werden, daß den Bewohnern Rumäniens aller Glaubensbekenntnisse gleicher Schutz gewährt werde. Ich habe das Vergnügen Ihnen anzuzeigen, daß unsere Absichten in dieser Beziehung mit den von Ihnen mir ausgedrückten Gefühlen übereinstimmen. „Ich ergreife diese Gelegenheit rc. Rsmusat." Unsre Ansicht über die Wirksamkeit dieses Schriftwechsels ist nicht so sanguinisch wie die unsres geschätzten Correspondenten, wenigstens was das Schreiben -des französischen Ministers betrifft. Was die Energie-der amerikanischen Zuschrift gutmachen könnte, das schwächt das Nichtssagende der nach drei Wochen erst erfolgten französischen Antwort wieder ab. Die Franzosen wissen, daß sie bei den Rumänen große Sympathien besitzen, und hüten sich wohl diese zu verletzen. Deshalb waren sie in der Angelegenheit der rumänischen Juden stets sehr lau, und die französischen Journale nahmen eher Partei gegen als für sie. Ueberhaupt sind es nur Amerika und England, welche mit Entschiedenheit und Nachdruck für die Juden in Rumänien eintraten. Die Redaetion. „Paris, 30. August 1872. „Mein Herr! — Entschuldigen Sie, daß ich Ihren Brief vom 9. d. nicht eher beantwortet habe, den ich die Ehre hatte von Ihnen sowohl in Herrn Fish's, als in Ihrem eigenen Namen zu empfangen, und welcher dem freundlichen Interesse der französischen Regierung die Lage der Israeliten in den rumänischen Fürstenthümern empfiehlt. Ihre Lage ist in der That öfters schwer bedroht gewesen. Die Leidenschaft des Pöbels und die Schwäche der Behörden haben ihr Leben sowohl wie die Sicherheit ihres Vermögens gefährdet. Es ist Ihnen ohne Zweifel bekannt, daß unser Generalconsul bei verschiedenen Gelegenheiten in Uebereinftimmung mit dem amerikanischen Generalconsul der rumänischen Regierung die Literarischer Wochenbericht. ö-^öiö nEPbs Gr. Becskerek, im Sept. Beiträge zur jüdischen Schristauslegung im Mittelalter, nebst Midrasch über die Gründe der Defectiva und Plena, aus handschriftlichen Quellen herausgegeben und näher beschrieben von Dr. A. Berliner. Breslau. Schletzer'sche Buchhandlung. 8. 56 S. hebr. und 56 deutsch. Nirgends hat die Bibelexegese einen solchen merkwürdigen Einfluß auf das Volksleben ausgeübt, als bei den Juden. Eine Geschichte der jüdischen Exegese, deren Bearbeitung wohl noch der fernen Zukunft angehört, würde eine der interessantesten Partien der- Eulturgeschichte

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